Kann ich meinen Nachbarn "zwingen" seinen Baum zu fällen?

9 Antworten

Nicht wirklich.
Wenn der Stamm genügend Abstand zur Grundstücksgrenze hat klagt sich da nichts.
Nur weil gerade mal ein Wetter ist oder Du Bäume nicht leiden kannst.
Wenn da Piepmätze drin nisten bist Du ganz aus dem Spiel.

Sprich noch mal mit deinem Nachbarn. Erklär ihn deine Bedenken mit Nachdruck und frage ihn bei der Gelegenheit, ob er im Falle eines Falles gut versichert ist.....sollte der Baum komplett in Ordnung sein, kannst du nur abwarten. Sollte es bereits morsche Stellen oder Zweige geben, wende dich ans Ornungsamt...LG

Stellt sich da nicht auch die Frage , ob der Nachbar nur Mieter oder Eigentümer des Grunstückes ist, auf welchem der Baum steht?

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In allen Bundesländern gibt es das Nachbarschaftsrecht. In Brandenburg sind Obstbäume im Abstand von 2m und andere Bäume im Abstand von 4 m von Grundstücksgrenze zu pflanzen. Verlangt der Nachbar die Beseitigung des Baumes ist diesem Begehren Folge zuleisten. Aber ältere Bäume ab 5 Jahre haben Bestandsschutz. In jedem Falle kann man die Beseitung der überragenden Zweige uns Äste verlangen und auch Ersatzmaßnahmen vornehmen. Beschädigen due Wurzeln z.B. das Pflaster, so muss der Baumeigner für den Schaden haften. (gilt auch für das Pflaster auf der Straße). Die Beseitigung der Wurzeln zu Lasten des Baumeigner kann bei gartentechnischer Nutzung wegen Nährstoffentzuges verlangt werden. Bestimmte Regeln aus dem Naturschutzgesetz der Länder sind auch noch einzuhalten (Fällzeit, Beschneidezeit). Auch das ist länderspezifisch. Die Baumschutzsatzungen der Gemeinden sind natürlich auch zu beachten. Sie stehen oftmals im Widerspruch zu den Landesgesetzen. In jedem Falle sehe ich die Notwendigkeit den Bürgermeister der Gemeinde einzuschalten (der kann die Sache durchaus an das Ordnungsamt delegieren). Auch wenn der Baumeigner versichert ist, kann eine Mitwirkungshandlung des Geschädigten erforderlich, um seine gerechtfertigten Ansprüche vollauf zu befriedigen. Dies ist keine Rechtsauskunft, sie kann fehlerhaft sein. Ich stehe nur vor dem gleichen Problem. Übrigens die Sache mit den Cu-Nägeln und auch Elektrolyse funktionierte bei mir nicht.

Theoretisch ja, aber dann nur gerichtlich mit Fachutachten gestützt. Das kostet aber erst viel Geld und dann hast du nicht nur einen Nachbarn, sondern einen Feind hinterm Zaun. Überlegs dir doch bitte gründlich. Ich würde ihn mal frendlich auf das Problem ansprechen, vielleicht bei ner tasse Kaffee oder einer Pulle Bier. Wenn er nicht einverstanden sein sollte und eine rechtsschutzversicherung hat, kann er die Sache fast ins unendliche hinauszögern.

Zunächst mal würde ich bei der Gemeinde klären, wie es bei euch mit dem Nachbarschaftsrecht steht. Da wo ich früher wohnte, musste ein Mindestabstand zum Nachbargrundstück von 2 Metern sein, gemessen von der Mitte des Baumes.

Dann kann die Gemeinde auch klären, ob der Baum eine Gefahr darstellt. In einem solchen Fall kann der Nachbar zumindest darauf hingewiesen werden, dass Gefahr besteht.

Und natürlich muss der Nachbar im Falle eines Falles bezahlen, wenn ein Schaden an eurem Haus entsteht.

Aber hier einen Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang vom Zaun zu brechen, vergiftet nur die Atmosphäre und produziert mindestens einen Verlierer...

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