5 Antworten

Eher nicht. Demokratie ist eine Regierungsform. Sozialismus ist die dem Kommunismus vorausgehende gesellschaftliche Entwicklungsstufe in Form einer Gesellschaft, die auf Gleichheit, Solidarität und Gerechtigkeit basiert, in der es keinen Privatbesitz an den wichtigsten Produktionsmitteln, keine Ausbeutung der Arbeiter und keine Bevormundung bei der Güterverteilung mehr gibt. Dies zummindest Nach Marx.

LG

So kann man das nicht sagen. Demokratie an sich gibt es überhaupt nicht. Es gibt Demokratie im Sozialismus, das ist dann eine Demokratie der breiten Masse, wo die Arbeiter über den Betrieb herrschen, das Volk über den Staat usw., also Demokratie auf allen Ebenen;

und es gibt Demokratie im Kapitalismus, also die "bürgerliche", parlamentarische demokratie mit mehreren Parteien, wo man alle 4 Jahre wählen darf aber sich doch nichts ändert. ;)

Für mich ist nur das erstere wirkliche Demokratie, weil im Kapitalismus, egal mit welcher Staatsform, letzten Endes das große Geld die Herrschaft ausübt und nicht das Volk.

Die bürgerliche Demokratie ist natürlich immer noch besser als eine
kapitalistische Diktatur wie z.B. bei den Nazis. Aber eine Vorstufe zum Sozialismus ist sie deswegen noch lange nicht, sondern im Gegenteil ein Instrument, den Kapitalismus am Leben zu halten.

Demokratie, die es in mehreren Spielarten gibt, ist eine Herrschaftsform, nicht jedoch ein Wirtschaftsmodell, daher steht sie auch nicht in einem speziellen Wechselverhältnis zum Sozialismus.

Eine Perspektive, unter der diese Vorstellung einen Sinn machen könnte, wäre, wenn man die (parlamentarische) Demokratie als die Gesellschafts/Regierungsform der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft betrachten würde. Denn eine marxistische Gesellschaftstheorie kann eben nicht nur die wirtschaftlichen Umstände berücksichtigen; sie fokussiert sich vor allem auf die Produktionsverhältnisse, weil sie die Basis für die Organisation der Gesellschaft sind, aber das bedeutet mitnichten, dass sie keine allgemeine Gesellschaftstheorie sein kann oder will.

Eine sozialistische Gesellschaft wäre nach Marx' Geschichtsauffassung die, die nach der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft kommen sollte. Marx und Engels machen im Manifest der Kommunistischen Partei auch klar, dass eben eine solche Gesellschaft nur die Grundlage für eine sozialistische Revolution sein kann (was im Übrigen auch der erste Erklärungsansatz, den man als Marxist wählen würde, um das Scheitern des "real existierenden Sozialismus" zu erklären).

Zusammenfassend: Die Frage ist an sich schon problematisch, weil sich da Dinge gegenüberstehen, die sich nicht auf der gleichen Ebene bewegen (Regierungsform vs. Gesellschaftsmodell) und daher eigentlich nicht vergleichbar sind. Wenn man aber die parlamentarische Demokratie als Regierungsform der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft sehen will (wofür es gute Gründe gibt), dann könnte man diese aber (nach Marx) tatsächlich als Vorstufe einer sozialistischen Gesellschaft sehen.

Nein, Kapitalismus oder Sozialismus bezieht sich auf Ökonomie, nicht auf die Regierungsform Demokratie.
Zudem sollte man Sozialstaat wiederum nicht mit Sozialismus gleichsetzen.
Der Sozialstaat ist eine historische Entwicklung der Verfassungswirklichkeit.
Das dieser keine freiwillige Angelegenheit ist ist die Sozalstaatspflicht in der Verfassung verankert.

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