Haben Motorräder kürzeren Bremsweg als Autos?

9 Antworten

Ich nehme mal an, du meinst so ne richtige Vollbremsung. Wenn man das richtig macht, hauts einen auch nicht gleich hin. Je besser / schneller das Motorrad, desto besser sind auch die Bremsen. Und es muss deutlich weniger Masse gebremst werden. Könnte mir also schon vorstellen, dass Motorräder bei gleicher Geschwindigkeit schneller bremsen als Autos

Du sollst es aber wissen, nicht dir was vorstellen, das ist hier keine Quitzshow.

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@Effigies

Das kann nicht genug betont werden!

Ich hab mich noch nie mit dem Auto überschlagen, aber mich schon einige Male mit dem Mottorrad auf die Fressleiste gelegt.

Zum Glück war ich immer feige, und die Restgeschwindigkeit hat nie für ernsthafte Verletzungen gesorgt.

Ein Motorrad ist in jeder Beziehung der schwächere Verkehrsteilnehmen, außer vielleicht in der Leistung pro Masse. Das macht zwar einen Teil des Spaßes aus, darf aber nie zu irgendwelchen Schlüssen verleiten.

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Die Masse ist ja nicht nur träge, sondern sorgt auch für "bessere" Reibung/Haftung am Boden.

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@mememememe

Auch Fakten stehen nicht im leeren Raum.

Ohne Haftung wäre natürlich keine Bremsung möglich.

Und was trägt das zur Beantwortung der Frage bei?

Genau, NICHTS. Von dir bin ich besseres gewohnt.

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Also wäre ein Zug auf Gummiprofilen in einem Meter gestoppt? Das bezweifle ich stark. Klar ist der Widerstand zwischen Reifen und Straße bei einem Motorrad geringer, jedoch spielt die Trägheit eine größere Rolle. Also ja es steht schneller. Genaue Formeln für die Haftreibung der Reifen kenne ich nicht. Also sind meine Angaben ohne Gewähr

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@einfachsoe

Ohne Gewähr werden auch etliche Motorradfahrer getötet, weil die Leute denken, wer schnell beschleunigen/überholen kann, der kann auch schnell ausweichen/bremsen.

Dabei übersehe ich nicht, dass in vielen Fällen, wo der Autofahrer "die Schuld hatte", der Motorradfahrer mit 170 km/h auf der Landstraße unterwegs war.

Ich bin wie wohl nur wenige relativ gleichmäßig zu Fuß, mit dem Fahrrad, auf dem Motorrad, im Auto und mit Bus & Bahn unterwegs gewesen.

Im Straßenverkehr zählen keine Formeln, da zählt Rücksichtnahme.

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Physikalisch betrachtet hängt der Bremsweg von der Geschwindigkeit, der Masse, der Haftreibung der Reifen und des Straßenbelags, und nicht zuletzt von der Reaktionszeit des Fahrers ab. Wenn ein Auto die doppelte Masse wie das Motorrad hat und das Motorrad auf 2, das Auto auf 4 Rädern abgebremst wird, ist der Bremsweg bei gleicher Haftreibung der Reifen und gleicher Reaktionszeit der Lenker gleich - zumindest theoretisch.

Physikalisch betrachtet hängt der Bremsweg von der Geschwindigkeit, der Masse, der Haftreibung der Reifen und des Straßenbelags,

Da hat aber einer in der Schule nicht aufgepasst. Die Masse kommt in der Gleichung nirgends vor, bzw da sie sowohl direkt in die Bremskraft, als auch in die Reibung eingeht kürzt sie sich raus.   

Die Anzahl der Räder hat auf die Reibwertgleichung auch keinen Einfluss.

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@Effigies

Hat Herb was anderes ausgesagt?

Die Konstanz oder Unabhängigkeit der Reibung von der Fläche ist nur eine Näherung.

Genau das hat er sogar betont!

Und so nebenbei, man sollte schon die Näherungen kennen, bevor man sich mit den Feinheiten beschäftigt.

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Willst Du mir einreden, dass ein Fahrrad und ein 3,5 Tonner bei gleicher Anfangsgeschwindigkeit den gleichen Bremsweg haben? Und dass 2 Räder die gleiche Oberfläche und die gleiche Reibung haben wie 4 Räder?

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@Herb3472

Willst Du mir einreden, dass ein Fahrrad und ein 3,5 Tonner bei gleicher Anfangsgeschwindigkeit den gleichen Bremsweg haben?

Nö, der 3,5tonner bremmst viel besser als ein Fahrrad. Das liegt aber nicht an der Zahl der Räder oder dem Gewicht, sondern an der Lage des Schwerpunktes, und den Bremsen.

Und dass 2 Räder die gleiche Oberfläche und die gleiche Reibung haben wie 4 Räder?

Oberfläche nicht, aber Reibung natürlich schon. Erinnerst du dich ned an den Schulversuch mit den Holzklötzchen? Den hat doch jeder gemacht.

http://crysta.physik.hu-berlin.de/~ines/Experimente/VL_3/Haftreibung_wz.pdf

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@Effigies

Nicht Alles, was hinkt, ist ein Vergleich.

Nach dem 1. Newtonschen Gesetz ist die Masse sehr wohl bestimmend für die Trägheit eines Körpers. Je größer die Masse, desto träger ein Körper und somit sein Bestreben, seine Bewegung beizubehalten.

Auch Dein Beispiel mit den Holzklötzchen hinkt, denn dabei ist von ruhenden Körpern die Rede. Wenn man bremst, muss die Bremskraft auf die Straße gebracht werden. Und welche Kraft man aufwenden kann, ohne dass das Fahrzeug durch die Gegend schlittert, ist vom Reifenmaterial, vom Reifenprofil und der Auflagefläche, vom Straßenbelag und von dessen Zustand (trocken, nass, ölig) abhängig.

Deinen Holzklötzchen-Physikunterricht lässt Du also besser dort, wo er hingehört - im Klassenzimmer. Es geht um die Bremskraft, die man auf die Straße bringen kann, und nicht primär um die Haftreibung.

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@Herb3472

Es geht um die Bremskraft, die man auf die Straße bringen kann, und nicht primär um die Haftreibung.

Besser kann man seine Unfähigkeit Zusammenhänge zu kapieren nicht in einen Satz fassen. ;o)

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@Herb3472

Nicht Alles, was hinkt, ist ein Vergleich.

Das werde ich in meine Sprüchesammlung aufnehmen.

Ich bin jetzt seit Monaten nicht Motorrad gefahren, insofern ist mein Eifer etwas verflacht.

Und als Radfahrer hat man nur 2 Feinde, Autofahrer und Fußgänger, niemals Motorradfahrer.
Als Autofahrer nur Autofahrer.
Fußgänger und Radfahrer mangel ich über, wenn sie es drauf anlegen - und ich es nicht verhindern kann.

Als Motorradfahrer kann man dankbar sein, wenn man den Tag überlebt hat, denn da hat man nur Feinde. Mich hat schon mal ein Fahrradfahrer zu Boden geschickt, Fahrerflucht incl.
Da kann man schlecht emotionslos bleiben.

Emotionen sind gut und richtig. Man sollte sie anerkennen und hinnehmen. Die wahren sachlichen Tatsachen klären sich durch die Überzahl der Experten. Da muss man nicht nachhaken.
Und wenn Wissen und Sachlichkeit nicht die Meinungshohheit haben, dann heißt es "beim Abschied leise Servus".

Hier ist das aber nicht in Sicht, also sein gnädig. Wir alle wissen es doch eigentlich.

Versöhnlichen Gruß an beide Streithähne,
սoʇʍəN әɯoɹәԸ sɐաօч⊥

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Effigies Wenn ich im Winter Langlaufen gehe, dann packe ich jedoch lieber meine schmalen Skier ein. Ich denke(!) man kann die Reifen bei der Bremsung nicht so leicht mit dem Klötzchen Schulversuch vergleichen, da es etwas konplexer scheint. Du kannst mich aber gerne aufklären. Die Sache fuchst mich wirklich

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da wirkt sich wohl die spezielle fahrdynamik des motorrades negativ aus. hier mal ein link zu so einem vergleichstest:

http://www.auto-motor-und-sport.de/fahrberichte/auto-gegen-motorrad-fahrdynamik-vergleich-668087.html

allerdings hat das motorrad kein abs, was ein zusätzlicher nachteil sein dürfte. dennoch: die bremswege dürften im endeffekt in derselben grössenordnung liegen, ohne nennenswerte unterschiede.

moderne motorräder haben auch ABS.

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@john201050

ja klar, aber nicht in diesem vergleichstest. lesen UND verstehen hilft, pisa lässt grüssen.

annokrat

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Traum weiter!

In der Zeit, in der ein ABS die Bremsen gelockert hat, nachdem sie zuvor blockierten, liegt man auf einem Motorrad schon ganz gepflegt auf der Seite.

Das spricht nicht gegen ein ABS, aber gegen die Vergleichbarkeit.

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Theoretisch hängt der Bremsweg nur von der Haftreibung ab, die wiederum nur von der Reibwertpaarung Gummi/Asphalt abhängt.

In der Praxis hat das Auto aber wegen des günstigeren Schwerpunktes und der breiten Auflage eigentlich immer die Nase vorne. Durch die Verteilung der Kräfte auf 4 relativ große Auflageflächen die recht weit von einander entfernt sind fallen Störungen wie Schmutz auf der Fahrbahn, Fahrbahnunebenheiten usw einfach weniger ins Gewicht. Beim Motorrad konzentriet sich die ganze Kraft auf eine Gummiflächer nicht größer als eine Zigarettenschachtel. Und da wirkt sich eben jede Bewegung der Federung, jeder Schmutzkrümel, jeder Wassertropfen  auf der Fahrbahn und jede Verwindung im Fahrwerk sofort aus.

Außerdem kann beim Motorrad die dynamische Achslastverteilung über 100% gehen, was bedeutet das das Heck des Motorrades nicht mehr nach unten sondern nach oben beschleunigt wird  => Purzelbaum! 

In der Praxis bedeutet daß, daß die besten Motorräder grade so die 40m Marke (aus 100km/h) unterschreiten, wärend wirklich gute Sportwagen unter 34m liegen.

http://www.zeit.de/2007/41/Stimmts-Bremsweg

-Einen längeren.
Dank vorsichtiger Betätigung der Bremsen um ein blockieren der Räder und den damit wahrscheinlich verbundenen Sturtz zu vermeiden.
Ein (in Motorrädern seltenes) ABS würde hier Abhilfe schaffen.

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