Indexmiete oder Staffelmietvertrag?

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5 Antworten

Grundsätzlich gibt es keine Mietverträge, bei denen die Miete immer gleich bleiben wird, es sei denn, man vereinbart das ausdrücklich handschriftlich im Mietvertrag z. B. unter Sonstiges: "Die Miete wird für die Dauer des Mietverhältnisses nie erhöht." So etwas habe ich allerdings noch nie gesehen.

Eine automatische Mieterhöhung nach Index oder einer festgelegten Staffel muss normalerweise separat vereinbart. Ist sie nicht vereinbart (Ankreuzen der Option im Mietvertrag), gilt sie nicht. Dann gelten die normalen gesetzlichen Möglichkeiten, die ein Vermieter hat, um eine Mieterhöhung zu verlangen.

Indexmiete: Vorteil für den Mieter ist, dass sprunghafte Mietsteigerungen von bis zu 20 % auf einen Schlag ausgeschlossen sind. Die Steigerung richtet sich nicht nach dem Mietspiegel, sondern nach dem allgemeinen Lebenshaltungskostenindex. Der Index wird vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht und danach muss sich der Vermieter dann richten, was z. B. in den letzten Jahren Mietsteigerungen von lediglich 0, 1 oder 2 € bei einer Kaltmiete von rund 500 € bedeutet hat.

Staffelmiete: Bei der Indexmiete besteht das Risiko, dass beim Einsetzen einer sprunghaften Inflation (Raten von 5, 10 oder mehr Prozent) auch die Miete sprunghaft über mehrere Jahre hinweg steigen kann. Wer dem entgehen will, kann mit dem Vermieter auch eine Staffel vereinbaren, bei der sich die Miete in einem Zeitraum von 10 Jahren um genau festgelegte Beträge in bestimmten Abständen erhöht. Da weiß man als Mieter, woran man ist, aber es wird eben Jahr für Jahr teurer.

Die beiden Modelle wählt man, wenn man einigermaßen auf der sicheren Seite sein will, sowohl als Vermieter, wie auch als Mieter und man Streitigkeiten über die künftige Miethöhe vermeiden will.

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Kommentar von Dachau2324
26.05.2016, 09:21

Was würdest du wählen?

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Die Vermieterin meinte, dass es gesetzlich geregelt ist, dass sich die Miete alle 2 Jahre automatisch erhöht, entweder durch den
Staffelmietvertrag oder durch die Indexmiete. Stimmt das?

Stimmt, wenn vertraglich so vereinbart.

Hat der Vermieter das Recht, den Mieter dazu zu zwingen, eins von beiden auszuwählen oder gibt es Wohnungen, bei der die Miete nie steigt?

Der Vermieter hat gar kein Recht den Mieter zu zwingen einen Mietvertrag zu unterschreiben.

Desweitern sagte sie, dass es nicht im Vertrag stehen wird. Hat sie dann
überhaupt das Recht dazu oder muss es vertraglich geregelt sein?

Das was nicht im Mietvertrag stehen wird?

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Kommentar von Dachau2324
25.05.2016, 20:00

Also gibt es auch Wohnungen, bei der die Miete immer gleich bleibt, auch nach 10 Jahren?

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Nein, die Miete erhöht sich nicht per Gesetz automatisch, das muss schon im Mietvertrag geregelt sein. Wir haben eine gleichbliebende Miete, noch nie eine Mieterhöhung gehabt. Immer nur den Betrag, der eingangs im Vertrag vereinbrt wurde

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Kommentar von Dachau2324
25.05.2016, 19:56

Nur wenn es im Vertrag steht, hat der Vermieter das Recht, dass der Mieter eins von beiden auswählt oder wie?

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Nur wenn im Mietvertrag vereinbart ist, kann Staffelmiete bzw. Indexmiete mit den entsprechenden regelmäßigen Mieterhöhungen zur Anwendung kommen.

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Guten Abend,

Staffel- und Indexmiete sind in den §§ 557a und 557b geregelt.

 https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/BJNR001950896.html#BJNR001950896BJNG023002377

Sie sind schriftlich im Mietvertrag zu vereinbaren.

Fehlt die Vereinbarung, ist eine Erhöhung nur im Rahmen der Grenzen des § 558 nach der ortsüblichen Vergleichsmiete möglich. Die dort beschriebenen Kappungsgrenzen sind einzuhalten.

Eine Wohnung ohne das grundsätzliche Risiko einer Erhöhung nach § 558 oder nach Modernisierung (§ 559) gibt es nicht.

Oftmals wird aber nur sparsam von diesen Rechten Gebrauch gemacht und die Miete eher bei Mieterwechseln angepasst.

Wenn Sie nicht wild auf eine spätere gerichtliche Auseinandersetzung sind, sollten Sie nicht bei einem Vermieter mieten, der schon vor Vertragsschluss grobe Unwahrheiten über die Rechtslage verbreitet.

Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen.

KaterKarlo2016

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Kommentar von Dachau2324
25.05.2016, 21:45

Ihnen kann man ja nur glauben, wenn Sie Rechtsanwalt sind.

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Kommentar von albatros
26.05.2016, 00:32

Wenn weder das Eine noch das Andere mietvertraglich vereinbart ist, muss man es später auch nicht hinnehmen bzw. zahlen. Mündliche Forderungen außerhalb des Geltungsbereiches des Mietvertrages sind unwirksam.

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