Kann man DVB-T2 Receiver an jeden Monitor anschließen, oder braucht man ein TV-Gerät?

6 Antworten

Wenn Ein- und Ausgänge passen geht das (HDMI -> HDMI). Der Monitor muss dann aber auch Lautsprecher haben oder du brauchst zusätzlich einen Audio-Out am Receiver und ein paar aktive Lautsprecher.

Kann ich jeden Receiver für DVB-T2 einfach an einen PC-Monitor anschließen?

Sagen wir's mal so: In der Regel funktioniert das. Du fragst aber, ob es in jeder Konfiguration funktioniert und das muss ich verneinen, denn der Monitor muss eine Auflösung von 1920x1080 bei einer Bildwiederholrate von (in Europa) 50 Hz unterstützen. Es gibt bestimmt Monitore, die das nicht können. Insbesondere die geringe Bildwiederholrate ist unüblich. In der Regel arbeiten Monitore mit 60 Hz oder mehr.

Zudem muss der Monitor über einen HDMI-Eingang und Unterstützung für HDCP verfügen.

Ist der Unterschied eines Receivers zum TV-Stick einfach nur der, dass die Software Praktisch nicht installiert werden muss?

Nein, die Unterschiede sind schon größer.

Der TV-Stick empfängt nur das Signal, ist also nur ein Tuner (Filter) und Demodulator für das eingesetzte Modulationsverfahren. Im Fall von DVB-T2 sind das gewisse Varianten von QAM, der Quadraturamplitudenmodulation.

Bei der Demodulation entsteht ein Bitstream. Der TV-Stick gibt diesen Bitstream einfach unbearbeitet an den Rechner weiter. Dieser Bitstream enthält zum einen mehrere Sender auf einmal, die in kleinen "Zeitscheibchen" auf der selben Frequenz übertragen werden, zum anderen sowohl Bild- als auch Tondaten und möglicherweise auch mehrere Audiokanäle für Stereo/Surround oder unterschiedliche Sprachen. Den Vorgang, dort jeweils den richtigen Sender herauszugreifen, die Daten in Bild und Ton zu separieren und den Ton widerum in die einzelnen Kanäle aufzuteilen, bezeichnet man als demultiplexen. Diesen Vorgang übernimmt beim Empfang mit einem TV-Stick der PC, das heißt der TV-Stick empfängt alles, was auf einer bestimmten Frequenz (die der PC vorgegeben hat) übertragen wird, demoduliert es, und schaufelt es zum PC herüber. Und der PC "pickt sich dort erst heraus", was er tatsächlich anzeigen soll. Das hat die nette Eigenschaft, dass man mit einem TV-Stick und geeigneter Software (in der Regel nicht diejenige, die mitgeliefert wird) mehrere Sender parallel anschauen (und/oder aufzeichnen) kann, sofern sie auf der selben Frequenz senden, sich also im selben Multiplex befinden.

Nachdem der Bitstream demultiplexed wurde, müssen die einzelnen Video- und Audiodatenströme dekodiert werden, da sie in der Regel mit einem Kompressionsverfahren, wie H.265 (HEVC) oder AAC komprimiert sind. Auch diesen Vorgang übernimmt bei einem TV-Stick Software auf dem PC. Das hat den Vorteil, dass man den Sender beispielsweise recht kostengünstig aufzeichnen kann, indem man einfach den demultiplexten, aber noch nicht dekodierten Datenstrom in eine Datei schreiben lässt.

Bei einem Receiver passiert das Demultiplexen und Dekodieren alles intern. An der HDMI-Schnittstelle wird nur noch das fertig bearbeitete und nun unkomprimierte Videosignal ausgegeben. Viele Informationen, die im DVB-T2-Signal noch vorhanden waren, sind nun verloren, etwa zusätzliche Audiokanäle in anderen Sprachen, ggf. auch Bildinformationen, wenn das Bild durch den Receiver per Overscan "beschnitten" oder sonstwie "aufbereitet" wird. Außerdem ist die Datenrate des Bitstroms, der über HDMI ausgegeben wird, sehr hoch, sodass es in der Regel nur noch mit Spezialhardware (die den Bitstrom widerum verlustbehaftet komprimiert) möglich ist, diesen aufzuzeichnen.

Also nein, die beiden machen ganz und gar nicht das gleiche. Ein TV-Stick ist quasi nur ein (duch Software gesteuerter) Empfänger. Die ganze "Informationsverarbeitung" passiert in Software auf Deinem PC. Ein Receiver hingegen verarbeitet alles direkt schon soweit, dass es auf einem Monitor angezeigt werden kann.

Die Schlüsselfrage ist, welche Eingänge Dein PC hat. Vermutlich wird das jedoch mit dem PC nicht funktionieren, da der Receiver entweder Ausgänge für Composite Video und 2 Stereo-Audiokanäle hat, oder aber einen HDMI-Ausgang. Wenn Dein LCD-Monitor derartige Eingänge hat, dann funktioniert das, wenn Du den Receiver direkt an den Monotir anschließt (den Ton könntest Du ja eventuell über externe Boxen wiedergeben, denn die Lautsprecher des Monitors werden kein sehr befriedigendes Klangerlebnis bieten)

Kommt drauf an welche Anschlüsse der Receiver hat. Des weiteren kann man bei einem PC-Monitor meist schlecht die Lautstärke regeln oder der PC-Monitor besitzt keine Lautsprecher.

Solang der Monitor einen HDMI-Eingang hat sollte das problemlos möglich sein.

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