Hat man als LKW-Fahrer eigentlich noch Zukunft?

12 Antworten

Der Beruf hat sicherlich Zukunft. Solange die Verbraucher

Krabben aus dem Atlantik,

Butter aus Irland,

Käse aus der Schweiz und Österreich,

Erdbeeren aus Spanien,

Technologie aus Fernost,

Autos aus der ganzen Welt,

Kleidung aus Taiwan usw.

wollen, werden wir genügend Arbeit haben. Ansehen werden wir jedoch nie erreichen, weil wir stören. Beim Fahren, weil wir in Deutschland - im Gegensatz zu anderen Ländern - Bremsklötze auf der Landstraße sind. Beim Parken, weil es nicht auf jedem Parkplatz ein WC gibt und die Notdurft auch nicht im Wald verrichtet werden kann, weil davor ein Zaun ist. Weil sich keiner die Mühe macht, sich mal in uns reinzudenken. Wie es ist,

die ganze Woche unterwegs zu sein,

in einem Industriegebiet, neben Eisenbahnschienen, direkt an der Autobahn zu schlafen.

Beim Kunden zu warten, weil er keine Zeit oder Lust hat.

Von der Familie und den Freunden zu hören, daß man nie Zeit für sie hat.

Trotzdem liebe ich meinen Beruf und möchte nichts anderes tun.

Sicherlich hat der Job des BErufskraftfahrers Zukunft. Die zu bewegende Menge an Gütern kann nicht per Schiene befördert werden. Das ist nicht möglich. Außerdem ist der LKW immer noch das beliebteste Transportmittel, da dieser schnell am Ziel ist.

Die Kontrollen müssen sein. Ich kann Kollegen nicht verstehen, die diese als Schikane ansehen. Und wenn man die Zeiten nicht einhalten kann, hat man einen schlechten Disponenten im Nacken oder man berechnet dem Verlader/Empfänger eine saftige Standzeit.

Bilduntertitel eingeben... - (Beruf, LKW, LKW-Fahrer)

Zukunft ja, aber ob das dann noch jemand machen möchte.......

Ich habe sehr viel Spaß an meiner Arbeit, aber ich würde es niemanden mehr empfehlen oder jemandem vorschwärmen um ihn zu überreden einen Fahrerjob anzunehmen.

Es gibt sie, die guten Seiten und Momente, habe auch schon viele davon erlebt, es gibt aber auch viele negative Seiten.

Gut, das gibt es bei vielen Jobs, aber ich bin der Meinung momentan überwiegen die negativen.

Das Ansehen anderer Verkehrsteilnehmer ist gleich null. Ausbremsungen, Nötigungen, Beschimpfungen, zeigen gewisser Gesten und Finger und das alles nur weil ich auf der Straße fahr und die Wirtschaft am Laufen halte. Viele wissen garnicht, wie sich so ein Ding fährt oder wie schwierig es ist. Trotz meiner 3 Scheiben und 6 Spiegel sehe ich weniger als ein PKW-Fahrer. Trotz meiner Leistung brauche ich mal länger um über die Kreuzung zu kommen oder in eine Straße einzubiegen. Dann muß halt mal einer warten.....

Viele sind der Meinung wenn ein LKW überholt, kostet das die Zeit der PKW-Fahrer, weil sie hinterher tuckern müssen. Dann frag ich mich aber, warum hat dann der PKW-Fahrer trotzdem die Zeit den LKW auszubremsen und sogar noch sein Leben und das Leben anderer Verkehrsteilnehmer zu riskieren.....

LKW-Fahrer schlafen 10m neben der Autobahn, LKW-Fahrer haben nur die Möglichkeit sich in teilweise ekelerregenden Sanitärräumen zu pflegen, LKW-Fahrer müssen den Spagat zwischen Gesetz und Arbeit finden und das ist nicht leicht. Viele wissen das garnicht.

Mal zu Fenchurch: Siehst Du, schon reden unbeteiligte Personen obwohl sie nicht wissen was gemeint ist. Als es da um die Ladungssicherung ging, sagtest Du, Du traust Dich ja dann kaum noch auf die Autobahn.... Das macht schon wieder den Eindruck Du denkst kein LKW-Fahrer sichert seine Ladung gewissenhaft. Das ist ein Trugschluß, denn selbst wenn ein LKW-Fahrer seine Ladung vorbildlich gesichert hat und fährt in eine Kontrolle und der LKW-Fahrer ist dem Kontrollbeamten nicht sympatisch, sag ich mal so, dann wird er sicherlich einen Fehler in der Ladungssicherung finden. Dies resultiert daraus, weil es heißt "nach den anerkannten Regeln der Technik". Und das ist so schwammig geschrieben daß es jeder anders auslegen kann.

Will ein Kontrollbeamter was zum Beanstanden finden, dann tut er das auch. Egal wie gut oder vorbildlich der Fahrer ist.

Daß die Lenk- und Ruhezeiten zum Schutz des Fahrers vor Ausbeutung sind, und zum Schutz der anderen Verkehrsteilnehmer vor übermüdeten Fahrern dürfte jedem einleuchten. Aber wo ist es zum Schutz des Fahrers wenn ich von Freitag auf Samstag nochmal im LKW schlafen muß, nur weil ich noch 45min nach Hause hätte und meine Zeit voll ist? Zuhause wäre ich bei Familie und im warmen Bett in einer warmen Wohnung und so lebe ich nochmal eine Nacht in 2 Quadratmeter.

Viele Faktoren wirken zusammen, nicht nur die Kontrollen, sondern auch die Wirtschaft und Industrie und auch die allgemeine Gesellschaft. Und alle Faktoren zusammen prägen das Image der LKW-Fahrer. Leider ist es momentan nicht sehr gut. Sicher, es gibt auch Kollegen die stinken zum Himmel und wissen und können garnichts. Daß solche Leute das Ansehen nicht gerade fördern, sondern mehr in den Dreck ziehen ist logisch. Aber es liegt auch viel an den Umständen, weil viele die Hintergründe nicht wissen und gar nicht wissen wie es so abläuft.

Viele denken ein LKW-Fahrer kann nichts. Aber mal zur Erinnerung was ein LKW-Fahrer alles wissen muß: Lenk und Ruhezeiten, Arbeitszeitgesetz, ADR-Vorschriften, Verkehrsregeln ( nicht nur die allgemeinen, sondern auch für LKW und mehreren Ländern), Zollrecht, CMR-Bestimmungen, technisch begabt sein, Vorschriften zur Ladungssicherung, Fahrverbote, Ferienreiseverordnung, technische Vorschriften ( Länge, Breite, Höhe, überstehende Ladung, Gesamtgewicht, Achslast, Lastverteilungsplan).......

In welchem Job muß man soviel wissen? Sagt es mir. LKW-Fahrer sind keine Dummköpfe.

Das ärgern mit Gerichten und Bussgeldern. Ich bekamm diese Woche ein Urteil, 765 Euro wegen diverser Delikte. Ich hab schon zweimal Einspruch eingelegt, weil diese Delikte verjährt sind ( 2 Jahre bei Vergehen gegen Sozialvorschriften). Trotzdem soll ich bezahlen. Ich hatte schon ein Schreiben vom Finanzamt wegen Lohnpfändung da war noch nicht mal das Urteil gesprochen..... Mit solchen Sachen muß man sich ärgern. Warum lassen sie es nicht einfach bleiben, wenn schon verjährt? Mit dem LKW-Fahrer kann man es ja machen......

Zukunft ist vorhanden, aber um mehr neue, junge, motivierte Fahrer und vor allem gute Fahrer zu finden, muß sich einiges ändern. Nicht nur bei den Speditionen, die Chefs sind das kleinere Problem, sondern bei der gesamten Menschheit. Das Stichwort heißt Rücksicht und Verständnis. Und das gibt es momentan leider nicht.

Ich mache meine Arbeit sehr gerne, glaube aber daß es solange sich die Umstände nicht ändern und jeder Trottel vom Arbeitsamt nen Führerschein bekommt, wird sich nichts ändern.

Und noch was an alle Ahnugslosen. Ich habe 1985 eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer abgeschlossen und dank der Schwachsinnigen Regelungen in unserem Meckerstaat kann ich mir heute damit den A.... putzen. Werde als ausgebildeter Bkf genau so behandelt wie der Bauer mit Führerschein. Fakt--- habe die Ausbildung vollkommen umsonst gemacht. Ich und andere in der selben Situation hätte also deutlich mehr Grund rumzumaulen als viele andere hier die einfach nur ihren Senf zu einem Thema abgeben von dem sie aber keine Ahnung (allenfals mal die Pappe wenn überhaupt) haben.

Klar! Güter müssen immer rollen, vorzugsweise wird dies auf der Strasse geschehen. Jedoch solltest Du bereit sein zu unverhältnismäßig geringen Lohnkosten zu arbeiten und am besten gleich noch Sprachkurse in Polnisch und Russisch belegen, da die "Kollegen" diese als Muttersprache sprechen.

Was möchtest Du wissen?