Jobcenter erkennt notwendige Ausgaben bei Buchführung nicht an und will Leistung streichen was nun?

12 Antworten

Wenn du auf die Zuschüsse angewiesen bist, solltest du größere Investitionen im Vorfeld mit der Arbeitsagentur abstimmen. Investition werden demnach (unabhängig von der steuerlichen Absetzbarkeit) nur als Ausgaben anerkannt,
wenn sie notwendig und angemessen sind. Du solltest daher vielleicht zunächst noch einmal die Notwendigkeit der Anschaffung darlegen.

http://www.akademie.de/wissen/alg-ii-selbststaendigkeit?page=2

Die Buchhaltung mit entsprechenden Ausgaben müssen die aber anerkennen. 

Wenn die Verbuchung ok war mit entweder Geringfügigen Wirtschaftsgütern sowie sofortiger AfA Abschreibung sind das Kosten, die Deinen Gewinn schmälern

Oder ist ist dem Konto 0490 etc zugerechnet als Investitionsgut mit den AfA am Ende des Jahres.

Das sind Ausgaben. Natürlich sind die nicht begeistert, so mußte mein Kumpel monatlich eine EÜR vorlegen bei der Arge.

Du kannst das Notebook ja mit 33% AfA abschreiben, dann verringert das den Gewinn wieder am Ende des Jahres.

Widerspruch einlegen. Notfalls Steuerberater einschalten, Dienstaufsichtsbeschwerde.

Auch mit Beratungshilfe

Allgemein sind die Jobcenter woll nicht begeistert, wenn man nebenbei ein Gewerbe anmeldet. Manchmal soll sogar versucht werden, das von Anfang rechtswidrig zu verhindern.

Ein Grund dafür könnte sein, dass das Ganze für die Sachbearbeiter zu mehr Arbeit führt. Zudem ergeben sich dann viele Tatbestände,die von der Rechtsprechung noch nicht genügend geklärt sind. Und es ergeben sich Tatbestände, die so verwinkelt sind, dass sie grundsätzlich schwer zu sortieren sind.

Ausserdem haben die meisten Sachbearbeiter von betriebswirtschaftlichen Dingen nicht den blassen Schimmer; und sind von daher gar nicht in der Lage, das ganze richtig zu prüfen.

Meines Erachtens ist es so, dass alles, was steuerlich anerkannt wird, auch von den Sozialbehörden anerkannt werden muss; ansonsten unterläge das ganze der reinen Willkür der Sozialbehörden, weil die Sozialbehörden haben in der Sicht keine eigenen Vorschriften meines Wissens.

Aber es dürfte wohl kein Geheimnis sein, dass bei den Sozialbehörden zum grossen Teil die reine Willkür an der Tagesordnung ist.  Die Sachbearbeiter werden regelmässig vorher wohl wenig Lust und Zeit haben mit den Leistungsbeziehern abzuklären, was im Rahmen der Selbständigkeit alles möglich ist, und was nicht möglich ist. Von daher ist es doch schon vorprogrammiert, wenn ein Sachbeabeiter nachher behauptet, er könne irgendetwas nicht anerkennen, weil das von vorneherein nicht genehmigt war. Ansonsten soll der Sachbearbeiter sich mal auf die entsprechenden gesetze und Rechtsprechung beziehen. Meines Erachtens alles vorgromammierte Willkür.

Nach meiner Erfahrung muss man bei den SozialGerichten auch sehr  vorsichtig sein. Das kommt sicherlich auch drauf an, wie gut die behörde mit dem entsprechenden Richter kann.

Desweiteren können selbst Streitigkeiten im Eilverfahren zwei Jahre dauern. Und viele Behörden sollen sich nicht davor scheuen, einen Prozess wegen demgleichen Sachverhalt x-mal hintereinander zu verlieren. Währenddessen ergeben sich für die Behörden viele andere Möglichkeitenn, den Leistungsbezieher mit sinnlosen bzw. rechtswidrigen Verwaltungsakten zu terrorisieren. Wenn die Behörde in der Angelegenheit nicht will, sollte man ein bisschen vorsichtig sein, und die nicht übermässig ärgern, da kommt oft der Bumerang.

Nächstes Problem ist, wenn man zum Anwalt rennt. Bei manchen anwälten kann man zusätzlich noch die eine oder andere Überraschung erleben

Eine andere Möglichkeit ist, wenn man ein bisschen Ahnung hat, macht man das das selber. Wenn man sich dann noch ein bisschen Zeit nimmt, und denen neben den üblichen schweren  formalen Fehlern (z.B Verrechnungen ohne bestandsmässige Forderungen) jeden kleinen formalen  Fehler (z.B. falsches Datum im Schreiben  genannt) vorkaut, wird das für die Sozialbehörden regelmäßig  zum ultimaten Supergau. Bei den Optionskommunen z.B. muss dann der ganze Schriftverkehr und die entsprechenden Akten unter drei verschiedenen SozialBehörden ausgetauscht werden, und zusätzlich noch an das Gericht geschickt werden.  Und die Fahrten zum gericht sind auch sehr lästig.

Hallo "berndcleve",

... Deine Darlegungen und Kommentare sind sehr interessant und aufschlussreich! Dadurch habe ich einiges neu erfahren und dazu gelernt. Weiter so!

Vielen Dank u. herzliche Grüße von mir.

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@Rasolnikow

Die steuerliche  Gewinnermittlung ist jährlich. Die Abrechnung der Sozialbehörden erfolgt aber monatlich.

Jetzt
ist in der Tat das Problem, dass die steuerliche Absetzbarkeit für die
Sozialbehörden noch nicht feststeht, sie aber vorab schon mal darüber
entscheiden müssen. Aber selbst wenn das ganze  Notebook über 3 Jahre
abgeschrieben wird, sind das noch keine 20 Euro pro Monat. Ich kann
jetzt nicht erkennen, dass die Buchhaltung dadurch extrem ins plus
steigen sollte.

Ausserdem sieht man  hier schon mal das grundsätzliche
Problem bei der Selbständigkeit. Die steuerliche Gewinnermittlung der
Abschreibung ist eine jährliche Aufwandsrechnung, die Abrechnung der
Sozialbehörden aber eine monatliche Zahlungsrechnung. Und diese beiden
verschiedenen Rechnungen ineinander zu überführen ist grundsätzlich
nicht immer eindeutig möglich. Es können sich dadurch immer wieder
Probleme ergeben, die strittig sind und gewissen
Interpretationsspielräumen unterliegen.

Aber der Sachbearbeiter kann
nicht im Nachhinein die Anerkennung verweigern, dass das vorher nicht
genehmigt war, das ist Unsinn, solche Vorschriften gibt es allgemein
nicht, und hat es hier im speziellen Falle wohl auch nicht gegeben.

Diese
Aussage gibt es dementsprechend wohl auch nur mündlich, wird man
abwarten, ob man sowas auch schriftlich bekommt. Man hat jetzt noch
nicht mal was schriftliches, wo man Widerspruch einlegen könnte,
gleichzeitig aber  ein Anhörungsverfahren.

Steuerlich wird man das regelmäßig anerkannt bekommen, wenn man insgesamt die Kirche im Dorf lässt. Mal abgesehen davon wird man bei online Tätigkeiten wohl regelmäßig einen Computer brauchen.

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