Hauskauf vor Ehe und Anspruch des Kindes des Partners aus 1. Ehe?

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8 Antworten

Hallo Orangina03,

unterstellt, ihr heiratet ohne besondere notarielle Güterstandsregelung, gilt mit standesamtl. Eheschliessung der gesetzl. Güterstand der Zugewinngemeinschaft.

Entgegen manch rechtsirrigem Mythos werden eurere Vermögen als Ehegatten nicht zusammen gelegt, sondern bleiben auch in der Ehe stets getrennt voneinander: Jeder behält das, was er (an Vermögen wie Verbindlichkeiten) vor der Ehe besaß oder während der Ehe durch Erbe erwirbt, für sich allein.

zu Frage 1: Nein: Du bleibst weiterhin alleinige grundbuchliche Eigentümerin und alleinige Schuldnerin der Hypothekenbank gegenüber. Dass dein Zukünftiger sich an den Raten deines Hauses und dessen Betriebskosten beteiligt, dass er ja als Bewohner nutzt, steht dem nicht entgegen.

zu Frage 2: Nein: Sofern du sein Kind nicht adoptierst, beerben dich ohne anderslautendes Testament nach der gesetzl. Erbfolge nur dein Mann zu 1/4 plus gleichhohem pauschl. Zugewinnanspruch, mithin zu 1/2 und den sog. Voraus an Hausratsgegenständen. Die andere Hälfte gehört eurem gemeinsamen Kind, mithin auch 1/2 deines Hauses. Diesen hälftigen Erbanspruch und 1/2 Hausanteil kann es mit Vollendung seines 18. Lebensjahres beanspruchen. Es wäre daher anzuraten, hier einen Testamentsvollstrecker zu bestimmen, der die Vermögensverwaltung und -vollzug in die Hand nähme.

Sein Kind beerbt ihn neben dir gleichermaßen.

Mein Rat: Du musst garnichts weiter tun, als normal zu heiraten :-)

Dein Haus wie all dein weiterer Nachlass und dein Vermögen wie Restschulden gehört einmal eurem Kind und seinem Vater jeweils hälftig.

Oder demjenigen, den du als Erben in einem eigenen Testament bestimmst.

G imager761

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nein, kein verwandschaftliches Verhältnis, es ist "nur" dein Stiefsohn. Das Leibliche hat Ansprüche

Ehevertrag muss nicht sein, der Mehrwert ist aber anrechenbar, darauf hat er im Falle einer Trennung Anspruch

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Kommentar von Orangina03
11.10.2016, 16:03

Danke für die schnelle Antwort! :)

Das zählt aber nur für den Fall, wenn ein Gütertrennungsvertrag vorliegt und somit das Haus "mein" Haus ist? Denn es ist ja das leibliche Kind des Partners. Oder?

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Kommentar von WetWilly
11.10.2016, 16:03

Auf den Mehrwert hat er keinen Anspruch - warum sollte er?

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Kommentar von schelm1
11.10.2016, 16:06

der Mehrwert ist aber anrechenbar, darauf hat er im Falle einer Trennung Anspruch

Das könnte der neue  Ehepartner durch einen Zugewinnverzichtsausgelich heilen!

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Auschließlich Ihr gemeinsames Kind wäre auch ohne Eheschließung alleine hinsichtlich Ihres alleinigen Grundvermögens erbberechtigt.

Heiraten Sie, dann könnte der neue Ehepartner gegenüber dem gemeinsamen  Kind durch den Verzicht auf Zugewinnausgleich seinerseits Ansprüche ausschließen; das wäre vollkommen ausreichend.

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Kommentar von auchmama
11.10.2016, 16:07

Zum Zugewinnausgleich kommt es bei einer Scheidung, aber meines Wissens nach, nicht beim Verteilen des Erbes ;-)

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1. Frage:
Wie sieht es mit meinem Haus aus, wenn wir heiraten. Muss da ein Ehevertrag her?

Es ändert sich nichts an den Eigentumsverhältnissen, wenn ihr nicht gerade Gütergemeinschaft vereinbart. Eine Wertsteigerung der Immobilie kann aber in den Zugewinnausgleich im Falle der Scheidung oder des Todes fallen.


Hat das 1.Kind meines Partners einen Anspruch auf das Haus, wenn wir verheiratet sind?
Bzw. muss unser Kind, das Kind aus erster Ehe im Todesfall auszahlen?
Falls ja, was kann ich tun, damit dies nicht geschieht, da ich das Haus ja alleine abzahle?

Da muss man erst einmal differenzieren, wer von euch beiden zuerst verstirbt. Stirbst du zuerst und gibt es kein Testament, wird dein Ehemann im Regelfall Erbe zur Hälfte. Die andere Hälfte geht an euer Kind. Wenn dann dein Mann nachverstirbt, geht sein hälftiger Erbteil an dessen Kinder, wozu auch sein Kind aus erster Ehe gehört. Über diesen Umweg kann das Kind aus erster Ehe zumindest einen wirtschaftlichen Anteil am Grundstück erhalten. Ob dann irgendwer ausgezahlt wird, hängt davon ab, wie sich die Erbengemeinschaft auseinandersetzt. Es gibt natürlich erbrechtliche Konstruktionen, mit denen du verhindern kannst, dass das Kind aus erster Ehe einen wirtschaftlichen Anteil am Grundstück erhält. Spontan würde mir z.B. eine Vor- und Nacherbschaft einfallen.

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Das Kind aus der ersten Ehe Deines Partners, hat nur Ansprüche auf das Erbe des Vaters!

Da das Haus Dir allein gehört, bestehen weiterhin keine Ansprüche gegen Dich als Ehepartnerin des Vaters!

Anders sieht es aus, wenn Du vor Deinem zukünftigen Mann verstirbst. Dann würde er ja zur Hälfte von Dir beerbt werden und somit hätte dann bei seinem Ableben auch das 1. Kind Ansprüche auf diesen Anteil!

Um alles in wirklich trockene Tücher zu bringen, solltet Ihr vielleicht mal gemeinsam einen "Fachanwalt für Erbrecht/Notar) aufsuchen und dort alle Einzelheiten besprechen!

Alles Gute

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Kommentar von schelm1
11.10.2016, 16:04

Da das Haus Dir allein gehört, bestehen weiterhin keine Ansprüche gegen Dich als Ehepartnerin des Vaters!

Sie verkennen den Zugwinnausgleichsanspruch!

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Alles , was Du vor der Ehe erworben hast, bleibt auch Deins !

Das mit den Kindern ist da schon etwas komplizierter....da würde ich mal einen Familienanwalt zur Rate ziehen... Du müßtest wohl Dein Kind als Alleinerben einsetzen für den Fall, dass Du vor Deinem Mann versterben solltest...

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Kommentar von auchmama
11.10.2016, 16:16

Ein "Familienanwalt" ist bei Scheidungen anzuraten. Hier geht es um "Erbe und evtl. ein Testament" - dafür sind "Fachanwälte für Erbrecht/Notar" zuständig!

Man erspart sich einiges, wenn man sich gleich an den richtigen Fachanwalt wendet!

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Wenn du deinen Mann nicht ins Grundbuch eintragen lässt hat weder er noch das Kind aus 1. Ehe Anspruch darauf. Beim Rest kann ich leider aus dem Stehgreif nichts sagen

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Es bedarf keines Ehevertrages, da die "normale" Rechtsform der Ehe die Zugewinngemeinschaft ist.

Nein, das Kind hat keinerlei Ansprüche bzgl. des Hauses, auch nicht im Erbfall (wenn Dein Mann zuerst stirbt).

Allerdings solltet Ihr den Fall, dass Du zuerst stirbst im Testament ausgestalten (sonst erbt erst Dein Mann die Hälfte, stirbt dann Dein Mann, haben sein Kind aus erster Ehe und euer gemeinsames Kind jeweils einen Erbanspruch - in dieser Konstellation könnte das Kind dann im ungünstigsten Fall ein Achtel des Hauses erben).

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Kommentar von Orangina03
11.10.2016, 16:08

Zugewinn bedeutet ja aber, dass alles das, was ich in der Ehe erwerbe, sprich bspw an Kredit abzahle, ein Zugewinn ist. Das würde bedeuten, dass im Falle einer Scheidung mein Partner ausgezahlt würde, obwohl er nur Nebenkosten gezahlt hat?

Oder hab ich da etwas falsch verstanden?

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