Kann ein Mensch ohne Leber leben?

7 Antworten

Wenn die Leber zugrunde geht, dann wird der Körper mit ziemlicher Sicherheit mit folgenden Beschwerden reagieren, und zwar mit fast allen gleichzeitig in unterschiedlicher Ausprägung:

Leichte Beschwerden

  • Gelbfärbung von Haut und Augen
  • "Spider Naevi": kleine sternenförmige Krampfäderchen vor allem in Gesicht und Oberkörperbereich
  • Bei Männern "Verweiblichung des Körpers": die Brust- und Bauchhaare fallen aus, es können sich auch "Bierbrüste" ausbilden
  • Schwindelanfälle und Nachtschweiß
  • Schwellung von Beinen und Füßen, sogenannte Ödeme

Schlimme Beschwerden

  • Ein Wasserbauch prägt sich immer mehr aus. Das wird am Ende so schlimm, dass Ärzte ca. alle zwei Wochen ambulant das Wasser mit einer Kanüle mehrstündig ablassen müssen. Einige haben das "Glück" dass ihnen ein Stunt aus dem Bauchraum in die Blase gelegt werden kann, dann fließt das Bauchwasser über die Blase ab, aber das ist nur Symptombekämpfung und keine Heilung
  • Die Blutgerinnung hört auf, der arme Mensch wird zum "Bluter". Jede kleine Verletzung heilt kaum noch zu.
  • Über die Jahre haben sich Umgehungs-Krampfadern an der Speiseröhre gebildet, da das Blut kaum noch durch die Leber fließen konnte. Diese können leicht platzen. Wenn das passiert verblutet man innerhalb weniger Stunden. Hier muss sofort (!) ein Arzt die Blutung stoppen, das ist aber eine extrem unangenehme Prozedur (nur wegen der der ursprünglichen Frage wie sich das anfühlt - schlimm!). Auch das kann man mehrmals durchmachen, wenn man Pech hat.
  • Leberbedingte Hirnschwellugen, die zu starken Kopfschmerzen und geistiger Einschränkung und am Ende in immer längere komatöse Phasen münden. Diese "hepatische Enzephalopathie" wird durch nicht mehr adäquat abgebautes Ammoniak im Blut verursacht.

Das Ende kommt dann entweder durch eine gerissene Krampfader in der Speiseröhre oder durch ein leberbedingtes Koma. Das vorherige Leiden kann sich einige Zeit (Monate) hinziehen, da ist fast immer eine Phase der Pflegebedürftigkeit vor dem endgültigen Ende. Rettung kann nur eine rechtzeitige Transplantation bringen, aber leider sind diese Organe knapp.

Nein.

Man stirbt, ist das Organ zu sehr beschädigt. Womöglich besteht auch vorher die Option, auf die Warteliste für eine Spenderleber zu kommen.

Nein, unmöglich. Ohne Leber würde das Labor fehlen, in dem das Essen entgiftet und verstoffwechselt wird.

Nein, kann er nicht.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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