Haus von Oma geerbt, Opa wohnt noch darin

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16 Antworten

Welche Möglichkeiten hat der Enkel?

Das hängt von seiner Skrupellosigkeit, finanziellen Möglichkeiten (Prozesskostenrisiko) ab und der Frage, was er mit dem Haus selbst denn vorhat :-)

Selbst Eigenbedarf unterstellt, dürfte es schwierig, mindestens aber langjährig und sehr teuer werden, Räumungsklage letzlich auch durchzusetzen.

Denn eine Eigenbedarfskündigung dürft an der Härte- und Sozialklausel n. § 574 BGB scheitern und vielmehr bei den persönlichen Verhältnisses des Großvaters ("Einen alten Baum verpflanzt man nicht") seinen Rechtsanspruch auf Fortsetzung des Wohnens mindestens für einen ausreichenden Zeitraum (Pflegeheimerfordernis) höher bewerten als die Eigentums- und Verwertungsrechte des Erben :-O

Da wäre es deutlich zielführender und kostensparender, einen ordentlichen Mietvertrag zu schließen, der, für die ersten Monate oder gar Jahre in Anrechnung auf das Pflichtteilsrecht des Großvaters, immerhin 1/4 pauschaliertem Zugewinnanspruch und Pflichtteilsrecht von 1/8 des Reinnachlasses (i. W. also 3/8 vom Verkehrswert der Immobilie!) sowie hälftigem Hausratanspruch (Inventar) zu gewähren.

G imager761

MosqitoKiller 26.10.2012, 08:27

Selbst Eigenbedarf unterstellt, dürfte es schwierig, mindestens aber langjährig und sehr teuer werden, Räumungsklage letzlich auch durchzusetzen. Denn eine Eigenbedarfskündigung dürft an der Härte- und Sozialklausel n. § 574 BGB scheitern

Ähm, Du gehst hier anscheinend von einem bereits bestehenden Mietverhältnis aus, daher Dein Hinweis auf Eigenbedarf. Dieses existiert aber gar nicht, der Opa kann jederzeit zur Räumung aufgefordert und nach Ablauf der Räumungsfrist ohne Angabe eines Grundes aus dem Haus geklagt werden. Das Mietrecht kommt hier gar nicht zur Anwendung...

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Welche Möglichkeiten hat der Enkel? Klagen nötig? Es gibt weder ein Wohnrecht noch einen Mietvertrag!

Mietverträge können auch mündlich abgeschlossen werden.

Ich würde mich von einem Anwalt für Mietrecht beraten lassen.

Die Fragestellung allein ist beschämend für den Frager. Hier kann es doch nicht um "Recht" gehen, sondern schlicht und einfach nur um "Anstand", der es verbieten sollte, das Herausklagen des Opa überhaupt zu erwägen. Der Opa hat natürlich zumindest ein faktisches Wohnrecht im Haus seiner nun verstorbenen Ehefrau, das der erbende Enkel trotz aller offenbar vorhandnen Hab-. und Geldgier respektieren sollte. Der Vorschlag, den Pflichtteil Opas (immerhin 1/4 des Nachlasswerts !) gegen die Miete aufzurechnen, halte ich für sehr gut. Er wird dazu führen, dass der gierige Enkel an den Opa noch Zahlungen zu leisten haben wird. 1/4 dess Hauswertes "abzuwohnen" wird vermutlich länger dauern als der Opa noch leben wird.

Klagen nötig?

Mal langsam. Zunächstmal sollte man versuchen solche Dinge einvernhemlich zu klären. Klagen kostet Geld und führt oft zu einer für alle Parteien ungünsigen Lösung.

Großvater und die drei Kinder der Verstorbenen haben Pflichtteilsansprüche ( Nur finanzieller Hinsicht, dar vorher enterbt).

Der Großvater hat u.U. noch Anspruch auf den Zugewinnausgleich. Sowohl der Pflichtteil als auch der Zugewinnausgleich müssen aber angefordert werden. Sprich sie müssen nur gezahlt werden, wenn der berechtigte sie fordert.

Bezüglich der Pflichtteils wäre eine Aufrechnung des Pflichtteils gegen die Miete möglich. Miete hat allerdings den Nachteil, das es sich hier um steuerpflichtiges Einkommen handelt. Heißt, wenn Sie vom Opa Miete verlangen und damit den Pflichtteil zahlen ( oder aufrechen) müssen Sie die Mieteinnahmen versteueren.

Nur finanzieller Hinsicht, dar vorher enterbt

Das ist richtig, der Pflichtteil als solcher ist zunächstmal ein Anspruch in Geld.

Grundsätzlich können der Erbe und der Pflichtteilberechtigte aber einvernehmlich das vertraglich auch anders regeln. Am sinnvollsten erscheint es hier, das der Opa sich mit dem Pflichtteil ein lebenslanges Wohnrecht "erkauft". Heißt, das dem Opa ein lebenslanges Wohnrecht eingerichtet wird und er im Gegenzug auf den Pflichtteil und Zugewinnausgleich verzichtet.

Der Pflichtteil des Opas beträgt hier wertmäßig ein 1/8 des Erbes. Der der Kinder jeweils 1/12 zusammen also 1/4. Jeder berechtigte kann für sich den Pflichtteil verlangen oder auch nicht. Für den Zugewinnausgleich müßte man wissen, wie hoch das Anfangsvermögen in der Ehe war.

Der Wert eines lebenslangen Wohnrechts läßt sich durch die Lebenerwartung und die fiktive Jahresmiete berechnen.

Also, die Großmutter kann ja nur das vererben, was ihr auch gehört. Lt. Frage besitzt auch der Großvater ein Haus mit seiner Ehefrau, was allein der Ehefrau gehört. Was denn nun? Zudem kann er und die Kinder nicht enterbt worden sein, es sei denn, es liegt das Gerichtsurteil vor. Erg. bitte die Frage und dann werden wir sehen.

Sofern er Kosten wie Strom, Wasser, Gas, Steuern, Müllabfuhr, Gebäudeversicherung etc. zahlt und du nicht durch die fehlende Miete in den Ruin getrieben wirst, lass den alten Mann doch in seinem zu Hause. Weswegen wurde er denn enterbt? Wenn kein triftiger Grund vorliegt solltest du ihn seinen Lebensabend dort noch verbringen lassen. Das Haus steht auch in ein paar Jahren noch.

MosqitoKiller 26.10.2012, 08:22

Weswegen wurde er denn enterbt? Wenn kein triftiger Grund vorliegt

Naja, ohne triftigen Grund würde das wohl kein Mensch machen, oder?

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Kuro48 26.10.2012, 14:15
@MosqitoKiller

Einen Grund ja, ob er triftig ist und das für die ganze Familie, ist wiederum eine andere Sache. Offensichtlich hat die Frau ja "nur" eine Enterbung vorgenommen, aber die beiden blieben zusammen. Von daher ist es doch recht seltsam wenn man so weit geht jemanden zu enterben, aber trotzdem mit ihm zusammen lebt. Es wurden schon Kinder für Nichtigkeiten enterbt, so lang der Fragesteller sich dazu nicht äußern möchte, kann man den Umfang nicht ausmachen weswegen die Frau diesen Schritt ging.

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Da hilft wohl nur eine Räumungsklage, die bekanntlich sehr sehr lange dauern kann. Wenn Enkel Pech hat, stirbt Opa, bevor dem Enkel per Gesetz Recht gesprochen wurde. Blöde Situation. Da bietet sich an, den Pflichtteilsanspruch des Opas mit der von ihm zu zahlenden Miete aufzurechnen und sich vielleicht mithilfe eines Schiedsmannes mit ihm zu einigen. Ich bin übrigens nicht der Meinung -wie sämtliche Kommentatoren hier vor mir - dass man den Opa, nur weil er alt ist, im Haus wohnen lassen sollte. Wir, die Antwortenden, kennen den Opa nicht und ich gehe mal davon aus, dass Oma ihre Gründe für dieses Testament hatte und daher auch möchte, dass es respektiert wird und Opa auszieht.

Juristisch gesehen haben Sie recht. Sie können den alten Herrn aus der Wohnung klagen. Dabei sollten Sie bedenken, dass er, unabhängig von dem Pflichtteilsanspruch, Anspruch auf den gesamten Hausrat hat, der während der Ehe angeschafft und benutzt wurde.

Wenn Sie das jedoch so machen, werden sie ihr Leben lang an schlechtem Gewissen leiden.Gegen so etwas gibt es keine Heilung. Da hilft nur Verständnis und Güte.

imager761 26.10.2012, 07:43

Sie können den alten Herrn aus der Wohnung klagen.

Das dürfte n. der sog. Härtefall- und Sozialklausel gem. § 574 BGB schwierig werden :-O

G imager761

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MosqitoKiller 26.10.2012, 08:29
@imager761

Wo siehst Du hier eine Anwendbarkeit des Mietrechts, wenn kein Mietvertrag besteht?

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wurden denn die pflichtteile schon ausgezahlt?

der opa wird seinen pflichtteil nicht verlangen, der enkel muss ihn somit gar nicht auszahlen, und die moralische pflicht gebietet, dass der enkel ihn in "seinem" haus weiter leben lässt bis zu seinem tod, natürlich ohne miete zu verlangen.

annokrat

MosqitoKiller 26.10.2012, 08:24

Diese moralische Pflicht sehe ich nicht, denn offensichtlich war das von der Oma nicht gewollt...

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annokrat 26.10.2012, 23:38
@MosqitoKiller

was geht den enkel der streit zwischen oma und opa an? es bleibt sein opa. natürlich ist es für leute, die ich als asozial betrachte, bequem sich so einer argumentation zu bedienen.

annokrat

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es ist von dem enkel das haus also darf er auch darüber bestimmen also kannst du miete verlangen und wenn du willst auch vor die tür setzen das würde ich aber nicht machen eine kleine miete geht okey aber nicht rausschmeizen sonst zum anwalt

Hört sich an wie eine Prüfungsfrage Jura 1. Semester. Ist dem so?

Wenn er weder Miete zahlen will noch ausziehen will muss man zum Anwalt.

Dazu ist noch zu sagen, dass der Großvater sich ebenfalls weigert auch nur die Nebenkosten (Grundbesitzabgaben, Versicherung usw.) zu übernehmen.

imager761 26.10.2012, 07:40

Vlt. verrechnet er sie nur gegen seinen Pflichtteilsanspruch? Immerhin 3/8 des Reinnachlasswertes, und den kann er 3 Jahre lang jederzeit formal geltend machen?

G imager761

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Anton888 26.10.2012, 20:41
@imager761

Vorrausgesetzt der Enkel zahlt nun >2 Jahre die Abgaben des Opas, nun fordert dieser seinen "vollen" Pflichtteil ein.

Was dann?

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Hat Großvater vielleicht lebenslanges Wohnrecht?

user1673 25.10.2012, 23:52

Wohnrecht bedeutet nur das Recht zum Wohnen, nicht aber das kostenlose Wohnen. Koctenlos wäre es nur bei Nießbrauch.

Für diesen Fall allerdings ohne Belang - wie der Farge zu entnehmen ist.

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ichweisnix 26.10.2012, 00:22
@user1673

Nicht ganz. Auch ein Wohnrecht ist in der Regel kostenlos. Aber ein Wohnrecht kann nur persönlich ausgeübt werden. Das heißt der berechtigte hat das Recht dort zu wohnen. Beim Niesbrauch wäre auch eine Vermietung möglich.

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imager761 26.10.2012, 07:41
@ichweisnix

Ich denke der Einwand bezieht sich eher auf die Neben- und Betriebskosten, die bei Wohnrecht natürlich zu entrichten wären :-)

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Du Schmarotzer, willst den Mann, der sich jahrzehnte u das Haus gekümmert hat, auf die Strasse setzen . . . .

Unter aller Würde . . .

MosqitoKiller 26.10.2012, 08:29

Das wollte offensichtlich die Oma so, sonst hätte sie das Testament nicht so verfasst, erst lesen

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Räumungsklage, eine andere Möglichkeit gibt es nicht...

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