Ist ADHS eine Behinderung?

6 Antworten

Wir haben in unserer Familie ADHS Betroffene. Ich sehe es als besondere Eigenschaft, nicht als Behinderung. Sie haben einen reichen Gedankenfluss. Wenn es ihnen gelingt, die Prioritätensetzung sinnvoll zu gestalten, und die Verschieberitis zu bekämpfen, können sie im Leben viel erreichen.

ADHS ist eine Behinderung. Punkt.

Je nach Ausprägung schränkt es einen mehr oder weniger im Leben ein, wie auch jede andere Krankheit und Behinderung auf der Welt.

ADHS bleibt bis heute eine unterdiagnostizierte Störung und viele Betroffene, besonders Mädchen und Frauen, erhalten ihr ganzes Leben lang weder Diagnose noch Hilfe. Viele Menschen mit ADHS "maskieren", dabei handelt es sich um eine Bewältigungsstrategie, mit der die störungsbedingten Symptome ausgeglichen werden sollen. Es hilft den Leuten jedoch lediglich weniger in der Gesellschaft aufzufallen und besser in der Gesellschaft zu funktionieren, für sie selbst ist dieses Verhalten allerdings auf lange Sicht eher schädlich. Und da sie dadurch nicht stark negativ auffallen sieht auch keiner von außen, was sie eigentlich durchmachen.

Wo ist das Problem, wenn man auffällt? Ich habe ADHS (zumindest laut verschiedenen Psychologen) und fühle mich frei damit. Natürlich hüpfel ich rum, wurde erst gerade wieder gefragt, ob ich auf die Toilette müsse, aber das spielt keine grosse Rolle, stört mich nicht im Geringsten.

Unter gewissen Umständen war es eine Behinderung. zB in der Schulzeit. Ich kann weder fremdbestummene Autoritäten akzeptieren,noch ruhig sitzen und mich auf Belangloses konzentrieren. Doch persönlich macht mir dies ja nichts aus. Bin ja froh darüber, würde nicht tauschen wollen

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@Satiharu

Dann hattest du wirklich Glück mit deinem Umfeld, aber das geht bei weitem nicht jeden so. Und dich selbst stören deine Symptome vielleicht nicht, aber jemand anderes hat damit vielleicht sehr große Probleme.

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@marloweyaa

Naja, Schulzeit durch wurde ich gemobbt, zuhause ebenso unverstanden, ich zog mit 15 aus, Strasse, Heim, Geschlossene.

Heute bin ich zufrieden mit mir, weil ich nun wieder verstehe (was mir als Kind leider anders eingetrichtert wurde), dass ich nicht derjenige (oder nicht der einzige) bin, der falsch läuft. Schau dir die Welt an. ADHS ist nun wirklich kein Übel, teils vielleicht sogar eine ganz gesunde Wendung

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@Satiharu

Mit Mobbing in der Schule hab ich auch meine Erfahrungen gemacht. Zudem noch Misshandlung zuhause. Beides aufgrund meiner ADHS Symptome. In der Oberstufe bin ich dann auch in eine schwere Depression abgerutscht.

Nach der Schule habe ich zum Glück langsam erkannt, dass ich weder zu faul noch zu dumm für irgendetwas war, sondern dass mein Gehirn einfach anders funktioniert und ich dafür nie irgendwelche Unterstützung erhalten habe, sondern mich selbst überall durchquälen musste.

ADHS bringt auch viele positive Eigenschaften mit sich, keine Frage, aber wenn ich mal wieder mit exekutiver Funktion zu kämpfen habe und noch nicht einmal den Dingen nachgehen kann, die mir eigentlich Spaß machen, da frag ich mich schon oft, ob die Nachteile nicht doch überwiegen.

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@marloweyaa

Wieso kannst du diesen Dingen nicht nachgehen? Oder, warum weisst du, dass diese Dinge Spass machen, wenn du ihnen nicht nachgehen kannst?

Mit welchen exekutiven Funktionen hast du zu kämpfen?

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@Satiharu

Ich kann diesen Dingen eben wegen der exekutiven Funktion ab und zu nicht nachgehen, weil ich mich entweder gar nicht erst dazu aufraffen kann oder mich dann nicht darauf konzentrieren kann.

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@marloweyaa

Bist du dir sicher, dass du dies dann wirklich tun willst? Ich raffe mich halt nur zu dem auf, was ich will. Willst halt lieber dich nicht aufraffen, oder lieber an etwas anderes denken?

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@Satiharu

Ich glaub du verstehst nicht ganz, was exekutive Dysfunktion ist. Das ist, als würdest du auf eine heiße Herdplatte fassen wollen. Oder auch sehr ähnlich zu Depressionen, wo man teilweise das Bett nicht einmal verlassen kann, obwohl man es möchte. Das ist wie eine Blockade im Gehirn.

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@marloweyaa

Hm, ich für meinen Teil, hab meinen Psyche schon relativ gut aufgeräumt, wenn du zu etwas von dir selbst gezwungen wirst, dann nimm dir Zeit dafür und versuche den Grund dafür zu verstehen?

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@Satiharu

Der Grund für exekutive Dysfunktion ist grob gesagt, dass man unterbewusst die Dinge, die man tun muss oder möchte, als zu anstrengend empfindet und die Nachteile überwiegen bzw. die Vorteile erst verspätet eintreten. Auch sieht man mit ADHS Aufgaben und Unternehmungen nicht als Ganzes, sondern sieht viele kleine Schritte, die überwältigend wirken und es einem schwermachen überhaupt erst anzufangen. Und wenn es keine feste Abfolge gibt tut man sich auch sehr schwer selbst eine festzulegen. Daran arbeite ich bereits, aber es ist trotzdem nicht einfach.

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@marloweyaa

Yup, so in etwa was man über Depression sagt. Aber wenn man diese "Dysfunktion" als etwas Schlechtes sieht, ist's noch schlimmer. Meinst du, dein Körper arbeitet gegen dich? Der hat doch Gründe, versuch dich (auch dein Unbewusstes) zu verstehen.

Ich kenne das Problem mit der Abfolge, aber ich entscheide mich ja auch nicht dafür, vieles zu tun. Ich plane eigentlich möglichst gar nicht.

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ADHS ist eine Behinderung. Punkt.

Ist halt falsch. Punkt

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Kommt auf die Umstände an. Ist der Froschschwumm eine Behinderung? Im Wasser nein, in der Luft und and Land evt ja

Also es kann sowohl eine Gabe, als auch eine Behinderung sein

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Ich, der Mensch, ein Rätsel

Nein es ist ein Defizit mit dem man sehr gut auch ohne Behandlung leben kann. Ich habe selbst ADS und lebe immer noch.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Etwas faszinierendes und gleichzeitig erschreckendes

Du meinst ein Defizit mit dem DU ganz gut ohne Behandlung leben kannst, das muss bei weitem nicht auf alle zutreffen.

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Du solltest hier nicht auf alle schließen, AD(H)S ist bei jedem unterschiedlich stark ausgeprägt, genau so wie bei der Autismus-Spektrumstörung. Die einen sind nunmal aufgrund einer extremen Symptomatik auf Hilfe/ Therapie angewiesen, die anderen nicht.

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@Krankengasse

Ich hatte mit vielen zu tun und auch Gespräche mit Experten in dem Bereich. Ich weiss schon was ich da sage, alles andere ist eine Ausrede um an Medikamente zu kommen,

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@Lucy2121

Deine Aussage ist so dermaßen ignorant, das ist schon gar nicht mehr witzig. Klar, wenn man so stark mit exekutiver Funktion zu kämpfen hat, dass man nicht einmal aus dem Bett kommt und alltäglichen Routinen nachgehen kann, dann lässt sich damit problemlos leben.

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Je nach stärke kann es als Behinderung eingestuft werden.

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