Hallo, ich bekomme viel zu teuren Firmenwagen von Kollegen der gekündigt hat! Muss ich das Fahrzeug übernehmen?

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4 Antworten

Ein Firmenwagen ist zunächst eine freiwillige geldwerte Leistung des AG. Einen Rechtsanspruch vom Gesetz her gibt es nicht. Steht der Wagen im Arbeitsvertrag, ist verbindlich, was da steht.

Wenn das ein ganz normaler Firmenwagen ist, bezahlt der AG die Unterhaltskosten. Da kann dir hohe Steuer, Versicherung und Spritverbrauch egal sein.

Was auf die zukommt ist die 1%-Regelung, falls du den Wagen auch privat nutzen. darfst. Demnach musst du jeden Monat 1% des Neuwertes versteuern. Das wären 580,- Ansonsten wären es 300,-

Die Differenz sind also 280,- im Monat anzusetzendes Bruttogehalt. Darauf musst du die Einkommensteuer tatsächlich bezahlen. Bei einem Steuersatz von 25% würden also 280:4 = 70,- mehr pro Monat auf dich zukommen. Das wären in der Summe dann rund 145,- statt 75,- pro Monat an zusätzlicher Steuer. Dafür ein so teures Auto zu kriegen wäre für viele sehr attraktiv.

Du vergisst allerdings die 0,3% Regelung und die sieht bei einem 58000€ Auto wesentlich anders aus als bei dem jetztigen 30000€ Auto. Das heißt momentan versteuer ich 300€ (1%) + 0,0003*30000€*50km= 450€ also 750€ (netto ca. 375€) . mit dem teuren Auto wären das 580€ (1%) + 0,0003*58000*50 = 870€ also 1450€. Differenz sind 700€. Ungefähr 350€ Netto weniger im Monat! nicht sehr attraktiv ;)

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@Bastiolo

In der Tat, die 0,3% Regelung habe ich nicht beachtet und auch noch nie selber bezahlt.

Und nach deiner Rechnung ist das wirklich zu überlegen....

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Ein Firmenwagen ist zunächst eine freiwillige geldwerte Leistung des AG.

Wenn die Stellung eines Dienstwagens arbeitsvertraglich vereinbart wurde, ist es nicht mehr freiwillig.

Im Übrigen gelten Bastiolos Darlegungen zur entfernungsabhängigen Komponente der Berechnung - da wird ein fast doppelt so teures Auto für einen Arbeitnehmer unterhalb der Beitragsbemessungsgrenzen der Sozialversicherung richtig teuer.

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Wie wär's denn, statt zu fragen "muss ich" und "welches Recht habe ich", zuerst mit dem Vorgesetzten zu sprechen?

Erläutere ihm, daß dies durch die höhere Versteuerung de facto eine Gehaltseinbuße für Dich bedeutet und frag' ob sie dies finanziell so ausgleichen können, daß Du netto das selbe Gehalt hast.

Hallo Stefan1531, danke für deine schnelle Antwort!

natürlich werde ich, sobald mein Kollege aus der Firma getreten ist, mit meinen Vorgesetzten über die Situation reden. Ich meine es gibt mehrere Möglichkeiten. Entweder ich muss das Fahrzeug nehmen und zahle drauf, ich bekomme dementsprechend mehr Lohn als Ausgleich oder ich bin gezwungen den Job zu wechseln, da es sich für mich sonst nicht mehr lohnt. Ich habe nur leider noch kein ähnliches Thema wie dieses gefunden und hoffte auf Erfahrungsbeispiele

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@Bastiolo

Mit dieser Argumentationskette sollte es eigentlich klappen. "von dem teureren Fahrzeug habe ich ja nichts - ich brauche ja nur ein Auto, das mich von A nach B bringt".

Für den Arbeitgeber ist das ja kein großer finanzieller Unterschied - für Dich schon.

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Würde da auch mit dem Chef reden, was das für dich bedeutet. Evtl kannst du das Gehalt anpassen oder falls noch nicht vorhanden, Tankkarte für privaten Gebrauch erhalten usw.

Da wird sich sicherlich eine Lösung finden. Warte es mal ab.

sperich doch mit deinem Chef, dass dir der geldwerte Vorteil für das Fahrzeug zu hoch ist und du keinen Firmenwagen unter diesen Umständen möchtest

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