Ich hasse Besuch. Wie kann ich lernen, mit Besuch umzugehen?

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Ich kann dich gut verstehen - habe sowas früher auch oft erleben müssen. Man sehnt sich nach Rückzug, Isolation und Ruhe. Das Problem ist oft, das andere das nicht nachvollziehen können - da sie einfach anders denken als du. Darum akzeptiere diesen Teil an dir. Dann wird es schon einfacher. Es kann manchmal damit zusammen hängen, dass man sich selbst nicht so sehr mag und daraufhin sich einfach unwohl fühlt, wenn jemand nicht "familiäres" bei einem zu Hause ist. Dieser kann dann vieles (vor allem auch privates, wie was man isst, was man anhat, wann man auf Toilette geht, was man so macht etc) mitbekommen, was er sonst nicht erfahren hätte. Meist liegt das am nicht vertrauen - einer Angst - die unbegründet ist. Aber sie ist einfach da. Es kann sein, dass man denkt jemand würde einen beurteilen oder werten, sich mit dir und seinem zu Hause vergleichen. Und die Vorstellung mag man einfach nicht, weil man sich vielleicht selbst grad nicht so wohl fühlt. z.B. weil man nicht so lebt, wie man gern leben würde oder es einem peinlich ist, dass jemand erfahren könnte wie man wirklich ist. Oft hat man "draußen" eine Rolle, eine Maske aufgesetzt und zeigt nicht jedem alles von einem. Aber bei dir zu Hause fällt die Maske und das kann unangenehm werden. LG

Danke, danke, danke. Du hast so recht mit deiner Antwort. Ich wünschte, ich könnte mehr als einen Daumen geben.

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Ja, etwa in die Richtung denke ich auch...

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Ich kenne das auch richtig gut.
Dabei ist es egal,ob es ein Freund ist oder ein Fremder.Übenachtungen finde ich persönlich langweilig.
Selbst beim Essen stört es.Wenn man normalerweise einfach zur Flasche greift,muss man dann für jeden Becher fragen,was den ei der Flasche auch aufregt...

Mit diesem Problem bist du nicht allein in unserem Land.

Zwar ist es so, dass ein Großteil der Menschen kann nicht mit sich selbst alleine sein kann ... und muss immer andere Menschen und deren Lärm und Stimmen um sich haben muss, und sich nur ja nicht mit sich selbst befassen zu müssen.

Und dazu kommt das, ... was mir oft sehr unangenehm auffällt, dassein Getratsche und "Leute-ausrichten" losgeht, sobald einer/eine der Betreffenden der Gesellschaft den Rücken kehrt, sich nach Hause oder sonst worhin begibt. Das "Leute-ausrichten" ist ein Gesellschaftsspiel, welches viele Menschen betreiben, um sich selbst gut vorkommen zu können und um ihre eigenen Mängel und Fehler nicht erkennen zu müssen. Das war zu allen Zeiten so ... denke nur an das Biblewort vom Splitter im Auge des Nächsten und den Balken im eigenen Auge ....:-(

Du hingegen scheinst zu der Minderheit zu gehören, welche ständige "Gesellschaft" als nicht so prickelnd, oder um es genau zu formulieren, als sehr anstrengend und energieraubend empfinden, und darunter aufrichtige leiden.

Das ist so, das ist ein Fakt. Das kannst du nicht wirklich ändern, sondern nur "abmildern" ... du kannst lernen, damit besser umzugehen, dich "unsichtbar" zu machen, den Gästen entweder aus dem Wege zu gehen, oder aber, was du vermutlich in deinem Fall lernen musst, dich in die "innere Emigration" zu begeben. Das bedeutet ... du solltest dich entspannen, den Besuch soweit es dir möglich ist nicht wahrzunehmen (ohne dabei unhöflich zu sein) ... dich auf wenig oder keine Gespräche einlassen welche dich nicht wirklich interessieren ... und vor allem deinen Geist mit etwas beschäftigen, das dich interessoiert.

Wenn du das machst, dann kannst du dich sozusagen aus der Enge des Zusammenlebens "hinausbeamen" ... indem du zwar weißt, dass der Besuch noch anwesend ist, aber du diese Tatsache nicht zu nahe an dich heranlässt.

Das funktioniert ... du musst nur die für dich richtige Technik herausfinden, wie du deine innere Freiheit (trotz Einschränkung durch andere Menschen) bewahren kannst.

Ja, du hast recht. Ich bin ungern umgeben von vielen, anderen Menschen. Daher fällt es mir auch extrem schwer in die Schule zu gehen. Aber ich gebe mir Mühe. Es gibt ja ein paar Menschen, die ich gern in meiner Nähe habe. Das reicht mir auch und mit den Rest muss ich einfach versuchen umzugehen. Vielleicht kommt das ja auch einfach mit der Zeit, ich bin gerade mal 17.

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@ProfNight

Andere Menschen (besonders wenn es viele sind) um sich zu ertragen, das kann und muss man lernen, so ferne man nicht als Einsiedler irgenwo in den Wäldern oder auf einer kaum bewohntes Insel lebt ... ;-)

Und man kann es lernen ..., dieser Lernprozess ist niemals abgeschlossen, er bedeutet ständig daran zu arbeiten.

Und ... eines finde ich persönlich ganz, ganz wichtig:

Man sollte immer versuchen, andere Menschen nicht vor den Kopf zu stossen, sie nicht zu verletzen. Das ist nicht immer leicht, besonders dann, wenn einem der oder die schrecklich auf den "Geist" gehen, wenn man sie und ihre Oberflächlichkeit durchschaut. Aber trotzdem, Menschen nur deswegen zu verletzen, weil sie einem zu oberflächlich, zu tratsch- und gefallsüchtig, zu unehrlich in ihren Reden und Handeln erscheinen, das ist ein Gebot, dem sich kein - um seine eigene Vervollkommnung ernsthaft bestrebter - Mensch entziehen darf.

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