Ist der Bremsweg von Autos oder Motorräden kürzer?

5 Antworten

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theorie hin und formeln her. ich, als langjähriger biker mit >670 Mm auf diversen tachos kann euch sagen, dass in der praxis ein auto einem bike beim bremsen überlegen ist.

ein modernes auto kommt bei 100 km/h bei einer vollbremsung mit deutlich unter 40 m bremsweg aus (aktuelle porsche schaffen unter 34 m (!)). das schafft kein normaler biker (selbst rossi hat da probleme). es gibt auch immer wieder die diskussion, ob ein bike mit oder ohne abs schneller zum stillstand kommt (theoretisch ohne, wenn viele faktoren zusammenpassen und der fahrer ein echter profi ist. in der praxis - und vor allem in einer notsituation - gewinnt immer das abs).

die theorie ist die eine seite, die praxis die andere. man kann vieles berechnen. allerdings werden dabei auch viele faktoren nicht berücksichtigt, welche die ergebnisse stark beeinfluissen. nehmen wir nur mal den faktor "mensch". wenn du schreibst "... dass mir einmal fast ein Auto hinten rein gefahren ist, als ich scharf bremsen musste ..." sagt mir das, dass der autofahrer zum einen nicht aufgepasst hat und zum andern degressiv gebremst hat (wie es die meisten pkw- und motorradfahrer machen). d.h. zuerst wird eher zögerlich gebremst, und erst wenn sie merken es wird knapp steigen sie voll in die bremsen. eigentlich sollte es genau umgekehrt sein.

dann wäre da noch der faktor "straßenzustand". wenn ich es schaffe, knapp an der blockiergrenze voll in den eisen zu bleiben habe ich einen bestimmten bremsweg (kann man ausrechnen ;-). ändert sich nach ein paar metern allerdings die reibung (dreck auf der straße, bitumenstreifen, rollsplit, ...) sind die ganzen berechnungen für den a**ch.

um es kurz zusammen zu fassen: ich behaupte, dass der bremsweg eines autos generell kürzer ist! in einer notsituation im besonderen, denn da wird es die meisten biker aufstellen (vor schreck überbremst - eine der häufigsten unfallursachen beim bike) und der großteil der anderen wird, aus angst vor einem sturz, nicht stark genug bremsen und so den bremsweg (deutlich) verlängern. das ist die praxis. die theorie hilft einem in solchen situationen recht wenig.

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hmm, ich hatte in der fahrschule mit auto und mit motorrad vollbremsung gemacht ... beide bremswege waren gleich lang ... allerdings war ich mit dem motorrad 50 km/h schnell und mitm auto 40 km/h ... liegt es also an der qualität des autos/motorrades? oder gilt das, was du sagst, generell?

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@Christoph987

gilt generell. ein moderner mittelklassewagen schafft etwa 9 m/s² (theoretisch sind etwa 9,8 möglich). ein geübter biker schafft 6, ein durchschnittlicher 3-4 m/s². ein rossi etwas über 8. alleine daraus ergibt sich der kürzere bremsweg beim auto.

fraglich aber, ob rossi das außerhalb der rennstrecke auch schafft (wenn er sich nicht langsam an die optimale bremsung herantasten kann).

das immer wieder gebrachte argument mit dem höheren gewicht (mehr masse) beim auto, wie es auch m91arc anführt zählt nicht. bei den heute üblichen bremsen spielt das gewicht keine rolle, da die energie ausreichend in wärme umgewandelt werden kann.

ein paar allgemeine infos zum bremsen mit dem motorrad findest du auf meiner bikerseite:

http://de-cillia.net/bikersplace/fahrtechnik/bremstechnik

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zunehmend werden auch Motorräder mit einem ABS ausgerüstet, so dass man jederzeit unabhängig vom Untergrund VOLL in die Eisen gehen kann

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Hallo, meineserachtens wird bei Motorrädern immer gern ein Effekt vernachlässigt: der mit der Geschwindigkeit stark zunehmende Luftwiderstand.

freilich bei 100km/h wirkt sich der noch nicht stark aus. Um das Bremsverhalten eines Motorrads komplett zu verstehen muss man sich aber auch mal anschaun, was das ganze bei 200km/h macht.

oft wird davon gesprochen dass ein geübter Motorradfahrer selten mehr wie 6m/s2 Verzögerung hinbekommt.

ich hab's mal ausgerechnet: bei 200km/h macht schon der Luftwiderstand eine Verzögerungskraft, die 4-5 m/s2 entspricht. d.h. der Biker muss nichts tun ausser Kupplung ziehen und vielleicht etwas aufrichten, und bremst schon mit mindestens 4 m/s2 - bei Autos sind's da gerade mal 1m/s2 wegen dem wesentlich geringerem Luftwiderstand (und auch der höheren Masse, die in der Formel eine Rolle spielt: F(Luftwiderstand)=ma=rhocwAv^2 / 2).

Wenn man jetzt noch gut am Bremshebel zieht, dann müssten schon viel bessere Verzögerungswerte herauskommen, wie die ständig vom ADAC zitierten 6,5 - und auch bessere wie bei manchem Sportwagen! bei 100 km/h hat sich das ganze aber längst wieder relativiert, weil der Luftwiderstand keine so große Rolle mehr spielt.

vielleicht bestätigt das das "gefühlt bessere Bremsverhalten aus hohen Geschwindigkeiten", das auch ich meine zu kennen ;)

Eigentlich ein Motorrad, weil es weniger Masse zum stehen bringen muss. Als Autofahrer muss man bei einer Vollbremsung halt eine Ausweichmöglichkeit suchen, z.B auf der Autobahn den Seitenstreifen. Als Motorradfahrer könnte man in dem Fall dem Auto eine Ausweichmöglichkeit geben, wenn es noch möglich wäre. ;-)

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ich glaube, da müsste wohl eher der autofahrer dem biker platz machen damit ihm der nicht hinten drauf knallt.

siehe mein beitrag zu theorie und praxis

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