Ist es ein Mythos das man mit Kraftausdauer Training keine Muskeln aufbauen kann?

7 Antworten

Hallo LooseCannons!

Das ist tatsächlich ein Mythos. Kraftausdauertraining baut tatsächlich Muskeln auf aber gleich 2 Arten. Weiße und rote.

Weil der Text so gut passt zitiere ich mal netzathleten.de :

Die roten Muskelfasern Ihren Namen haben die Muskelfasern aufgrund ihres Myoglobingehalts. Das Myoglobin ist ein Protein, das in der Zelle Sauerstoff von der Zellwand zu den Mitochondrien transportiert. Je mehr Myoglobin, desto besser funktioniert der Sauerstofftransport in der Zelle und desto dunkler werden auch die Muskelfasern.<
Die roten Muskelfasern sind deutlich dünner als die weißen. Sie werden nerval um einiges langsamer angesteuert. Die Nerven senden nur rund 10-20 Aktionspotentiale/sek aus, die eine Kontraktion der entsprechenden Muskelfasern hervorruft. Dadurch sind die Kontraktionen langsamer, halten aber länger an. Die Muskeln verbrauchen weniger Energie als die roten Muskelfasern. Ihre Energie bekommen die ST-Fasern durch Oxidation, die Energiebereitstellung ist also aerob mit Sauerstoff.<
Die Versorgung mit Sauerstoff kann leichter aufrechterhalten werden, als bei einer alternativen Energieversorgung. Außerdem haben die roten Muskelfasern sehr viele Kapillare um sich herum aufgebaut, was die Zufuhr mit Sauerstoff vereinfacht. Die Typ-1-Fasern können somit über einen deutlich längeren Zeitraum arbeiten, bevor sie ermüden. Ausdauersportler haben daher einen deutlich höheren Anteil an roten Muskelfasern.<
Die weißen Muskelfasern Das genaue Gegenteil sind die weißen Muskelfasern, die man in verschiedene Unterrubriken einteilen könnte. Sie sind deutlich dicker, können deutlich mehr Kraft entwickeln und werden vergleichsweise von schneller leitenden Nerven angesteuert. Die Frequenz ist mit 40 Aktionspotentialen/sek viermal so hoch wie bei den roten Muskelfasern. Dadurch können sie deutlich schneller kontrahieren, benötigen dafür aber auch sehr viel mehr Energie. Diese beziehen sie überwiegend durch die Glykolyse, die Energieversorgung ist also anaerob ohne Sauerstoff. Bei dieser Energiebereitstellung entstehen auch die typischen Stoffwechsel-Abfallprodukte wie Laktat. Bei einer hohen Belastung ermüden die Muskelfasern sehr schnell. Daher können die FT-Fasern nur kurze Zeit ihre volle Kraft entfalten. Sprinter haben einen hohen Anteil an den weißen Muskelfasern.<

Ein Training der Kraft - Ausdauer sehe ich ab 15 Wiederholungen aufwärts. Bedeutet eine Verbesserung der Energiebereitstellung und somit größere Ausdauer bei leichten Belastungen.

Macht auch Muskeln und ist ausdrücklich gesund

Schönen Sonntag

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Viele Jahre Bundesliga Gewichtheben/Studium

Auch mit Kraftausdauertraining kann man über das Trainingsvolumen Muskelaufbau erreichen.

Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Erfahrungen im Functional Training, Step-Aerobic, Radsport
Von Experte kami1a, UserMod Light bestätigt

Klingt, als wären da zwei Dinge vermischt worden. Der Mensch hat zwei verschiedene Arten Muskeln. Das tiefsitzende rote Muskelgewebe, recht klein und für die Schnellkraft zuständig, und das außen sitzende weiße Muskelgewebe, groß und für die Kraft zuständig.

Jetzt ist es so, dass bestimmte Sportarten bestimmte Muskelgruppen triggern und andere gar nicht gebrauchen können und dass auch der Stoffwechsel eine große Rolle spielt.

Ein Läufer zum Beispiel hat gut trainierte rote Muskeln, aber sonst nix am Körper. Jedes Gewicht ist überflüssig, weiße Muskeln sowieso. Ein Läufer trainiert nicht an der Hantelbank oder an der Beinpresse, diese Muskeln wären für ihn hinderlich. Zudem wird er jedes Gramm Fett am Körper meiden wie der Teufel das Weihwasser und deshalb wenig essen, und jetzt kommt der Stoffwechsel ins Spiel: Größter Feind des weißen Muskelgewebes sind Kaloriendefizit (hormonell: Hungersnot) und Ausdauersport (Hormonell: Weglaufen vor Fressfeind). Die weißen Muskeln sind in der Situation nur unnötige Verbraucher, zeitgleich aber wertvolle Energiequellen. Plus, Muskeln wollen gefordert werden, damit sie bleiben oder gar wachsen.

Also Ausdauersport ist schlecht für die Muskeln, aber gut für Herz und Lunge. Sollte deshalb auch regelmäßig gemacht werden, aber im stetigen Wechsel mit Kraftsport, wenn man auf ein gesundes Leben und nicht nur auf das Ziel einer Disziplin wie Laufen aus ist.

Kraftsport ist gut für die Muskeln, das brauche ich wohl nicht zu erklären.

Jetzt kommt dieses komische Ding namens Kraftausdauersport. Hier wird gefordert, immer wieder und wieder oder auf lange Zeit haltend eine Kraft aufzubringen. Und was bewirkt das?

Das gleiche, wie Kraftsport, nur etwas anders. Wenn ein Muskel erschöpft ist und diese legendären Microverletzungen hat, dann baut er neue Muskelmasse auf. Wie man das erreicht, ist egal. Hauptsache erschöpft. Klar, es gibt bestimmte Satzlängen im Kraftsport die, gesetzt man hat das richtige Gewicht, dass nach dem letzten Zug des Satzes nichts mehr geht, besonders gute Wirkung für ein bestimmtes Ziel (wie 12-10-8 für Muskelaufbau, 4-3-2-1 für Muskelverdichtung etc.) haben, aber immer dann, wenn man Muskeln in die Erschöpfung bringt, durch einen gewissen Kraftaufwand über eine bestimmte Zeit (also auch bei typischem Kraftausdauersport wie Klettern oder Rudern), dann baut man Muskeln auf. Zwar vielleicht nicht so viele, wie mit den Standard 12-10-8 Sätzen, aber sehr leistungsstarke, ausdauernde Muskeln.

Schau dir doch dazu einfach etwas über die Wirkung von Kreatin und Glycin an, meinetwegen auch noch Taurin. Da musst du gar nicht mehr solche mystischen Fragen stellen. 😀

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – traditionelle Mittel sinnvoll angewandt

Niemand sagt, dass man damit keine Muskeln aufbauen würde. Es ist nur nicht der effizientere Weg, um Muskeln aufzubauen

Was möchtest Du wissen?