Kann ein Beamter auf Wiederruf einfach so entlassen werden?

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1. Kann ein Beamter auf Wiederruf innerhalb einer bestehenden Erkrankung durch den Amtsarzt entlassen werden?

Nein aber durch den Dienstherrn, wenn von einer Dienstunfähigkeit auszugehen ist. Daher heißt es ja "auf Widerruf".

2. Wie verhält es sich mit dem Versicherungsschutz zu der jetzt bestehenden Krankheit?

Welche Art der Krankenversicherung liegt aktuell vor? Was gedenkt der Beamte danach zu tun?

3. Was passiert mit dem Beamten, wenn er sich entschließen sollte, seine Ausbildung zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen? (Voraussetzungen hierzu liegen vor)

Auch das liegt nicht alleine in seiner Entscheidungsgewalt.

4. Ist die Einbestellung zur Untersuchung bei dem Amtsarzt nicht deutlich zu früh erfolgt?

Kann ich von hier aus nicht bewerten.

Hat der Beamte eine DU abgeschlossen?

Woher ich das weiß: Berufserfahrung

DU liegt vor. Es geht hauptsächlich darum...es liegt ein Prognose zur vollständigen Heilung nach sechs bis neun Monaten vor. Mein Kollege hat jetzt aber Angst, dass er umgehend entlassen wird (aufgrund relativ schwachen Beamtenstatus) und ihn keine Krankenkasse aufnimmt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es so ist. Der Dienstherr hat ja auch eine Fürsorgepflicht.

Oder sehen sie das anders?

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@fidi0280
Mein Kollege hat jetzt aber Angst, dass er umgehend entlassen wird (aufgrund relativ schwachen Beamtenstatus) und ihn keine Krankenkasse aufnimmt.

Die Angst ist nur teilweise begründet.

Die Entlassung aus dem Dienstverhältnis ist ein Verwaltungsakt, gegen den Rechtsmittel möglich sind. Wäre natürlich von Vorteil, wenn er hier Arbeitsrechtsschutz hat (Dienstrechtsschutz).

Erfolgt diese wäre er natürlich, so er es denn jetzt auch ist, weiterhin privat krankenversichert und dies würde sich auch erst ändern, wenn er eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnähme.

Der Dienstherr hat ja auch eine Fürsorgepflicht.

Ja aber bei einem BaW, erfolgt eben dann doch die Entlassung, wenn die Prognose Kot ist. Es gibt ja keinen Grund die Haushalte mit einem hinkenden Krüppel zu belasten, der nie Dienst versehen wird, überspitzt formuliert.

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@kevin1905

Ja das ist richtig.

wenn ich das also richtig verstanden habe, entsteht für den Betroffenen keine Versorgungslücke. Richtig?

Ist das irgendwo gesetzlich geregelt? Ich finde dazu nämlich nichts.

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@fidi0280
wenn ich das also richtig verstanden habe, entsteht für den Betroffenen keine Versorgungslücke. Richtig?

Bezüglich der Rente nicht, weil eine Nachversicherung durchgeführt wird (vgl. § 8 Abs. 2 SGB VI).

In Kranken- und Pflegeversicherung findet durch die Entlassung kein Statuswechsel statt.

Ansprüche gegen die Arbeitslosenversicherung bestehen nicht, der Beamte müsste Hartz IV beantragen, wenn er bedürftig wäre.

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Das Beamtenverhältnis auf Widerruf ist jederzeit durch den Dienstherrn widerrufbar.

Das passiert aber regelmäßig nur aus wichtigem Grund. Einer davon wäre allerdings, dass die ausreichende körperliche Eignung nicht mehr gegeben ist. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn auch in Zukunft nicht damit zu rechnen ist, dass sich der Gesundheitszustand wieder normalisiert.

"Beamter auf Widerruf" ist eben noch nicht lebenslang als Beamter bestätigt. Und genau um solche Risiken auszuschließen, ist ja der Sinn dieses Status um eine lebenslange Leistung nicht zahlen zu müssen, die gar nicht mehr erbracht werden kann.

Wird das Beschäftigungsverhältnis nicht fortgesetzt, muss der Dienstherr natürlich diese Zeit in der Rentenversicherung nachversichern. (in der gleichen Höhe wie für eine gleich verdienenden Angestellten) Das gleiche gilt für die Beiträge in der Arbeitslosenversicherung

Amtsarzt Zoll mittlerer Dienst Verbeamtung mir früherer Depression und Klinik aufenthalt.

Hallo Leute, ich muss bald zur Amtsärztlichen Untersuchung und habe folgendes Problem:

Vor ca 3,5 Jahren ist meine Exfreundin gestorben und hatte nach diesem Schlag einige Probleme sowohl in ner Beziehung als auch Zuhause. Zu dem Zeitpunkt war ich 18 Jahre alt. In dieser Zeit bin ich in eine schwere Depression gefallen und war auch 3 Tage lang in einer Klinik, weil ich auch Selbstmordgedanken hatte. Zum Entschluss hatte ich eine endogene Depression. Mir geht es jetzt sehr gut und fühle mich Gesund. Es gibt also überhaupt keine Zweifel an meiner Leisung und etc. Vor kurzem habe ich auch meine Gesprächstherapie beendet. Ich war auch nicht oft wegen der Krankheit krankgeschrieben oder Arbeitsunfähig. Meine Angst ist jetzt was auf mich zukommt wenn ich zum Amtsarzt gehe und ihm alles erzähle? Natürlich habe ich auch da drüber nachgedacht es einfach zu verschweigen, dass ich depressiv krank war. Was sagt ihr dazu bzw was ist eure Meinung? Habe große Angst, dass ich als untauglich abgestempelt werde und ich meine Ausbildung nicht antreten darf. Ich muss auch die Schweigepflicht von der Krankenkasse und den Fachärzten entbinden. Ich kann mir aber schwer vorstellen, dass die Ärzte bei jedem einzelnen der untersucht wird, die Akte bei der Krankenkasse anfordert oder die überhaupt nachfragt bzw anschreibt. Bei dem Hausarzt genauso. Kann der Amtsarzt auch die Berichte oder Befunde was die Therapie angeht von meinem Therapeuten anfordern, also, dass lesen zu können was mein Therapeut in seine Blöcken geschrieben hat? Oder will der nur wissen wie viele tage ich Arbeitsunfähig war?

Über jede Meinung oder Erfahrung wäre ich sehr dankbar. Habe einfach eine sehr große Angst, was das verschweigen angeht und ob die Sachen anfordern usw.

Liebe Grüße

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