Ist der Sozialismus besser als der Kapitalismus?

12 Antworten

Sozialismus legt Wert auf Gleichheit und Gerechtigkeit und zielt darauf ab, die Ressourcen einer Gesellschaft gleichmäßig zu verteilen. Dies kann dazu beitragen, soziale Ungleichheiten zu verringern. Allerdings kann es in einigen Fällen die individuelle Freiheit und das Unternehmertum einschränken.

Kapitalismus hingegen betont Freiheit und individuelle Rechte. Er ermöglicht es den Menschen, Unternehmen zu gründen und zu führen, und belohnt Innovation und Effizienz. Dies kann jedoch auch zu sozialer Ungleichheit führen, da nicht alle Menschen die gleichen Chancen und Ressourcen haben.

Quelle : Internet

Es ist wichtig zu beachten, dass viele moderne Gesellschaften Elemente beider Systeme nutzen, um eine Balance zwischen Gleichheit und Freiheit zu erreichen. Es gibt kein “einheitsgröße” Wirtschaftssystem, das für alle Länder und Kulturen gleichermaßen gut funktioniert. Es hängt von vielen Faktoren ab, einschließlich der Geschichte, Kultur, natürlichen Ressourcen und dem politischen Klima eines Landes. Es ist auch wichtig, dass die Bürger in der Lage sind, ihre Meinung frei zu äußern und an der Gestaltung der Wirtschaftspolitik ihres Landes teilzunehmen

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Sehr oberflächlich aber korrekt.

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In mancher Hinsicht ja.

Es ist eine friedliche Gesellschaftsordnung, nach innen und nach außen. Es gibt nicht die große Schere zwischen Arm und Reich, soziale Verelendung ist kein Thema, der Staat kümmert sich um alles und jeden.

Leider entspricht das offenbar nicht dem Wesen des Menschen. Er legt Wert auf individuelle Freiheit, und er will auch gern etwas besitzen. Das treibt ihn an und macht das ganze System wirtschaftlich erfolgreicher. Nicht umsonst brauchte es einiges an Indoktrination, Kontrolle und Abschottung, damit die sozialistischen Staaten überhaupt funktionierten.

Wie gesagt, man kann es bedauern. In der konkreten Ausprägung, wie wir den Sozialismus erlebt haben, wünsch ich ihn mir aber auch nicht zurück.

Nein, zumindest wenn man darauf bedacht ist, den Wohlstand (u.a.) zu steigern und gut und effizient zu wirtschaften. Denn der Kapitalismus, d.h. exklusive Privateigentumsrechte an den Produktionsmitteln, als Freie Marktwirtschaft kann Wohlstand am besten erschaffen, während der Sozialismus unter dem Kalkulationsproblem leidet, was durch fehlende Preise Wirtschaften unmöglich macht.

Die Widersprüche und katastrophalen Folgen des Kapitalismus sind heute so aktuell wie vor hundert Jahren. Kapitalismus bedeutet Armut, Ausbeutung, Diskriminierung, Imperialismus, Krieg und Umweltzerstörung, er führt durch seine eigenen Dynamiken zwangsläufig zu Wirtschaftskrisen und er dringt in jeden Bereich unseres Lebens ein, um ihn zur Ware zu machen - alles für grenzenloses Wachstum zugunsten einer kleinen Minderheit.

Die Alternative ist eine bedürfnisorientierte Wirtschaft, die auf demokratischer Planung und Gemeinbesitz beruht. Nicht anderes sind Sozialismus und Kommunismus. Für die absolute Mehrheit der Menschheit, die im Kapitalismus ausgebeutet und unterdrückt wird, wäre der Sozialismus natürlich eine bessere Alternative als das derzeitige kapitalistische System. Ein objektives Interesse an der Erhaltung des Kapitalismus hat hingegen nur die kleine Minderheit von kapitalistischen Unternehmern, die vom derzeitigen System profitiert.

Gerade weil diese Klasse der Kapitalisten aber die wirtschaftliche und gesellschaftliche Macht auf sich konzentriert, hat sie auch die Möglichkeiten, unter der breiten Bevölkerung Rechtfertigungen für ihre privilegierte und herrschende Stellung zu streuen, mit anderen Worten Ideologie und Propaganda zu verbreiten. Mit kapitalistischer Ideologie ist man z.B. in der Schule oder in den Massenmedien ständig konfrontiert und auch viele der übrigen Antworten hier geben solche Vorstellungen wieder, wie z.B. folgende:

  • dass der Kapitalismus Leistung belohnen würde und jeder reich werden könnte, wenn er sich nur genügend anstrengt. Tatsächlich basiert immenser Reichtum nicht auf der eigenen Arbeit, sondern auf der Ausbeutung der Arbeit anderer Menschen. Die Chance, tatsächlich aus bescheidenen Verhältnissen in den Club der Reichen aufzusteigen, ist verschwindend gering, trotzdem bringt diese Aussicht viele Leute dazu, sich selbst mit ihren Ausbeutern zu identifizieren und aus diesem Grund z.B. Vermögenssteuern abzulehnen, obwohl sie selbst davon profitieren würden.
  • dass der Kapitalismus schon immer existiert hätte und der menschlichen Natur entsprechen würde - hat er nicht und tut er nicht. Kapitalismus und mit ihm profitorientiertes Wirtschaften und Lohnarbeit sind in Europa erst seit wenigen Jahrhunderten vorherrschend und wurden in anderen Erdteilen noch später eingeführt. Die menschliche Natur ist eben nicht festgelegt, sondern wird von den gesellschaftlichen Bedingungen geformt. Im Kapitalismus werden Eigenschaften wie Gier und Egoismus stärker an die Oberfläche gekehrt und gefördert als Solidarität und Kooperation, zu denen der Mensch ebenfalls fähig ist. 
  • dass Kommunismus mit stalinistischer Diktatur gleichzusetzen ist - ist er nicht. Die Oktoberrevolution in Russland erzeugte eine bisher noch nie dagewesene Form der Rätedemokratie, Umverteilung des Reichtums und Rechte für Frauen und nationale Minderheiten. Dass diese Errungenschaften nicht von Dauer waren und die Rätedemokratie durch die stalinistische Diktatur abgelöst wurde, war nicht eine unvermeidbare Folge des kommunistischen Programms, sondern der spezifischen damaligen Bedingungen, d.h. der Armut Russlands, der Zerstörung und Entvölkerung des Landes nach Welt- und Bürgerkrieg und der globalen Isolation nach dem Scheitern der Revolutionen in den stärker industrialisierten Ländern wie Deutschland. Die kapitalistischen Großmächte haben durch den Versuch, die junge Sowjetunion militärisch zu zerschlagen, selbst ihren Teil dazu beigetragen, sie zu einem autoritären Staat umzuformen.
  • dass der Kapitalismus sich bändigen lassen würde, z.B. in Form einer "sozialen Marktwirtschaft". An den grundlegenden Spielregeln und Widersprüchen ändert auch ein Grundmaß von sozialer Absicherung nichts, dadurch kann die Zunahme der Ungleichheit nur verlangsamt werden, aber nicht aufgehalten oder umgekehrt, und auch Krisen und imperialistische Kriege bleiben unvermeidlich. Zudem sollte man sich vor Augen führen, dass alle sozialen Regelungen durch harte Kämpfe dem Kapitalismus abgerungen wurden und in Momenten der Schwäche der Arbeiterbewegung deshalb auch wieder verloren gehen können, wie es in Deutschland im Zuge des Neoliberalismus seit den 80er Jahren der Fall ist.

Theoretisch ja (nach Max, Engels und Lenin). Praktisch ist es aber langfristig undurchfürbar/oder nur eine gewisse Zeit, versuchsweise, durchzuhalten. Dann ist Feierabend. So war es in der DDR und im Ostblock.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Siehe mein Portrait