Kann der Jugendamt jemandem das kind weg nehmen wenn der jenige Körperlichbehindert ist?

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4 Antworten

Eine körperliche Behinderung allein kann kein Grund für eine Inobhutnahme sein. Dass wahrscheinlich noch andere Aspekte für das Jugendamt eine gewichtigere Rolle spielen, lässt sich schon allein daraus erahnen, dass die Eltern offenbar die Zeit der Schwangerschaft nicht genutzt haben um sich eine entsprechende Unterkunft für sich und ihren Nachwuchs zu organisieren. Wenn sie das alleine nicht gekonnt hätten, wäre es ihre Aufgabe gewesen sich diesbezüglich Unterstützung zu holen. Scheinbar sind sie dazu nicht in der Lage gewesen... das lässt zumindest die Vermutung zu, dass noch mehr "im Argen" liegen muss.

Das Statement des Krankenhauses ist schonmal gut und eventuell auch mit Grund dafür, warum das Jugendamt z.B. das Kind nicht direkt nach der Geburt bzw. ab Entlassungstermin in Obhut nimmt, sondern den Eltern ja ganz offensichtlich eine Chance geben möchte!

Aber die Mitarbeiter im Krankenhaus sind nur Fachkräfte für den medizinisch-pflegerischen Bereich. Dort können sie einschätzen dass die Eltern, IM KRANKENHAUS ihren pflegerischen Aufgaben gegenüber dem Kind gut nachkommen und sicherlich können die Krankenpfleger auch aus menschlicher Sicht eine Einschätzung abgeben ob ein gewisses Einfühlungsvermögen der Eltern vorliegt. Beachten muss man dabei, dass diese Einschätzung sich auf den Krankenhaus-Kontext bezieht - wo also immer Jemand ist, den die Eltern bei Unsicherheiten etc. fragen können - wo immer Jemand ist, der einschreiten kann, wenn die Eltern vielleicht etwas falsch machen etc., wo immer Jemand ist der ein Auge auf Eltern und besonders Kind hat, etc. Und was sich nur auf einen begrenzten Zeitraum bezieht (Momentaufnahme). Einschätzen, ob die Eltern auch langfristig und alleine den Bedürfnissen des Säuglings, während des dann auftretenden alltäglichen Stresspegels, gerecht werden können - das können Krankenpfleger nicht! 

Und da hat das Jugendamt wohl noch diverse Sorgen....  Dass sie vorschlagen, dass die Eltern zu den Großeltern ms. ziehen ist doch gut ! Das heißt deine Nichte kann ihr Kind behalten und das Jugendamt hat eine gewisse Sicherheit dass dem Säugling Nichts passiert. In dieser Zeit haben die Eltern Gelegenheit Sicherheit im Umgang mit ihrem Kind zu entwickeln und das Jugendamt kann die ganze Sache beobachten und eventuell Vertrauen in die Eltern gewinnen. Und wenn das Jugendamt anschließend weiter darauf bestehen sollte, dass die Eltern in eine Mutter-Kind-Einrichtung ziehen, ist auch das Ziel einer solchen Hilfe swieso immer, dass die Eltern möglichst frühzeitig dort wieder ausziehen und mit ihrem Kind auf eigenen Beinen stehen können. Das ist also nicht nur das Ziel der Eltern - genau das ist auch das ZIel des Jugendamtes (alleine schon aus Spar-Gründen ;) ).

1. Natürlich kann es hilfreich sein einen Anwalt zur Seite zu haben. Wichtig ist, sich einen Anwalt zu suchen, der das Wohl des Kindes an die 1. Stelle stellt und nicht sein Einkommen.

2. Ja es könnte passieren dass der Richter "nein" sagt - bzw. dem nicht zustimmt, dass die Eltern mit ihrem Kind in eine eigene Wohnung ziehen. Dann, wenn die Gründe des Jugendamtes ihn überzeugen, dass in einem solchen Fall von einer Kindeswohlgefährdung auszugehen wäre. Muss aber auch nicht sein - er kann auch gegen die Einschätzung des Jugendamtes entscheiden, wenn er die Sorgen nicht teilt.

3. Nein eine Bescheinigung des Krankenhauses ist ein erstes gutes Zeichen, reicht aber für eine generelle Einschätzung nicht aus - siehe oben.

4. Wenn die Eltern sich nicht auf den ANGEBOTENEN KOMPROMISS des Jugendamtes einlassen, erstmal zu den Großeltern zu ziehen und das Jugendamt mit einer Kindeswohlgefährdung rechnet falls sie direkt alleine in eine eigene Wohnung ziehen würden - kann es passieren dass der Säugling in Obhut genommen wird, ja. In diesem Fall muss das Jugendamt dafür jedoch jetzt schon (bzw. vor Entlassungstermin) einen gerichtlichen Beschluss einholen - das Kind in diesem Falle direkt aus dem Krankenhaus heraus in Obhut nehmen zu dürfen.

Ich denke es dürfte nicht zuviel von den Eltern verlangt sein, jetzt zunächst mal, auf den gemachten Vorschlag einzugehen und zunächst zu den Großeltern zu ziehen. Aus Liebe zu Ihrem Neugeborenen müsste das doch möglich sein! Dort können sie ZUSAMMEN auf den Gerichtstermin warten und dort wird dann entschieden wie es weiter geht. Ob sie in eine Mutter-Kind-Einrichtung müssen oder ob der Richter einen anderen Vorschlag macht (ambulante Hilfe) oder ob der Richter einwilligt, dass sie komplett ohne Jugendhilfe-Betreuung in eine eigene Wohnung ziehen.

Wichtig wäre doch jetzt erstmal, dass sie nach dem Krankenhaus zusammenbleiben - das entscheiden jetzt die Eltern!

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Kommentar von vanillakusss
07.11.2015, 21:29

Wirklich eine sehr, sehr gute Antwort.

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Eine Körperbehinderung der Mutter ist noch kein Grund, um eine Kindeswohlgefährdung anzunehmen. So wie du es schilderst, gibt es sehr gute Aussichten, dass die Eltern ihr Kind selber betreuen können und dürfen.

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Kommentar von Waldem4r
05.11.2015, 05:37

Also für mich sind da einige Fragen offen:

Haben die beiden denn inzwischen eine Unterkunft, sind also nicht mehr Obdachlos?

Und wieso ehemalige Betreuerin, was sagt denn der aktuelle Betreuer/ die aktuelle Betreuerin dazu?

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Kommentar von lechocolat
05.11.2015, 09:25

die sind immer noch im krankenhaus. die wohnung ist da wird gemietet zum 15. mit dem jobcenter wurde auch alles geklärt, dass die es übernehmen mit der wohnung. die mutter ist selbst noch bei der mutter angemeldet (sind nicht obdachlos) mit der absprache bis der jugendamt eine passende einrichtung findet sollen die der der mutter bzw oma bleiben. aber was ich mich frage ist es. wenn bis man eine einrichtung findet bei der mutter leben dürfen und danach in eine einrichtung. wieso die nicht in eine eigene wohnung gehen können. deren aussage ist immer "ja die wohnung ist ja noch nicht soweit fertig" aber bis man eine einrichtung findet sollen die bei der mutter bleiben aber sie könnte ja auch bei der mutter bleiden bis man die wohnung fertig macht.

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Jo. Da ist dann über so Themen wie Familienhilfe nachzudenken damit später der Vater arbeiten gehen kann. Halt wenn das Kind entsprechend alt ist. Denn sicherlich hat es noch keinem einzigen Kind geschadet gerade in der ersten Lebenszeit beide Elternteile zu erleben. Gegenteilige Nachweise von Fachmenschen gibt es massenweise. Wir brauchen sie nur zur Kenntnis zu nehmen. 

Bitte rufe die Seite Wikipedia auf. Gebe da in die Suchmaske Jugendamt ein. Dann lese den ganzen Artikel und öffne auch alle im Text stehenden Links. Mache Dir Notizen. Wissen ist Macht. 

Für den Fall dass es zu lösende Aufgaben gibt: Es gibt diese Seite wo sehr kompetente Menschen zu erreichen sind 

https://www.nummergegenkummer.de/cms/website.php

Weiter kann es sehr viel Sinn machen wenn die Mutter Mitglied in einem Sozialverband wird. Ihr stehen manche Unterstützungen zu damit sie ihr Grundrecht auf Mutterschaft in Anspruch nehmen kann unter Berücksichtigung des Diskriminierungsverbots welches ebenfalls im Grundgesetz steht. Der Beitrag ist gering. Es macht Sinn vor einem Beitritt schriftlich anzufragen ob sie so einen Fall auch vertreten wollen und können. 

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Kommentar von vanillakusss
06.11.2015, 05:18

Okay. Beide Eltern kümmern sich um das Kind. Und wer sichert den Lebensunterhalt der Familie? Na?

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Ich finde es traurig den beiden das Kind wegnehmen zu wollen. Außer dir ist anscheinen jeder überzeugt. Du hast nicht geschrieben warum sie behindert ist. was ihr denn fehlt. Anscheinend ist es so, dass sie das Kind versorgen kann. Auch das Jobcenter hat ne Wohnung gesucht und war nicht dagegen. Du bist einfach nur gemein

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Kommentar von lechocolat
05.11.2015, 03:59

sie ist seit ihr geburt körperlich behindert. sie selber kann alleine einige sachen nicht machen wie zum b. das baby aus dem bett zu nehmen aber da ist ja der vater da. die arbeiten zusammen also die beide pflegen das kind

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Kommentar von vanillakusss
05.11.2015, 04:12

Ghasib, weißt du was es heißt, ein Baby zu versorgen? Auch, dass man das Geld für das Versorgen verdient!

Hat man das nicht und auch keine Wohnung, setzt man keine Kinder in die Welt.

Ich hoffe doch sehr, dass das Jugendamt da richtig mitmischt und zur Not (die ist ja schon da), das Kind in eine Umgebung bringt, die gut ist. Egal ob mit der Mutter oder nicht, Hauptsache dem Kind geht es gut.

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Kommentar von Paguangare
05.11.2015, 05:12

Niemand will den Eltern das Kind wegnehmen. Und die Fragestellerin ist überhaupt nicht gemein, sondern sehr bemüht und hilfsbereit.

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