Hat eigentlich jeder Mensch eine Persönlichkeit?

25 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

JackyS., eines deiner Persönlichkeitsmerkmale ist eben dein übertriebener Selbstzweifel. Das hab ich dir schon mal gesagt, sofern ich mich entsinnen kann und ich sags auch jetzt wieder. Und ich sag dir auch dieses noch einmal: Es gibt keinen Grund, dass du dich mit so einem ausgeprägten Selbstzweifel beschäftigst. Erstens aus dem Grund, weil NIEMAND talentfrei (ohne Fähigkeiten) ist und du zweitens schon mehrmals bewiesen hast, dass du etwas in der Birne hast. Der springende Punkt bei dir ist, wie es aussieht, dieser, dass du deine Talente (Fähigkeiten) immer noch nicht finden konntest.

Denke mal mit dem letzte Satz hast du den springenden Punkt wirklich getroffen, aber auch mit dem Rest hast du recht. Naja.... Ich versuche schon die ganze Zeit meine Blockade aufzulösen und mich in eine Position zu bringen, in der ich meine eventuellen Stärken zum Tragen bringen kann. Das Problem an der Sache ist einfach, dass ich Angst vor den Folgen habe und dass ich die Stärken, die ich als Stärken wähne, gar nicht besitze. Womit wir wieder bei den Selbstzweifeln wäre. Außerdem lass ich mich von meiner Außenwelt beeinflussen.

0

Jeder Mensch hat von Geburt an eine Persönlichkeit. Du bist gerade in einer Umbruchphase, in der du Überlegungen über dich selbst anstellst, was im Übrigen ein Ausdruck deiner Persönlichkeit ist. Natürlich wirst du weiterreifen und dich weiter verändern. Und dieser Weg, den du gehst, ist der Ausdruck deines Ichs.

Danke.

0

Allein die Suche reicht! Um sich Gedanken über sich selbst zu machen musst du erst einmal eine Persönlichkeit besitzen. Du bist in dem Moment, der dich veranlasst darüber nachzudenken was du eigentlich darstellen willst, eine eigenständige Person mit freien Gedanken. Wieso oft ist der Weg das Ziel.

Deine Frage lädt mich geradezu ein, ein ganzes Referat zu halten :-)))

Aber ich bemühe mich, mich kurz zu fassen, denn wer weiß, was ich gar noch mit vielen Worten auszulösen vermag...

Zuallererst:

Du bist schon ALLES und musst nicht erst zu etwas werden!!!

Lass alle Vorstellungen, die du über dich selbst hegst fallen, jegliche Beurteilung, jeden vermeintlichen Glauben.

Was das alles ist, erkennst du, wenn du wach, bewusst und achtsam, jeden Tag das beobachtest, was du direkt vor deiner Nase hast, vor allem dich selbst, deine Handlungen deine Worte und deine Gedanken. Und betrachte deine Gespräche mit anderen so, als ob es Selbstgespräche wären (was tatsächlich so ist, aber das ist noch eine andere Geschichte ;-)

Tust du das ausgiebig, wirst du dir selbst immer näher kommen, mehr und mehr entdecken, wer und was du wirklich bist.

Jeder Weg beginnt mir dem ersten Schritt...

Viel Freude bei der Entdeckung deines Selbst!

Naja... Bis jetzt hast du ja nur mit wenigen Worten etwas ausgelöst :-) Vielleicht passiert bei vielen Worten gar nichts oder eben eine ganze Menge. Verstehe schon, dass du es nicht darauf ankommen lassen möchtest ;-)

.

Ich danke dir für deine Antwort. Ich hab dazu nur eine Frage: Wenn ich mich selbst aufmerksam beobachte, muss ich doch mir gegenüber neutral sein und alle Wertungen bei Seite schieben, oder?

0
@JackySmith

So isses!

Wichtig ist, den neutralen Beobachter zu "installieren", was vor allem bei den eigenen Gedanken äußerst hilfreich ist. Nicht denken geht nicht (später schon ;-). Positiv denken ist deckeln und bringt dich (erst mal) nicht weiter. Die Gedanken fließen zu lassen, ohne einzugreifen und sie wach und bewusst zu beobachten, eröffnet dir ganz neue Einblicke in dein (Unter)Bewusstsein. Vor allem bist du so nicht involviert, lässt dich nicht einfangen, was im Allgemeinen dazu führt, dass sich zu unguten Gedanken auch noch ungute Gefühle gesellen...

0

Du bist schon ALLES und musst nicht erst zu etwas werden!!!

Danke Angel, damit hast du alles gesagt! So spare ich mir ne Antwort. ;-)

0

Mit Sicherheit hat jeder Mensch eine Persönlichkeit. Das Besondere dabei ist aber, dass sie sich ständig (weiter-)entwickelt. Täglich wird man von seiner Umwelt beeinflusst, die auf die Dauer (sogar große) Veränderungen der Persönlichkeit bewirken kann.

.

Dieser Prozess wird in der Wissenschaft Sozialisation genannt: Das Individuum setzt sich einerseits mit seinen eigenen Anlagen, Talenten, Charakter, Eigenschaften auseinander, aber andererseits auch mit seiner Umwelt, den Bedingungen, den Umständen, also sozialer Status, Arbeit, Freunde etc. Auch beeinflussen sich beide Parteien gegenseitig: Man kann selbst seine Umwelt beeinflussen, aber die Umwelt wirkt ebenso sehr stark auf einen selbst ein.

Beispiel: Ein Kind möchte eigentlich nicht Fußball spielen, aber weil es alle Freunde machen, erklärt es sich auch dazu bereit, um nicht ausgeschlossen zu werden.

.

Das Schwierige ist, die richtige Balance zu finden zwischen Anpassung an die Gesellschaft (jeder Mensch ist ein ζῷον πολιτικόν ("Lebewesen in einer Gemeinschaft")) und dem Drang danach, einmalig und ein Individuum zu sein.

.

Am besten ist es, man überlegt immer, wie man selber zu etwas steht. Wer nur andere Meinungen aufnimmt und weitergibt, hat mit Sicherheit keine starke Persönlichkeit. Deshalb gefällt mir der Ausspruch sapere aude! (Wage es, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!) so gut, denn in diesem Zitat (das ursprünglich vom römischen Dichter Horaz ist, nicht von Kant!) sehe ich die perfekte Anleitung, um seine ganz eigene Persönlichkeit zu finden.

Heutzutage würde man es vielleicht so formulieren: Mach dein Ding! ;-)

"Wage es, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!"

Sehr gut erkannt und dargestellt! Es bleibt allerdings dahingestellt, wer nach seiner ideologisch orientierten Erziehung, seiner religiösen Prägung sowie neben dem übermächtigen und manipulativen Einfluss der Massenmedien überhaupt noch dazu in der Lage ist, seinen eigenen Verstand von Fremdeinflüsterungen zu unterscheiden...!

Diese Fähigkeit erst macht die Stärke einer Persönlichkeit aus!

0
@marijo2

Da kann ich nur zustimmen. Es ist gut, viele verschiedene Meinungen und Einflüsse wahr- und aufzunehmen, aber dann ist es an der Zeit zu sondieren und sich aus dem Mix seine eigene Meinung zu bilden.

In den Wissenschaften verhält es sich genauso. Man könnte meinen, dass die Aussage eines Forscher oder Experten großen Wahrheitsgehalt hat - da ist es doch seltsam, dass es wiederum Forscher auf dem gleichen Gebiet gibt, die der Meinung des Anderen 100%ig widersprechen.

Fazit: Kaum etwas weiß man sicher, fast alles muss diskutiert werden, auch unter Experten. Es geht sowieso immer nur um die plausibelste und wahrscheinlichste Erklärung.

Beispiel: Klimaveränderung: Es gibt Experten, die sagen, dass der Mensch Einfluss darauf nimmt. Die Medien stürzen sich darauf und machen mit diesen Schlagzeilen Unmengen Geld. Dabei gibt es mindestens genau so viele Forscher, die einen (bedeutenden) Einfluss des Menschen auf das Klima verneinen. Wer sich bei solchen Themen stur auf eine Seite schlägt, hat schon verloren - denn man weiß es einfach nicht.

0
@Draschomat

Schön, dass du mich verstehst.

Allerdings denke ich, dass es für das Gros der Menschheit schlicht eine Unmöglichkeit geworden ist, SICH SELBST nach diesen Vorgaben nicht aus dem Auge zu verlieren. Denn es erfordert ständiges Hinterfragen immer wieder unbewusst angenommener Glaubenssätze.

Was ich nämlich heute für wahr halte, darf ich auch morgen wieder zur Lüge erklären, ohne mir damit untreu zu werden! Leider ist derartig notwendiges, ständiges Neu-Hinterfragen den meisten Menschen viel zu unbequem... und darum bleibt die große Masse imho nur ein Abklatsch derjenigen Autoritäten, denen sie unkritisch und vertrauensvoll folgt... o.O

0
@marijo2

Sozialismus ist mir ein Begriff. Habe mich schon häufiger damit beschäftigt bzw. beschäftigen müssen.

.

Das Schwierige ist, die richtige Balance zu finden zwischen Anpassung an die Gesellschaft (jeder Mensch ist ein ζῷον πολιτικόν ("Lebewesen in einer Gemeinschaft")) und dem Drang danach, einmalig und ein Individuum zu sein.

Ich bin meist eigentlich eher gegen die Gesellschaft bzw. die allgemeine Meinung, wenn auch nicht aktiv. Nun nicht so, dass ich sie verabscheue, sondern eher so, dass ich ihr nicht ganz zustimmen kann. Ich verhalte mich eher ruhig. Habe aber gemerkt, dass ich so auf verlorenem Posten stehe. Und versuche mich schon anzupassen. Klappt auch teilweise. Aber teilweise ist es auch ein Problem. Ist wirklich gar nicht so leicht, diese Balance zu finden, von der du gespochen hast.

.

Am besten ist es, man überlegt immer, wie man selber zu etwas steht.

Das z.B. mache ich. Dabei komme ich blos nicht weiter, denn Was ich nämlich heute für wahr halte, darf ich auch morgen wieder zur Lüge erklären und aus dem Ganzen, was richtig und falsch sein soll, werde ich nicht schlau. Ich finde den Pluralismus zwar einerseits toll, aber ich kann aus all dem nicht richtig sondieren und bei eine wirklich feste Meinung bilden. Ich wackele dort unheimlich. Es heißt, es gäbe nicht nur weiß und schwarz. Es gibt auch Graustufen. Und auf diesen switsche ich hin und her. Zwar nehme ich nicht die Meinungen von anderen an, habe aber auch keine wirklich eigene. Und dasist für mich belastend.

0
@JackySmith

Sozialisation ist nicht gleich Sozialismus. :-)

Ansonsten kann ich nur sagen, dass du dir immerhin viele Gedanken machst und alleine das bringt dich auf deinem Weg voran, selbst wenn du bisher noch kein Ziel gefunden hast. Die Konstanz und Sicherheit kommt schon noch, keine Sorge. :-)

0
@Draschomat

Ich weiß lieber Draschomat =)

Ich habe mich nur verschrieben.... Wäre mir gar nicht aufgefallen, wenn du mich nicht drauf aufmerksam gemacht hättest. Wie komme ich nur auf so nen Quatsch...? Na ja. Egal. Habe mich mit Beidem schon beschäftigt und bringe es normalerweise auch nicht durcheinander.

.

Gut. Ich will zumindest hoffen, dass du recht hast. Wenn ich mir vorstelle, dass das das ganze Leben so weiter gehen würde, könnte das "lustig" werden....

0

Was möchtest Du wissen?