Ist es eine Straftat, wenn man eine fremde Gartentür absichtlich aufmacht, und dadurch die Hunde wegrennen?

11 Antworten

Eine fremde Gartentür aufzumachen, die nicht abgeschlossen ist, ist im Grenzbereich eines Hausfriedensbruchs, aber wird sicher noch nicht als Straftat verfolgt.

Eine fremde Gartentür aufzumachen, die nicht abgeschlossen ist und wo man weiß, dass Hunde Garten sind, die die Gelegenheit zum Verlassen des Gartens nutzen könnten, ist genauso im Grenzbereich, aber bestimmt für sich noch keine Straftat.

Verlassen die Hunde aber den Garten durch die so geöffnete Tür und verursachen z. B. einen Verkehrsunfall oder sie fallen Menschen an und fügen ihnen Verletzungen zu, wird daraus eine Straftat. Zum Beispiel fahrlässige Körperverletzung oder je nachdem, wie gefährlich die Hunde sind und wieviel Absicht nachgewiesen wird, vielleicht sogar vorsätzliche Körperverletzung.

Also nicht das Öffnen der Tür für sich, aber die Folgen, die daraus entstehen können, sind das Gefährliche.

Neben der strafrechtlichen Verfolgung hätte man dann vielleicht auch noch zivilrechtliche Folgen, nämlich Schadensersatz und ggf. Schmerzensgeld in großer Summe. Eine Versicherung würde nämlich nicht bezahlen.

Verlassen die Hunde aber den Garten durch die so geöffnete Tür und verursachen z. B. einen Verkehrsunfall oder sie fallen Menschen an und fügen ihnen Verletzungen zu, wird daraus eine Straftat.


Für die Hunde haftet der Halter und nimand sonst. Und eine Straftat wird daraus so schnell nicht.

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@Bitterkraut

Für Hunde gilt die Gefährdungshaftung,nicht die Verschuldenshaftung. .h. der Halter ist immer verantwortlich und die Versicherung würde auch zahlen und evtl. aber vermutlich vergeblich versuchen, sich das Geld vom Türöffner wiederzuholen.

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@Bitterkraut

Ich bin kein Jurist und wenn der Hundehalter versichert ist, magst Du recht haben. Aber darin sind wir uns einig, dass die Versicherung von demjenigen, der absichtlich die Tür geöffnet hat, um die Hunde raus zu lassen, ggf. Regress fordern würde.

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@bwhoch2

Ich bin auch kein Jurist, aber Hundehalter. Die Gefährdungshaftung für Tierhalter kann man googeln.

Die Versicherung von demjenigen, der die Hunde rausläßt ist gar nicht in der Pflicht, zunächst ist der Halter in der Haftpflicht, er hat seine Hunde zu sichern, selbst, wenn jemand den ganzen Zaun abreißt. Selbst wenn mein Hund einen Einbrecher beißt, hafte ich dafür und nicht der Einbrecher.

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@Bitterkraut

Meine Antwort ging dahin, dass es sich bei der Fragestellerin um jemand handelt, die fremde Gartentüren öffnen will. Wer das vor hat, sollte schon wissen, dass das auch Folgen haben kann.

Jemand dessen Gartentür von fremden geöffnet wird, sollte dahin gehend Vorsorge tragen, dass sie weder von Fremden noch von den eigenen Hunden geöffnet werden kann. Also abschließen. Denn bei einer Anzeige würde man auch sofort gefragt, warum man denn nicht abschließt.

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@Bitterkraut

Da hast Du schon recht und die Versicherung demjenigen der Hunde rausläßt, wird sowieso jede Haftung dafür ablehnen, da es sich um ein Ereignis handelt, das gar nicht mit der Versicherung gedeckt ist.

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@bwhoch2

Angeblich, lt.eines Kommis weiter unten, war die Tür jeweils abgeschlossen... Dann hätten wir eine Straftat, Sachbeschädigung. Für die Hunde haftet aber weiterhin der Halter

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Hallo,

nachdem ich alles gelesen habe, gehe ich davon aus, dass es sich um eure Gartentüre handelt und diese von "Unbekannt" bereits zum 2.x geöffnet wurde. In diesem Fall solltet ihr auch prüfen, ob nicht einer der Hunde die Türe öffnen kann!?

Ihr solltet dafür sorgen, dass die Gartentüre verschließbar ist und nur noch von Euch geöffnet werden kann. Somit wird jegliche Gefahr ausgeschlossen und die Hunde können nicht mehr weglaufen!

Liebe Grüße Bigmac :)

Danke für deine Antwort! :)
Jedoch denke ich nicht, dass sie es öffnen können, es geht ziehmlich streng und sie reichen auch nicht bis zum Türgriff. :)

Es ist doch unmenschlich wenn jemand sowas macht..

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@Katie456

... leider gibt es immer wieder seltsame Menschen :(

Ihr könnt ja im Baumarkt so einen billigen, lauten Türalarm kaufen und an der Gartentüre anbringen. Die gibt es schon um 5-10 Euro. Wenn die Türe dann das nächste Mal geöffnet wird und die Sirene angeht, müsst ihr rasch hinaus laufen, um zu sehen, was los ist bzw. wer das ist :)

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@Katie456

Wie kann denn jemand unbemerkt das Schloß aufbrechen? Schlagen die Hunde nicht an, wenn sich jemand länger am Tor zu schaffen macht? Laß die Hunde einfach nicht allein im Garten.

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@Bitterkraut

War das nur ein kleines Vorhängeschloß? Komisch! Gut, ich habe das Problem nicht, weil mein Hund jeden Unbekannten meldet. Aber ich würde mir sofort zusätzlich zum Türalarm einen Bewegungsmelder mit Kamera installieren, denn das wäre mir zu unheimlich!

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Wie viele hier schon geschrieben haben haftet in erster Linie der Hundehalter sofern es sich nicht um Nutztiere handelt die seinem Lebensunterhalt dienen. (Hundezucht, Hütehund bei der Schaafsherde, etc.)

Aber er haftet entgegen der Meinungen hier nicht allein, der Verursacher trägt eine Mitschuld:

§ 254 BGB

(1) Hat bei der Entstehung des Schadens ein Verschulden des Beschädigten mitgewirkt, so hängt die Verpflichtung zum Ersatz sowie der Umfang des zu leistenden Ersatzes von den Umständen, insbesondere davon ab, inwieweit der Schaden vorwiegend von dem einen oder dem anderen Teil verursacht worden ist.(2) Dies gilt auch dann, wenn sich das Verschulden des Beschädigten darauf beschränkt, dass er unterlassen hat, den Schuldner auf die Gefahr eines ungewöhnlich hohen Schadens aufmerksam zu machen, die der Schuldner weder kannte noch kennen musste, oder dass er unterlassen hat, den Schaden abzuwenden oder zu mindern. Die Vorschrift des § 278 findet entsprechende Anwendung.

Nachtrag: Gefährdungshaftung schließt nicht automatisch eine Mitschuld aus.
Der Beschädigte darf sehr wohl auch Ansprüche gegen den Mitschuldner richten.
Ebenso darf der Schuldner den Mitschuldner in Regress nehmen.

Der Hafter nach Gefährdungshaftung kann nur den Beschädigten nicht auf den Mitschuldner verweisen.

Nachtrag 2: Der Türöffner macht sich zwar durch das öffnen der Tür mitschuldig, aber allein die Tatsache, dass er den Hundehalter nicht über die entlaufenen Hunde informiert begründet eine Mitschuld. (Mitschuld fällt natürlich höher aus, wenn man auch noch beweisen kann, dass er/sie die Tür vorsätzlich geöffnet hat.)

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