Kann ein Notarzt einen Notfallsanitäter ersetzen?

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9 Antworten

In der Regel wird man das ablehnen, weil es zu Kompetenzschwierigkeiten kommen kann.

Bei uns wirst du schon als Medizinstudent ab einem gewissen Ausbildungsstand gar nicht mehr im Regeldienst des Rettungsdienstes genommen, um Konflikte bezüglich der Versorgungsleitlinien zu vermeiden.

Im Ehrenamt sieht die Sache natürlich anders aus. Und auch, wenn jemand schon lange fährt und quasi dort hineingewachsen ist. Das ist aber Sache der Kommunen. Meines Wissens gibt es dazu keine gesetzliche Regelung.

Ich würde jedenfalls nicht als Arzt RTW fahren. Was machst du denn bei einem Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten? Dann bist du in der Zwickmühle, deinen Job auf dem RTW vernünftig zu machen und gleichzeitig Triage und ggf. weitergehende Versorgung als Arzt zu übernehmen.

Meiner Meinung nach sollte jeder bei dem bleiben, das er am besten kann. Und das ist als Arzt nun mal der NA. Kannst ja NAW fahren, falls es sowas in der Umgebung gibt. Oder einen RTW als NAW auf Sandiensten einsetzen. Dann weiß zumindest jeder, woran er ist.

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Hallo Nemo,

ob ein Notarzt einen Notfallsanitäter ersetzten kann ist schnell beantwortet - Ja das kann er.
Er darf es aber nicht.
Man ist als Notarzt nicht permanent als eben solcher eingesetzt, die Stunden als Notarzt sind geregelt und dürfen eine gewisse Zeit nicht überschreiten. 
Das schlaucht auch extrem !

Ein NfS muss aber noch andere Qualifikationen mitbringen -> Das beginnt schon beim Führerschein der Klasse C (LKW) zum Führen des RTWs.
Doch kannst du, selbst wenn du diese (und andere) Voraussetzungen erfüllst, nicht permanent als Notarzt auf dem RTW sein. 

Du wirst später als Notarzt nur zu bestimmten, kritischen und für den NfS nicht handhabbaren Fällen zugezogen. 
Den Rest der Zeit bist du auf Bereitschaft für den nächst dringlichen Fall, der unbedingt einen Notarzt erfordert. -> Bist du da die ganze Zeit auf dem RTW unterwegs so bist du nicht nur permanenten Druck ausgesetzt was sich auf dauer (vielleicht) sogar auf dein Urteilsvermögen auswirkt, du bist dann auch schlicht weg nicht mehr so "mobil".

Man befindet sich meistens in einem Zentralen Punkt der Stadt, wie z.B einem Krankenhaus, wenn du da irgendwo auf einen Einsatz bist der gar keinen NA erfordert, und genau zu dieser Zeit irgendwo anders ein NA gebraucht wird - so kannst du die Personen an deinem jetzigen Standort schlecht einfach stehen lassen und zum wichtigeren Einsatz fahren. 

Zumal der NA-Wagen oft kleiner und wendiger ist um so noch schneller bei diesen Situationen zuzustoßen. 

Du wirst es aber später sehen, dass du nicht mehr als 2-3 Tage im Monat als Notarzt arbeiten willst/kannst, es ist eben schon was anderes, viel Adrenalin und hohe Verantwortung (in welche Klinik am besten ?, Was braucht der Patient?, Wie kann ich mit den begrenzten Mitteln im RTW jetzt hier am besten helfen?) 

Aber das ist eine Erfahrung die du selber machen musst ;) 

Gruß,
DrIoannis

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Kommentar von Nemo84
19.07.2017, 17:27

"Man ist als Notarzt nicht permanent als eben solcher eingesetzt, die
Stunden als Notarzt sind geregelt und dürfen eine gewisse Zeit nicht
überschreiten. "

Ich will ja auch im genannten Beispiel nicht als Notarzt arbeiten, sondern als Notfallsanitäter, im Rahmen von dessen Kompetenzen! Ehrenamtlich.
Damit erledigt sich wohl auch der Rest deines Beitrags. Trotzdem danke!

"Ein NfS muss aber noch andere Qualifikationen mitbringen -> Das
beginnt schon beim Führerschein der Klasse C (LKW) zum Führen des RTWs."

Das ist keine Voraussetzung, zumal der NotSan auf dem RTW der Beifahrer ist. Es genügt einen Rettungssanitäter mit C1 dabei zu haben; sofern man denn auf einem RTW mit mehr als 3,5 Tonnen fährt. Viele Organisationen setzen auch noch welche ein, die man mit dem normalen B-Führerschein fahren darf.

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Kommentar von Maxxismo
19.07.2017, 19:17

Bist du da die ganze Zeit auf dem RTW unterwegs so bist du nicht nur permanenten Druck ausgesetzt was sich auf dauer (vielleicht) sogar auf dein Urteilsvermögen auswirkt.

Wir sind in 24 Stunden 12 - 18 NEF-Einsätze gefahren. Unter 8 Einsätzen kommt hier in 12 Stunden auch keiner weg.

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Abgesehen davon, dass es Überschneiden von Kompetenzen, deinen ärztlichen Pflichten gegenüber dem Patienten (die du als NotSan nicht hättest), Problemen mit versicherung bei Einsatz in einem nicht derAusbiödung entsprechenden Bereich etc. geben wird gibt es da ein absolut schlagendes Argument, warum das nicht klappen kann:

Du bist kein Notfallsanitäter.

Zwar hättest du eine höherwertige Ausbildung, aber eben kein Zeugnis als Notfallsanitäter mit entsprechender staatlicher Anerkennung. Du kannst und darfst als Notarzt nicht als NotSan arbeiten. Nur als Notarzt. 

Du kannst natürlich versuchen, im Rahmen des Ehrenamtes, um das es dir hier zu gehen scheint, quasi einen Ehrenamt-NAW einzurichten. Dann bräuchtest du zwar noch ein drittes Besatzungsmitglied, aber das wäre zumindest eine Option, nicht in einer Verletztensammelstelle zu stranden (wo m.E. Ärzte im Ehrenamt allerdings hingehören...)

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  • Sicherlich deckt die Ausbildung eines Notarztes alles ab, was ein RTW-Besatzungsmitglied wissen muss. Aber wozu sollte das gut sein? Würde doch wohl niemand so machen?!
  • Notärzte verdienen erheblich mehr Geld und werden gewiss auch als solche eingesetzt. Manche Fragen sind einfach zu theoretisch.
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Kommentar von Nemo84
19.07.2017, 17:29

Dachte auch eher daran das ehrenamtlich zu machen, als Gegenpol zur Arbeit in der Klinik.

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Arzt und Notfallsanitäter in einer Person, das geht schon rechtlich nicht, entweder bist du Notfallsanitäter oder Arzt. Als Arzt kannst du nicht mehr als Teil der Besatzung eines Rettungswagens anstelle des Notfallsanitäters fahren. Wenn du Arzt mit Zusatzbezeichnung Notfallmedizin bist, kannst du als Notarzt auf dem Notarzteinsatzfahrzeug fahren aber nicht anstelle des Notfallsanitäters auf dem Rettungswagen, man muss sich schon für eines entscheiden, entweder ist man Arzt oder NotSan, beides geht nicht. Als Arzt kannst du auch nicht mehr unter der Berufsbezeichnung "Notfallsanitäter" oder "Rettungssanitäter" tätig sein, sobald du die Approbation als Arzt hast, bist du ausschließlich nur noch Arzt und kein Notfallsanitäter oder Rettungssanitäter. Du kannst (ehrenamtlich) als Notarzt NEF- Dienste fahren, aber nicht RTW als NotSan.

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Kommentar von Nemo84
19.08.2017, 17:59

Sorry, aber das ist Bullshit.
Ich habe viele Kollegen, die Ärzte sind und ehrenamtlich noch als RS arbeiten.

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Erstens: ein Facharzt für Notfallmedizin ist kein Notarzt. Der Notarztlehrgang dauert ~6 Wochen, der Facharzt 2 Jahre.

Im Rettungsdienst: Dr Notarzt hat seine Aufgaben, der Notfallsanitätr auch. Und damit bist du raus. Arzti st Arzt und schließt den Notfallsanitäter aus.

Ist genauso, wenn ein Architekt als Maurer arbeiten will, es aber nir gelernt hat.

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Kommentar von Nemo84
19.08.2017, 18:04

Erstens: Wer hat was von "Facharzt für Notfallmedizin" geschrieben? Den gibt es in Deutschland gar nicht! Und ganz sicher gibt es auch keine Facharztausbildung die nur zwei Jahre dauert.

Zweitens: Ich bin Rettungssanitäter, also durchaus für die Arbeit auf dem RTW ausgebildet, habe darauf mehrere Jahre Erfahrung und habe zahlreiche rettungsdienstliche Fortbildungen absolviert.
Der Notfallsanitäter unterscheidet sich vom RS durch seine umfangreichere Ausbildung und dadurch erweiterten medizinischen Kompetenzen. Als Notarzt habe ich aber alle diese erweiterten notfallmedizinischen Kompetenzen.
Von dem her könnte ich die Aufgaben eines Notfallsanitäters ohne Zweifel ausführen, ich wäre entsprechend ausgebildet. Die Frage ist nur, ob es rechtlich zulässig ist!

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Hi!
Qualifikationsmäßig wärst du als NA dem NfS überlegen und somit würde es gehen.
Rechtlich würdest du jedoch als Notarzt in Konflikt mit den Maßnahmen eines NA und den SOP stehen!

LG
Norman Fober

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Kommentar von Nemo84
19.07.2017, 17:36

Hallo!

Danke für deine Antwort! Was sind denn die SOP?

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Ein Facharzt für Notfallmedizin dürfte als Sanitäter unter Wert eingesetzt sein. Er kann ihn aber ersetzen, wenn ihm der "Herr Doktor" doch zuviel abverlangen sollte.

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Kommentar von Nemo84
19.07.2017, 17:35

Erstens gibt es in Deutschland keinen Facharzt für Notfallmedizin, zweitens ist meine Promotion schon in Arbeit und auf Kurs. Doktor wäre ich also trotzdem.
Ich rede auch von einem Notfallsanitäter (dreijährige Berufsausbildung), nicht Sanitäter (diese Hobbyretter, die drei Wochenendkurse absolvieren). Und es ist eben gesetzlich vorgeschrieben, dass ein RTW einen NotSan an Bord haben muss (zumindest ab 2021, bis dahin reicht ein Rettungsassistent, 2 Jahre Ausbildung).
Ich sehe das auch nicht als Berufsperspektive, sondern eher als Hobby, neben der Arbeit in der Klinik mal RTW zu fahren.

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Nein. Denn alle Rettungsdienstgesetze, die ich kenne, formulieren die geforderten Qualifikationen für die Fahrzeugbesetzung nicht beispielhaft oder ungefähr, sondern eindeutig.

Meist steht da wohl noch Rettungsassistent. Und in Zukunft wird das durch den Notsan ersetzt werden.

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Kommentar von Maxxismo
19.07.2017, 16:58

Es gibt aber viele, die beide Ausbildungen vorweisen können, weil sie vor oder während des Studiums im Rettungsdienst aktiv waren. ;-)

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Kommentar von Nemo84
19.07.2017, 17:31

Es ist aber eine Äquivalenzbescheinigung vom Regierungspräsidium denkbar. Sowas gab es schon früher für manche Konstellationen.

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