Finanzierung Immobilie mit eingetragenem Vorkaufsrecht

3 Antworten

Die Eintragung des Grundpfandrechtes geht im Rang nach dem Vorkaufsrecht als dem älteren Recht in Abtl. II.

Die Bank gibt nur dann Geld, wenn Sie die erste Rangstelle in Abtl. III auch gegenüber evtl. Rechten in Abtl.II hat.

Vorlasten werden da keine geduldet.

Auch für Sie wäre die Angelegenheit höchst unerquicklich, wenn der Vorkaufsberechtigte als vorberechtigter Käufer ins Grundbuch eingetragen würde.

Folglich muß der sich zum Kaufvertrag in angemessener Frist erklären. Macht es das nicht, dann haben Sie ein Problem.

ja, wird er nicht ausüben

und wenn doch, hast du halt pech gehabt, dir entstehen dabei keine kosten

oder frag ihn direkt und lass dir schriftlich geben, dass er auf sein vorkaufsrecht verzichtet, dann biste durch

Ein Vorkaufsrecht ist grundsätzlich nichts schlimmes. Es besagt dass wenn der jetzige Eigentümer verkaufen will, der Vorkaufsberechtigte informiert werden muss. Das kann wie in dem Fall hier der Nachbar, ein Familienangehöriger oder auch die Stadt oder Gemeinde sein. So lange der Vorkaufsberechtigte den gleichen Kaufpreis bezahlt, wie ein fremder Käufer, gehört ihm das Vorkaufsrecht und dem Verkäufer kann egal sein wer kauft. Bietet ein fremder Käufer mehr als der Vorkaufsberechtigte, kann an den Fremden verkauft werden. Wie CiaoMerkel schon geschrieben hat ist es am einfachsten, den Nachbarn schriftlich bestätigen zu lassen, dass er das Vorkaufsrecht nicht ausüben wird. Im Gegensatz zu einem Niesbrauch oder lebenslangen Wohnrecht ist das Vorkaufsrecht keine große Einschränkung. Der Bank stinkt nur, dass im Falle dass die Finanzierung eine Störung bekommt, eventuell jemand anderer als sie selbst ein Schnäppchen macht. Deshalb verlangen sie dass die Last in Abteilung II hinter die Last aus Abt. III tritt.

Trotz eingetragenem Vorkaufsrecht wird man nicht über geplanten Verkauf informiert. Was kann ich tun?

Wir bewohnen ein Doppelhaus, geteilt nach WEG. Für die andere Seite haben wir ein im Grundbuch eingetragenes Vorkaufsrecht für jeden Verkaufsfall. Der Besitzer der anderen Wohnung wird seit längerem durch einen RA "betreut". Dann wurde er vor einiger Zeit abgeholt und eingewiesen. Wir als direkte Nachbarn haben zu keinem Zeitpunkt erfahren, was überhaupt los ist und wo der Nachbar abgeblieben ist. In der Zwischenzeit wurde die Wohnung geräumt. Versuche durch die "Ausräumer" Informationen zu erhalten schlugen fehl. Durch puren Zufall haben wir jetzt im Internet die Anzeige eines Maklers entdeckt, in der die Wohnung zum Kauf angeboten wird. Meine Fragen nun: Wäre es nicht die Pflicht des betreuenden RAs gewesen, uns zumindest über den geplanten Verkauf zu informieren? Es macht ja den Anschein, als wolle man das eingetragene Vorkaufsrecht ignorieren. Müssen wir warten bis uns ein potentieller Käufer präsentiert wird ? Müssen wir Maklergebühr zahlen? Wir haben uns noch nicht entschieden, ob wir die Wohnung kaufen wollen, wir wurden ja noch nicht gefragt. Wie lange haben wir gegebenenfalls Zeit zum Überlegen bzw. eine Finanzierung auf die Beine zu stellen?

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