Ist eine Kernfusion eine physikalische Reaktion, ein physikalischer Vorgang oder gar eine chemische Reaktion?

6 Antworten

Moin,

chemische Reaktionen spielen sich unter Elektronen in der Atomhülle ab und verändern die Elektronenkonfigurationen der beteiligten Atome. Schon Dalton sagte, dass bei chemischen Reaktionen keine Atome zerstört oder neue entstehen können.

Da bei einer Kernfusion (genau wie bei einer Kernspaltung) neue Atome gebildet werden, also dabei die Atomkerne betroffen sind, handelt es sich hierbei um keinen chemischen, sondern einen physikalischen Vorgang.

LG von der Waterkant.

Nach meinem Verständnis ist das ein physikalischer Vorgang, im speziellen eine physikalische Reaktion.

Nämlich die Reaktion auf das Zusammenführen zweier Kerne.

Dieser Bereich gehört zu beiden Disziplinen der Naturwissenschaft. Deshalb kann man sagen, sowohl als auch.

Wir reden ja auch von Kernchemie und von Atomphysik, was völlig identisch ist. Es waren übrigens Chemiker, denen die erste Atomspaltung gelangte.

Die Transmutation, d. h. die Umwandlung von Elementen war ein Ziel der Alchimisten, den Vorgängern der Chemie.

Das würde ich nicht unterschreiben wollen, obwohl ich kein Chemiker bin:

  • Kernchemie befasst sich mit der Analytik radioaktiver Elemente
  • Atomphysik mit der Elektronenhülle und deren Eigenschaften
  • die Kernphysik mit der Struktur von Atomkernen und deren Eigenschaften

Die Kernchemie beschäftigt sich aber nicht primär mit Kernen.

Atomphysik ist auch nicht Kernchemie, das sind ja völlig verschiedene Dinge wie Astronomie und Raumfahrt, die zwar irgendwie miteinander zu tun haben, aber doch etwas ganz anderes im Fokus haben...

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@michiwien22

Dann wissen die Menschen am Institut für Kernchemie der Universität Mainz nicht was sie zu machen haben. Sie betreiben mit dem TRIGA Mark II Reaktor ein Forschungsgebiet das nur den Atomphysikern zusteht

http://www.kernchemie.uni-mainz.de/

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@Karl37

Naja...es heißt ja nicht, dass "Kernchemiker" nicht an einem TRIGA Mark-II Reaktor arbeiten dürfen. Was hat das aber mit Atomphysik zu tun?

Forschung ist fast immer fächerübergreifend. Was meinst du mit "zu machen haben" oder "zusteht" ? Jeder kann machen was er will, solange es jemanden gibt, der es bezahlt und am ende des Tages gute Veröffentlichungen herauskommen. 

Ein Kernphysiker ist für mich (und wohl für die meisten anderen hier) jemand, der Kerne physikalisch untersucht - ob experimentell oder theoretisch. Das machen die Leute am von dir genannten Institut aber nicht: Sie wenden spektroskopische Methoden und Kernumwandlungen an, um Kerne zu identifizieren und um Nuklide herzustellen. Hier geht es eher um Isotopen-Messtechnik und Analytik: daher auch der Ausdruck "Kernchemie".

Reaktorphysik ist einmal definitiv nicht ein Teilgebiet der Atomphysik, sondern ein Teilgebiet der Kernphysik. Jemand der einen Reaktor lediglich für seine Arbeit benutzt, muss weder Kernphysiker noch Atomphysiker sein: Ich selbst arbeitete selbst ca 5 Jahre an einem TRIGA Mark-II und mein Gebiet war Festkörperphysik. Mit Kernphysik hatte ich nichts am Hut (außer dass ich darin einige Prüfungen machen musste).

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@Karl37

Ich denke du bringst durcheinander:

  • die Fachrichtung in der Wissenschaft
  • die Berufsbezeichnung

Ein Chemiker kann sich durchaus hauptberuflich mit Kernphysik befassen. Niemand hindert ihn daran. Kernphysik bleibt aber Kernphysik, Atomphysik Atomphysik und Chemie Chemie.

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@michiwien22

Ich weiß nicht, warum man hier so penibel einen Unterschied ausmachen will. Im Bereich Kernspaltung und Fusion überschneiden sich die Physik mit der Chemie, sofern man historische Definitionen anwendet.

Bei chem. Reaktionen entstehen neue Stoffe mit neuen Eigenschaften.

Die Physik beschäftigt sich mit Energien und Änderungen, der Stoff bleibt als solcher erhalten.

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@Karl37

Wir reden ja auch von Kernchemie und von Atomphysik, was völlig identisch ist. 

mich hat das gestört. Ansonsten gebe ich dir Recht...

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