Inkasso ignorieren, Was sind die folgen?

14 Antworten

Hey, Mein Freund hat da ein kleines Problem, nämlich hat er bei TV-Now von der RTL interactive GmbH, ein Abo gebucht für 9,99€ im Monat und dort eine falsche Adresse sowie einen falschen Namen eingegeben, und unteranderem falsche IBAN und Kontobesitzer Daten.

Falsche Angaben zu machen zur Verschleierung der eigenen Personalien um eine bekannte Zahlungspflicht zu umgehen ist eine Straftat gem. § 263 StGB, die mit Geld- oder Freiheitsstrafe beschwert ist.

Er hat vor kurzem die E-Mail bekommen das er eine Frist hat bis zum 10.07.2020 die Gebühren zu zahlen, und der Hammer ist das es 70,00€ Verarbeitungsgebühren sind, das ist doch übertrieben, die normalen kosten wären 19,98€.

Bei Inkassokosten gilt wie bei einer Rechtsanwaltsvergütung das VV des RVG und das geht vom Streitwert aus. Ob eine Forderung 0,01 € oder 500,- € beträgt die Kosten sind hierfür immer gleich. Erst ab 500,01 € wird es teurer.

70,- € klingt nach 1,0 Gebühr nach 2300 VV RVG zzgl. Kommunikationspauschale.

Nun habe ich die Frage, was würde passieren, wenn er die nicht zahlt, kann man herausfinden wo er wohnt? etc.

Schwierig. Aber wie ich eingangs schrieb, hat dein Freund eine Straftat begangen. Wenn TV Now schnell genug agiert, Anzeige stellt und man den Anschlussinhaber der IP ermitteln kann, kann es sein, dass man über die Akteneinsicht an die Daten kommt und dann auch die zivilrechtliche Forderung betreiben kann. Auch über die offensichtlich korrekte Email-Adresse könnte eine Identifizierung erfolgreich sein.

Inkassokosten sind aber meist entweder gar nicht zu zahlen oder zu hoch angesetzt (wie auch hier). Schuldbefreiende Zahlung der Hauptforderung direkt an den Gläubiger, wäre glaube ich das schmerzfreiste Mittel.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

WIE sind die denn auf ihn gekommen? Über die IP? Bzw über die Handynummer? Hat er den Service genutzt? Oder hat er seine richtige Emailaddresse angegeben?

Ich würde den Vorgang mal durch den Inkasso-Check der verbraucherzebtrale schicken, das ist kostenlos und man bekommt passende Mustertexte: https://www.vzhh.de/inkasso-check

Ansonsten: Wie blöd kann man sein, falsche Angaben zu machen in der Hoffnung, dass man dann nicht zur Kasse gebeten wird! Die finden einen IMMER eben über die IP, die Handynummer bzw die Nutzung!

Zu den Kosten: Inkassos dürfen mindestens das 0,5fache des Satzes für einen Rechtsanwalt berechnen. Wie hoch die Gebühr im Einzelfall ist, kann der Rechtsanwaltsgebührentabelle entnommen werden. Bei einer geltend gemachten Forderung von bis zu 500 Euro kann in einem durchschnittlich schwierigen Fall eine Gebühr von höchstens 1,3 erhoben werden – also laut Tabelle maximal 58,50 Euro.

Kosten für die Adressermittlung und für Bankrücklastschriften sind zulässig. Hier muss das Unternehmen die Höhe der Kosten nachweisen.

Aber die nicht gezahlte Monatsgebühr von 19,95 plus die 58,50 sind zusammen schon die erwähnten 70€. Und ja die sind zu zahlen!

Dein Freund also... der der vor ein paar Tagen selbst gefragt hat? Aber OK...

Dein Freund hat....

a) eingehungs/kreditbetrug begangen indem er durch gefälsche Daten nicht nur gezeigt hat dass er nicht willens war das Geld zu bezahlen, er hat zudem auch Kreditbetrug begangen da er das Unternehmen durch die Angabe seines falschen Alters (ich nehme mal an der "freund" ist auch 14?) Falschangaben zu einem maßgeblichen Faktor für ein Kreditgeschäft (aka zahlung auf Rechnung) gemacht hat.

Über das Strafverfahren kommt kommen sie durch akteneinsicht auch an die Adresse worauf hin ein zivilrechtliches Verfahren folgen könnte. Ich denke aber das Geld könnte das kleinere übel sein.

Hallo,

wenn man voller Absicht,bzw Wissentlich falsche Eingaben macht dann muß man den daraus folgenden Ärger sich selber zu schreiben und dazu stehen.Die 70€ Inkasso-Gebühr sind in Eurem Fall noch viel zu milde!IER muß jetzt schleunigst die Sache in die Hand nehmen zur Not mit einem Anwalt.Wenn dein Freund Pech hat wird er noch angezeigt sofern es keine Verwechslung ist.Das ist schon ganz dreist,falsche Daten einzugeben und hinterher noch Jammern!

Wenn es gut läuft, meldet sich das Inkasso bei ihm oder es kommt irgendwann ein gerichtlicher Mahnbescheid. Wenn es schlecht läuft, gibt es noch eine Betrugsanzeige und die Polizei ermittelt und meldet sich bei ihm.

und der Hammer ist das es 70,00€ Verarbeitungsgebühren sind

Viel zu wenig, wenn er bewusst versucht, zu betrügen.

Viel zu wenig, wenn er bewusst versucht, zu betrügen.

Sind zwei paar Schuhe. Der Betrug ist eine strafrechtliche Thematik. Die Inkassokosten ein Bereicherungsversuch einer zwielichtigen Branche.

Ob diese moralisch angemessen sind ist etwas das man so sehen kann, rechtlich aber haltlos.

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