Ich passe nicht in dieses System...was soll ich tun? Mich komplett verändern? Geht das überhaupt?

30 Antworten

  • Du schreibst leider nicht genau, worauf Deine Kritik am aktuellen System zielt, also was dir nicht passt, was Dir ungerecht scheint und was Dich stört. Daher ist es schwierig, eine konkrete Antwort zu finden.
  • Was ist für Dich Gerechtigkeit? Genau diese Kernfrage ist es doch, die die Menschheit schon lange umtreibt und die eben schwierig zu beantworten ist. Angewandt auf unser Gesellschaftssystem finde ich persönlich es durchaus gerecht, dass jene, die mehr leisten und über gefragtere Fähigkeiten verfügen, auch mehr verdienen.
  • Ich plädiere sehr stark für Leistungsbereitschaft, Eigenverantwortung und Selbstvestimmung und ich bin fest überzeugt, dass diese drei Themen nur miteinander verwirklich werden können. Es ist keien Selbstbestimmung möglich, wenn andere einen aushalten müssen oder wenn man sein eigenes Handeln und Leben nicht auch selbst verantwortet.
  • In unserem Staat ist sicherlich nicht alles perfekt, ganz im Gegenteil würde man sehr gerne an der einen oder anderen Stelle etwas verbessern -- aber im Vergleich zu anderen Epochen und Systemen finde ich, stehen wir sogar sehr gut dar. Woran es angesichts der fabelhaften Lage vorallem mangelt, ist Zufriedenheit. Wir sind gemessen am Wohlstand, Freiheit, Sicherheit und Entfaltungsmöglichkeiten einfach nicht zufrieden genug. Und ich glaube, dass dieser Punkt auch genau Deine Frage betrifft. Was genau macht Dich unzufrieden, was stört Dich?
  • Welche Moralvorstellungen sprechen dagegen, etwas zu studieren und zu lernen, das gebracuht wird, dann in genau diesem Beruf zu arbeiten und sein Einkommen so auszugeben, dass man möglichst glücklich wird? Was spräche dagegen, wenn jeder genau so handeln würde? Ganz ehrlich, Du musst VIEL konkreter werden, wenn Du konkrete Antworten erwartest.

Ach, und auch ich habe ein sehr ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden. Ob unsere beiden Einschätzungen bezüglich dessen, was gerecht ist, wohl übereinstimmen? Wer weiß?

Hallo sam

ich kann dir eine subjektive "antwort" aus meiner perönlichen geschichte bieten. wenn ich in dieser zeit etwas gelernt habe, ist es, dass die absolute wahrheit nicht existiert. wenn wir wirklich eine passable lösung für alle probleme gefunden hätten, würden wir warscheinlich längst ist einem anderen system leben.

ich war vor rund 6 jahren am genau gleichen punkt wie du. diese leistungsgesellschaft, dieser konsumwahn, diese medienpropaganda, diese ungerechtigkeit und schlussendlich auch verlogenheit gingen mir so dermasen auf den sack, dass ich mich anfing mit diesem thema zu beschäftigen. der weg war nicht geradlinig, schildere in einfachhalber so, damit es verständlich bleibt.

ich machte mich also auf die suche, eine antikapitalistische (antineoliberale) alternative zu finden, die weder in der diktatur des proletariats noch in einem völlig realitätsfernen anarchismus lag. faschistische tendenzen lies ich von vorneweg bleiben, da meine persönliche moral defenitiv die politisch rechte verabschäute.

bereits nach kurzer zeit bemerkte ich, dass ich mich zwangsweise (und zu meinem leidwesen) mit ökonomie beschäftigen musste. in unserer gesellschaft spielt geld nun mal die zentrale rolle. gute antworten auf meine fragen fand ich in den theorien von karl marx, was die analyse des kapitalismus betrifft (die perspektive ist ein anderes thema). diese werden heute nicht einmal von bürgerlichen politiern negiert. das ganze kurz zu schildern ist schwierig. ich versuchts, wenns dich nicht interessiert überspringe diesen punkt. ich breche die theorie radikal auf gewisse punkte nieder, ausführlicheres ist an dieser stelle nicht nötig.

  • In unserer gesellschaft betimmen rein materielle werte (also keine menschlichen) über moral, macht und wertvorstellungen.

  • Mehrwert: ein tischler braucht 1h um einen tisch herzustellen. dieser tisch wird anschliessend für 100 euro verkauft. der lohn des tischlers ist 20 euro. die materialausgaben betrragen ebenfalls 20 euro, die miete der lokalität inkl. strom und wasser fallen ebenfalls mit 20 euro ins gewicht. rückstellungen für forschung sowie abschreibungen betreffend maschinen betragen nochmals 10 euro. beitrag an den lohn (entspricht demjenigen eines arbeiters) des fabrikbesitzers für dessen arbeit und an die andministration nochmals 10 euro. ergibt zusammen 80 euro. übrig bleiben 20 euro die in die taschen des fabrikbesitzer fliessen ohne das dieser dafür arbeiten muss, also "nur" weil er die fabrik besitzt (nennt sich in der theorie eigentum an den produktionsmitteln). diese 20 euro sind der mehrwert, welche vom angestellten erarbeitet wurde, er jedoch nichts davon hat.

  • jetzt macht eine andere fabrik für tische ihre tore auf. eine zeit lang ist dies kein problem. ist der markt allerdings gesättigt (alle haben einen tisch) kann ein unternehmen nur noch auf kosten des anderen wachsen. durch die konkurenz versuchen sich beide unternehmen durch immer tiefere preise auszuschalten. dies freut den kunden, im gegensatz zu den angestellten. da der fabrikbesitzer als oberste priorität sieht, sein gewinn beizubehalten hat er genau zwei möglichkeiten: entweder er spart am material, oder an am lohn der angestellten. früher oder später wird es zwangsweise die angestellten treffen. da diese nun nur noch 10 euro auf die stunde verdienen müssen sie somit 10 stunden arbeiten um ihren eigenen tisch zu kaufen. folge: die sogenannte konsumkraft lässt nach, was wiederum die wirtschtschaft in eine krise stürzt, da ihre prodkute nicht mehr gekauft werden (auch als unterkonsumation-theorie bezeichnet).

  • das nennt marx den hauptwiderspruch "kapital - arbeit," und sieht in der misere der arbeiter/innen die sprengkraft der revolution.

  • zurück zum fabrikbesitzer. der sitzt nun auf einem haufen geld, hat allerdings das problem, dass sich die masse der einfachen leute, sich seine produkte nicht leisten kann. umso mehr er beim lohn spart umso ausgeprägter das problem. da der kapitalismus u.a. darin besteht, dass das geld immer gewinnbringend resp. profitmaximierend angelegt werden muss, geht er ins casino, auch börse genannt. er zockt also mit aktien, devisen, rohstoffen, lebensmittelvorräten in der dritten welt usw.

da die schriften von marx an aktualität nichts verlohren haben, doch etwas alt sind lassen sich folgende punkte betreffend der aktuellen politik ergänzen.

  • wir leben in einer politischen demokrate, welche allerdings die kontrolle über den eigenen staat längst verloren hat. ohne abnicken der wirtschaft, respektive "dieser fabrikbesitzer," lassen sich keine grundlegenden veränderungen realisieren. faktisch wird die bevölkerung permanent erpresst (wenn ihr nicht billigere steuern macht, wander wir ab nach china usw.). es ist also fraglich, ob im parlamentarischen rahmen überhaupt etwas grundlegendes verändert werden kann

  • wiso wehren sich den nicht mehr menschen? wiso kapieren die leute nicht, dass sie veräppelt werden? sozialabbau, steuerreform, gesetzesverschärfungen sin

... sind allen ein befriff. ich perönlich habe jedoch noch nie etwas von sozialaufbau, steuerbelastungen für topverdiener (ausgenommen im momentanen pleite-europa) oder gesetzeserleichterungen gehört. dies hat vor allem damit zu tun, dass sich die massenmedien ebenfalls in den händen der reichen befinden oder sich im mindesten an die spielregeln des freien marktes halten müssen. wer kritisch schreibt bekommt keine inserate, wer keine inserate bekommt geht pleite.

  • rassismus oder hetze gegen andere minderheiten wird dazu benutzt, die frustration der bevölkerung auf ein thema zu kanalisieren, welches nichts mit dem eigendlichen problem zu tun hat. wie das enden kann wissen wir ja.

  • die ausbeutung der natur wird im absoluten desaster enden. dies sagen alle renomierten forscher. obwohl und das bekannt ist lassen wir die konzerne weiterhin in afrika umherwüten.

  • konkret leben wir in der "diktatur des freien marktes und seines profitdenkens." der profit kommt vor dem menschen.

  • die etablierten parteien (allen voran die spd) haben schon lange nichts mehr mit einer sozialen alternative zu tun. sie sind jene, die harz IV durchgesetzt haben. sie sind die, die in ganz europa die aufstände gegen die von von banken verursachten krise niederschalgen.

gut, was nun? wenn ich die lösung gefunden hätte wäre ich warscheinlich berühmt. meine motivation ist es, für meine moralischen grundsätze und meine politische überzeugung (freiheit, gleichheit, demokratie) einzustehen. die ideen des kommunismus sind genial, haben leider einige fehler. erstens gibt es kein anreizsystem (geschieht im kapitalismus via geld). zweitens bleibt die die diktatur des proletariats eine diktatur. wichtig wäre es, den sozialistischen gedanken weiter zu entwickeln, eine alternative zum neoliberalsimus und seine katastrophalen folgen zu erarbeiten. dies könnte in richtung demokratische wirtschaft und rätedemokratie (direktes referendumsrecht, mehr autonomie für politische gemeinden) etc gehen. da jedoch der sozialismus regelmässig in medien & co vertäufelt wird (logisch, da er das profitdenken anprangert), wird eine produktive gesellschaftliche diskussion vorneweg verunmöglicht. da hilft es nix wenn wir sagen, dass stalin und konsorte nicht allzuviel mit kommunismus zu tun haben. eigendlich ist es absurd: kommunismus wird mit diktatur gleichgesezt, kapitalismus mit demokrate. mehr banane geht nicht. die meisten diktaturen dieser welt sind von vorne bis hinen kapitalistisch.

konkret: erstens habe ich freunde, dich die gleichen werte teilen wie ich. welche sich ebenfalls für die geschehnisse in der welt interessieren. zweitens bin ich politisch aktiv geworden. auf der strasse, in der uni, kulturell usw. und dies mit verschiedensten aktionsformen und mitteln. wir haben sehr positive erfahrungen gemacht, als wir angefangen haben uns hinzustellen und öffentlich einen revolutionären demokratischen sozialismus zu propagieren. ja, wir sind sozialisten, wir sind eine neue generation welche diese werte teilt und über diese idee debattieren wil. wir sind die neue generation, welche das scheitern der vergangenen versuche akzeptiert und die verbrechen unter dem deckmantel des kommunismus verabscheut. genauso wie der neoliberalismus versagt. wir wollen eine freiheit die sich nicht nur auf den konsum beschränkt. wir haben keinen bock auf den ewigen terror der konzernmultis und ja, wir wissen, dass wir die probleme nur international lösen können, umso wichtiger ist es jetzt anzufangen eine neue perspektive zu entwickeln.

falls du das wirklich alles gelesen hast respect ;-) viel erfolg

lg ebenfalls sam

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@samm1917

menschen sind nicht gleich und haben auch nicht gleiche bedürfnisse. gleichheit verletzt die individualität. und jedes geldsystem ist eine volksenteignung peu a peu, solange es zinsen gibt. demokratie würde funktionieren, wenn die masse der menschen weitblick und verständnis von entwicklung hätte, aber das braucht besondere bildung. sonst bleibt sie ein spiel, bei dem nur wenige wirklich die regeln und zusammenhänge verstehen, und die sind dann die grauen dikatoren, weil alles richtig erklärt schön klingt, aber wer dabei gewinnt, ist schwer absehbar. und das entscheidenste: hochkultur funktionierte mit herkömmlichen methoden NUR mit sklaven oder menschen in ähnlichen arbeitsabhängigkeit. ohne die 3. welt (+ 400 euro jobs und co.) wäre unser lebensstil nicht umsetzbar.

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Es ist schön zu wissen, dass es noch Jugendliche gibt, die sich für diese Welt interessieren, sich Gedanken machen und nicht nur Jungs/Mädchen und Klamotten im Kopf haben. Manchmal denke ich auch, dass ich nicht mit dieser Welt klarkomme oder dass die Menschen mich nicht wirklich verstehen. Ja die Meisten haben keine Ahnung vom Finanzsystem oder von der Politik oder überhaupt davon, was so in der Welt passiert. Sie sind egoistisch, leben nur für sich selbst und zerreißen sich stundenlang den Kopf darüber, wie sie bei den Anderen gut ankommen könnten. In so einer beschissenen Welt leben wir leider. Ich denke auch nicht , dass sich daran viel ändern wird. Zum Kapitalismus: Ich hasse auch dieses kapitalistische System. Wenn man nur bedenkt, wie viele Menschen deswegen darunter leiden. Aber der Kapitalismus wird nicht mehr abgeschafft werden können. Es gibt kein Ort auf der Welt, wo nicht Kapitalismus herrscht. Menschen sind so egoistisch und geldgierig und wollen immer mehr und tun dafür alles. Ob sie den anderen Menschen dabei schaden oder sie ungerecht behandeln, ist ihnen sowasvon egal. Du solltest dich nicht nur weil die Anderen dich nicht verstehen oder dich ausgrenzen, nicht unterkriegen lassen. Und das studieren und dir den Dr Titel holen möchtest, finde ich total toll:)

Stimmt leider alles , ich kenne keine anderen Jugendlichen die sich darüber Gedanken machen oder sich in der Richtung bilden. In meinem Freundeskreis sind die klügsten von ihnen total Kapitalistisch eingestellt , der eine lernt Verkaufstricks oder wie er andere Menschen manipulieren kann, sodass er das bekommt was er will. Und die andere interessiert sich fuer sowas nicht, geht aber jeden 2ten Tag shoppen (Konsum gesteuert , dank reichen Eltern). Du hast auch Recht das der Kapitalismus und (die Menschheit im Allgemeinen^^) bestimmt noch eine lange Zeit begleiten wird...Aber in dieser Vielfalt auf Erden sollten es doch Länder geben die "Abwechslung" bringen , also andere Systeme bieten, mit jeder Mensch dort lebt , in dem seine Ideale Realisiert werden. (Naja jetzt beim schreiben merk ich wie Utopisch das kling...Obwohl Nordkorea ist ja nicht wirklich Kapitalistisch - also könnte es Alternativen geben , hoffentlich unter anderen Bedingungen als in NK)

Ich grenz mich nicht aus, aber ich seh in vielem keinen Sinn - z.B. mein Freundeskreis, ich pass da nicht wirklich rein , aber in dem ich mich verstelle klappt es. Und da ich keine anderen Gleichgesinnten in meinem Alter finde grenz ich mich irgendwie Automatisch etwas aus, einfach aus dem Grund weil ich mich langweile, und wir nicht die selben Interessen habe (ausser mal zussamen Sport treiben , feiern , Gesprächsthemen sind : Frauen/Feiern/Sport/Familien-Probleme - mehr gibts da nicht)...

Ich hoffe es klappt auch, ich habe einen hohen IQ (will damit nicht Prahlen oder so,und man muss keinen hohen IQ besitzen um sich wissen anzueignen , man muss nur mehr Dinge hinterfragen und nicht alles so hinnehmen.), also reicht es vom Potenzial her....nur fehlt mir oft die Motivation , sodass ich nur das nötigste mache...Und das mir die Motivation fehlt schadet mir sehr...deshalb auch die ganze Frage hier (Und naja , teilweise wollt ich mir das aus der Seele schreiben :-) )

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