Kann ein 16jähriger über die Erteilung des Sorgerechts für seine Person selbstbestimmen oder mitbestimmen?

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7 Antworten

ich erkläre dir einmal was normalerweise passiert.

° einer deiner eltern stellt den antrag auf übertragung des alleinigen sorgerechts bzw. der anwalt. darin muss der grund angegeben sein. zudem gibt es auch teile die man vom sorgerecht beantragen kann (gesundheitsfürsorge, finanzen oder aufenthaltbestimmungsrecht usw.). also nicht das gesamte Sorgerecht.

gehen wir mal davon aus deine mutter will das alleinige sorgerecht. sie kann es mit der freiwilligen einwilligung deines vaters beantragen. oder sie nennt gründe die schwerwiegend sind z.b.

°vernachlässigung

°seelische und körperliche gewalt

°entfremdung

°gefahr am leib und leben

usw.

dann wird das gericht dich und das jugendamt hören. Du kannst sagen zu wem du willst und meist berücksichtigen das gerichte auch.

bei der verhandlung wird entschieden, ob das sogerecht überhaupt auf einen überschrieben wird und wenn ja auf wem.

Er kann auf jedenfall mit bestimmen er würde mit einbezogen werden und gefragt werden zu wem er will!

Kommentar von passaufdichauf
20.04.2016, 07:40

Nein!

Er kann nicht bestimmen, ob einem Elternteil das Sorgerecht entzogen wird.

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nein ein 16-jähriger hat da kein mitspracherecht. es könnte gefragt werden, wo kind leben will und wenn das schlüssig klingt, dann kann das berücksichtigt werden, wenn es dem kindeswohl entspricht. aber die sorgerechtssache ist eine sache, die wenn nötig ein gericht klärt. dazu wird kind nicht weiter gehört. entscheidungen kann kind mit 18 treffen.

Rechtlich, denke ich nicht, aber du kannst natürlich mit guten Argumenten deine Eltern dazu überreden zu dem zu gehen, wo du willst. Sie sollten das verstehen

Über die Erteilung des Sorgerechts kann der Jugendliche nicht mitbestimmen.

Da müßte er schon gute Gründe wie Mißhandlung oder Mißbrauch angeben.

Beim Aufenthaltsbestimmungsrecht wird dem Wunsch des Jugendlichen entsprochen, wenn nicht zwingende Argumente dagegen sprechen.

Kommentar von passaufdichauf
21.04.2016, 12:38

Habe das gleiche geantwortet und dafür 2 Minuspunkte "kassiert" ;-). Offensichtlich ist die Mehrheit der Pseudoexperten hier auf GF der Meinung, ein Teenie könnte bestimmen, wer das Sorgerecht über ihn erhält, und wem es entzogen wird... 

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Du wirst vom Richter nach deiner Meinung gefragt. Wenn du ihm erklärst, warum du das so oder so willst wird er das berücksichtigen.

Aber du allein kannst das nicht entscheiden. Mitbestimmen ja :-)

LG

Kommentar von passaufdichauf
20.04.2016, 07:40

Nein!

Er kann nicht bestimmen, ob einem Elternteil das Sorgerecht entzogen wird.

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NEIN!

Der 16-jährige wird zu seinem Wunsch befragt, bei welchem Elternteil er leben möchte, und wenn die Entscheidung dem Wohl des Jugendlichen nicht entgegen steht, wird der Wunsch berücksichtigt.

Das alles hat NICHTS mit dem Sorgerecht zu tun. Das Sorgerecht kann einem Elternteil nicht entzogen werden, nur weil der 16-jährige das möchte.

Zum Entzug des Sorgerechtes muss zuvor das Kindeswohl massiv gefährdet worden sein (Misshandlung, Verwahrlosung, Missbrauch...)

Kommentar von willinurlaub
22.04.2016, 19:00

der entzug des sorgerechts kann auch aus anderen gründen entzogen werden z.b. entfremdung.

hier noch was für dich zum lesen.

Wille des Kindes:

Der Kindeswille wird umso mehr berücksichtigt, je älter es ist. Mit
Vollendung des 14. Lebensjahres hat das Kind ein Mitspracherecht.
(s.u.).Hat das Kind das vierte Lebensjahr vollendet, so wird es vom
Gericht angehört.

Diese Punkte sind grobe Anhaltspunkte, denn die Entscheidung wird von
Familiengericht in jedem Einzelfall aufgrund aller Umstände getroffen.
Dazu wird es immer eine Stellungnahme des Jugendamtes einholen.

Mitspracherecht des Kindes

Hat das Kind das 14. Lebensjahr vollendet, so hat es das Recht, der
Übertragung des alleinigen Sorgerechts auf einen Elternteil zu
widersprechen. Das Kind muss dabei seinen
Willen unzweideutig zum Ausdruck bringen, nicht ausreichend ist, dass es
bei einer Anhöhrung lediglich zu erkennen gibt, dass es lieber zu einem
der Elternteile gehe
möchte.

Das Gericht kann sich jedoch über den Widerspruch des Kindes
hinwegsetzten. Da es sich aber bei seiner Entscheidung am Kindeswohl
orientieren muss, dürfte so etwas in
der Praxis kaum vorkommen.

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