Ich hasse Besuch. Wie kann ich lernen, mit Besuch umzugehen?

19 Antworten

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Ich kann dich gut verstehen - habe sowas früher auch oft erleben müssen. Man sehnt sich nach Rückzug, Isolation und Ruhe. Das Problem ist oft, das andere das nicht nachvollziehen können - da sie einfach anders denken als du. Darum akzeptiere diesen Teil an dir. Dann wird es schon einfacher. Es kann manchmal damit zusammen hängen, dass man sich selbst nicht so sehr mag und daraufhin sich einfach unwohl fühlt, wenn jemand nicht "familiäres" bei einem zu Hause ist. Dieser kann dann vieles (vor allem auch privates, wie was man isst, was man anhat, wann man auf Toilette geht, was man so macht etc) mitbekommen, was er sonst nicht erfahren hätte. Meist liegt das am nicht vertrauen - einer Angst - die unbegründet ist. Aber sie ist einfach da. Es kann sein, dass man denkt jemand würde einen beurteilen oder werten, sich mit dir und seinem zu Hause vergleichen. Und die Vorstellung mag man einfach nicht, weil man sich vielleicht selbst grad nicht so wohl fühlt. z.B. weil man nicht so lebt, wie man gern leben würde oder es einem peinlich ist, dass jemand erfahren könnte wie man wirklich ist. Oft hat man "draußen" eine Rolle, eine Maske aufgesetzt und zeigt nicht jedem alles von einem. Aber bei dir zu Hause fällt die Maske und das kann unangenehm werden. LG

Danke, danke, danke. Du hast so recht mit deiner Antwort. Ich wünschte, ich könnte mehr als einen Daumen geben.

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Ja, etwa in die Richtung denke ich auch...

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Tut mir Leid, aber wenn jemand um 23 Uhr mich auf offener Straße fragt: Wo er ein Hotel finden kann und schwere Ausrüstung bei sichhat, dann muss ich ihn einfach fragen, ob er uns nicht einfach Gesellschaft leisten möchte. Ich finde es immer toll, wenn fremde Leute, die wirklichen einen Grund haben zu übernachten, bei uns sich zur Ruhe legen wollen.

Oftmals hören wir interessante Geschichten, Erlebnisse und neues Wissen, welches wir kaum erwerben können.

Meines Erachtens, bin ich auch dazu verpflichtet einen Mensch bei mir Unterschlupf zu gewährleisten, dazu neigt meine Religion.

Ich habe nie gesagt, dass ich jemanden meine Hilfe verweigern würde.

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Ich hasse auch Besuch, weil ich dann immer alles wegräumen muss, da ich eine relativ kleine Wohnung habe. Ich treffe mich mit Freunden und Bekannten lieber außer Haus irgendwo - zu Hause sitze ich oft genug in meiner Freizeit. Meist verabrede ich mich direkt nach dem Büro mit jemandem auf einen Kaffee, ins Kino etc.

In meiner Wohnung fange ich mich schnell an zu langweilen, wenn jemand da ist - draußen bei div. Unternehmungen nicht.

Und ehrlich gesagt bin ich auch etwas penibel, was die Sauberkeit in meiner Wohnung anbelangt - krankhaft penibel - ich kann und will es auch nicht mehr ändern - es ist wie es ist und wer damit nicht klar kommt hat eben Pech gehabt. Mein Kreis akzeptiert es wohl oder übel.

Bis zur eigenen Wohnung ist es bei dir aber noch etwas hin - also heißt es durchhalten -wichtig finde ich, dass die Besucher dein Zimmer als dein persönliches Territorium respektieren. Also anklopfen, bevor sie reinkommen und auch akzeptieren, wenn du allein sein willst. Mach dir doch so ein Schild an die Tür "bitte nicht stören".

Ich finde dein Empfinden nicht schlimm und wünsche dir, dass recht wenig Besuch kommt bis zu deiner ersten eigenen Wohnung ;)

Das mit der Ordnung ist nicht so ganz mein Problem, aber ich danke dir trotzdem für deine Antwort :)

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Ich kann mir gut vorstellen, dass du es als massive Grenzverletzung wahrnimmst... du hast deinen Bereich, in dem du Sicherheit empfindest- stößt wer fremdes ein, kannst du nicht mehr sicher sein- vermute ich.

Kann es etwas mit Sicherheit, Kontrolle, Grenzen und dem zu tun haben, das eben diese Dinge schon des Öfteren verletzt wurden? Zudem fällt mir ein, dass du vielleicht sehr viel Kraft im Kontakt mit anderen menschen benötigst und zu Hause einfach frei von äußeren Einflüssen sein möchtest?

LG

Ja, das stimmt, ich bin sehr introvertiert, weswegen mir der Umgang mit anderen Menschen Kraft entzieht.

Danke!

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@ProfNight

Wir kommen dem ja nun schon auf die Spur mit Nea... Was bedeutet es denn für dich, dass du jetzt besser bescheid weißt, es dir bewusster ist, warum? Meinst du das ändert was an deinem Empfinden?

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@schmetterlilie

Mir war das nie nicht bewusst. Ich weiß, wer ich bin und was mich ausmacht. Das Problem ist nur, dass ich nicht immer richtig weiß, wie ich damit umgehen soll. Die Gewissheit, dass es anderen auch so geht wie mir und dass ich verstanden werde, sorgt schon dafür, dass ich mich gleich viel besser fühle.

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@ProfNight

Ja, das verstehe ich...geht mir auch so!

Umsetzen kannst du erst, wenn sich dein Denken diesbezüglich ändert- das ist ein sehr wertvoller Tipp- Handeln funktioniert erst nachdem deine Gedanken sich verändert haben! Das bedarf einiger Vorbereitung- also mach ganz ruhig, beobachte, überlege Gründe und baue neue Denkstrukturen auf- dann kannst du freier Handeln.

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Ich kenne das auch richtig gut.
Dabei ist es egal,ob es ein Freund ist oder ein Fremder.Übenachtungen finde ich persönlich langweilig.
Selbst beim Essen stört es.Wenn man normalerweise einfach zur Flasche greift,muss man dann für jeden Becher fragen,was den ei der Flasche auch aufregt...

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