Hört man überhaupt auf jemanden zu lieben?

22 Antworten

Konkret zur Titelfrage: Ja!

Liebe kommt und Liebe geht auch wieder. Man kann sich verlieben, die Verliebtheit kann sich in Liebe wandeln oder man kann sich entlieben. Und auch Liebe schwindet sehr oft irgendwann wieder.

Da hilft es leider auch nichts, jemanden mit Haut und Haaren zu lieben oder bodenlos tief verknallt gewesen zu sein. Liebe kann wieder weichen und tut das auch erstaunlich oft.

"Komplett egal" ist natürlich wieder eine andere extrem Aussage. Mir sind auch nette Bekannte nicht komplett egal, gute Freunde schon gar nicht und auch viele Expartnerinnen sind mir nicht komplett egal. Oft bleiben Gefühle der Sympathie, man weiß, was man mal gemocht und geliebt hat -- aber LIEBE ist eben ein anderes Gefühl als Sympathie. In diesem Sinne kann Liebe vollkommen weichen und halt nur noch eine gewisse Sympathie zurückbleiben.

Natürlich gibt es auch Fälle der Enttäuschung und Verbitterung, in denen Liebe in Hass umschlagen kann oder tatsächlich in Unbehagen oder Null-Sympathie endet. Das ist aber zum Glück eher selten.

Liebe sollte ja eigentlich ein gegenseitiges Geben und Nehmen sein. Wenn man nichts mehr für seine Liebe zurückbekommt, sollte man sich eigentlich mal Gedanken machen.

Stell dir vor, du wirfst in einen Kaugummiautomaten einen Euro rein und er gibt dir nichts raus, weil er kaputt ist. Du probierst es mit einem weiteren Euro und noch einem, aber es geht immer noch nicht.

Sicherlich wist du es irgendwann aufgeben, weitere Euros zu investieren. Und so sollte es eigentich auch mit Gefühlen sein.

Kann schon sein, dass zumindest das "Feuer" ausbrennt bzw. erlischt.. meine frühere Freundin z.B., die ich während der Beziehung wirklich geliebt habe, ist für mich vier Jahre nach der Trennung "nur noch" eine gute Bekannte, eine nette Freundin im Sinne einer netten Person mit der ich sehr gut auskomme & über fast alles reden kann weil man sich intensiv kennt.. aber ohne dass ich Liebe für sie empfinden würde!

Wie man sich "entlieben" kann...? 'nen Patentrezept wird's nicht geben denke ich mal ;) Aber wenn man lange Zeit zu viel miteinander zu tun hat bzw. aneinander übermäßig klebt dass einen der andere zu nerven beginnt ODER man andererseits vllt. auch sehr wenig miteinander zu tun hat & voneinander "entwöhnt" wird kann das schon so sein dass man sich "entliebt". Ich denke aber dass das jeder für sich entscheiden muss!

Du entliebst Dich sofort, wenn die geliebte Person a) Dein Vertrauen missbraucht, b) Dich benutzt oder c) Dich verletzt.

Es sei denn, Du gehörst zu denen, die sich alles gefallen lassen und weder Stolz noch Selbstwertgefühl haben. Dann kann die Person Dich treten, wie sie auch will, Du "verzeihst" ihm/ihr alles - und fühlst Dich immer mieser und mieser...

Habe genau das erlebt und zwar von der ersten Sekunde an, wo ich sie nur am Telefon gehört hatte und noch gar nicht persönlich kannte. Diese Liebe ist nie weggegangen in den 19 Jahren, wo wir uns nun kennen und da auch manche Tiefen und Krisen erlebten. Das ist mir einfach unmöglich, sie nicht zu lieben, egal was auch noch für Krisen kommen könnten.

Ich weiß, dass so etwas sehr selten vorkommt auf dieser Erde mit ihren vielen Scheidungen. Bei mir ist die Liebe zu ihr immer tiefer gewachsen und reifer geworden.

Bei dieser Liebe, die ich empfand, war mir ein Entlieben nicht möglich. Aber bei vielen Menschen geschieht es doch, denn: Wir alle haben unsere positiven Seiten, aber auch manche unschöne Punkte in uns. In der ersten Verliebtheitsphase sieht man das meistens nicht am Partner. Und dann wenn diese abgeklungen ist, kommt es bei vielen zu Trennungen, weil sie meist weder bei sich die dunklen Stellen sehen können noch bei Partner diese akzeptieren.

Dies stellt eines der größten Lernthemen für diese Erde dar. Die ganzen zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen entstehen nur aus der Unfähigkeit zu verstehen, dass jeder Mensch anders geartet ist.

Partner, welche sich in ihrer Partnerschaft in ihren gegenseitigen Talenten achten, ergänzen sich harmonisch zu einer Einheit. Oft zeigt der eine dort eine Schwäche, wo der andere eine Stärke hat. Man sollte nur nicht den Fehler machen, auf der Schwäche des Partners "herumzuhacken". In gegenseitiger Achtung kann man dazu kommen, sich zu ergänzen und ein harmonisches Ganzes zu werden.

Viele Partnerschaften kranken daran, dass in den überwiegenden Fällen der männliche Partner nicht zuhört (lass mich gerne belehren, wenn es jemand anders erlebt hat), wahrnimmt, was ihm seine Partnerin mitteilen möchte. Zu sehr verstrickt in die eigenen Gedanken, ist kaum noch Wahrnehmung für den Mitmenschen vorhanden. Oft muss die Partnerin regelrecht die „Enter-Taste" beim Partner drücken, d.h. erst für seine Aufmerksamkeit sorgen (evtl. auch durch ein regelrechtes scherzhaftes Antippen mit dem Wort „Enter"), damit der Partner überhaupt aufnimmt, was gesagt wird.

Es ist eine tägliche Arbeit an sich selbst notwendig, ein sich bewusst werden, dass eine Partnerschaft jeden Tag von neuem gelebt werden muss, um nicht zu einem eingefahrenen leblosen Nebeneinander-her-leben zu degenerieren. Das Verliebtsein beim Kennenlernen gibt uns einen ersten Vorgeschmack und eine Starthilfe zum Lernen, was Partnerschaft bedeuten kann.

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