Hallo! Habe die Möglichkeit einen eigenen Reiterhof zu betreiben. Da ich bis jetzt fast ausschließlich auf einem Reiterhof geritten bin, was wäre euch wichtig?

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9 Antworten

Mir ist wichtig, dass derjenige, dem ich mein Pferd rund um die Uhr anvertraue, Erfahrung mit Pferdehaltung hat. Dass er ein guter Landwirt ist, der die Weidekontrolle auf Giftpflanzen und vieles mehr wirklich selbst machen kann, seine Weidepflanzen alle kennt. Dass er sich mit den wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen auskennt. Dass er mir eine Fütterung anbietet, in der Heu immer zur Verfügung steht, in guter, selbstgemachter Qualität (dann hat er nämlich auch pferdetaugliche Wiesen) und in der der Hafer nicht auf maximal drei Portionen am Tag verteilt wird, wenn sie Kraftfutter brauchen, sondern in viel kleineren Portionen abgeholt wird. Dann, dass die Herde groß genug ist, dass die Pferde passende "Familien" bilden können und nicht auf Gedeih und Verderb zusammen sein müssen und die Ausläufe gut befestigt sind, um gute, feste Hufe und einen gesunden Bewegungsapparat zu fördern. Auch möchte ich, dass derjenige, der auf mein Pferd aufpasst, quasi rund um die Uhr auf der Anlage ist. Auch derjenige hat Urlaub verdient und muss mal einkaufen, aber  jemand, der dort wohnt, ist schon mehr anwesend als jemand, der das Wohnhaus woanders hat.

Jemandem wie Dir, der bisher nur Reiter war, nicht mal Einsteller, sich nicht so an den Betriebsabläufen beteiligt hat, dass ihm sowieso völlig klar ist, was er wie machen muss, damit sein Vorhaben gelingt, würde ich ganz ehrlich gesagt kein Pferd anvertrauen. Auch wenn er Pferdewirt gelernt hat, nicht. Ich brauche niemanden mit angelerntem Wissen, ich brauche jemanden mit praktischer Erfahrung UND Wissen, um das Gefühl zu haben, meine Pferde sind bestens versorgt.

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Oh, bei so einer Frage wirst du zig verschiedene Antworten bekommen.

Hier sind meine wichtigen Punkte:

*24h Heu sollte zur Verfügung stehen - und an genügend Fressplätzen angeboten werden sodass auch rangniedrige Tiere immer an Futter kommen

*das Heu sollte eine sehr gute Qualität haben

*definitiv Offenstall (und diesen bitte auch sicher gestaltet ;) )

*Paddock in ausreichender Fläche befestigt sodass die Pferde im Winter nicht nur im Matsch stehen

*Stall in den Wintermonaten dick eingestreut - mit was ist mir egal

*24h sauberes Wasser zur Verfügung

*eine gut zusammengestellte Herde

*für meine Stute habe ich gerne 24h Weide in den Sommermonaten. Am idealsten ist natürlich individuelles Weidemanagement (dass zum Beispiel Rehe- oder dicke Pferde nur stundenweise rauskommen und alte eben dementsprechend länger).

Besondere Specials wären für mich:

*Deckenservice (meine alte Stute braucht leider aufgrund von Arthrose und extremer Schwerfuttrigkeit eine Decke)

*Platz und/oder Halle

*mehrfache tägliche Einzelfütterung (meine Maus braucht im Winter zusätzlich Heucobs)

Für manche hören sich einige Dinge wohl banal an. Aber leider habe ich schon richtig krasse Sachen in Pensionsställen erlebt (schimmliges Heu, ausgelassene Fütterung, Stundenlang ohne Wasser stehen, extreme Verletzungsgefahren uvm).

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Nicht, was den Einstellern unbedingt nur wichtig ist, sondern, was kannst du diesbezüglich? 

Hast du Ahnung von der Pferdehaltung, den Giftpflanzen, der Erste Hilfe am Pferd? 

Hast du die Nerven, auch "schwierige" Einsteller zufrieden zu stellen?

Kennst dich in der Landwirtschaft aus und kannst du Heu, Stroh usw von der Qualität einschätzen?

Kannst du einen Schlepper mit Frontlader bedienen oder hast du wenigstens jemanden, der das für dich macht?

Das sind mal so ganz grob die Anhaltspunkte, die eine Basis schaffen könnten.

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Ansonsten hab ich selber eine kleine Offenstallpension für Pferde (derzeit 14 eingestellt +2 eigene).

Uns war  bzw. ist immer wichtig, dass die Pferde gut versorgt sind also auch nur bestes Futter (Heu, Stroh, Grünhafer aus der eigenen Landwirtschaft)  bekommen und genug Platz und Freiraum haben, um sich auch aus dem Weg zu gehen. Zudem, dass zwischen Einsteller und uns ein offenes und vor allem ehrliches Verhältnis besteht. Den Rest kann man regeln.

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Kommentar von Magdalenka97
09.08.2016, 13:59

Ja ich bin gelernte Reitlehrerin und Reittherapeutin. Ein abgeschlossenes Studium in der Botanik habe ich auch. Giftpflanzen wären kein Problem, erste Hilfe beim Pferd auch nicht. Ich lebe jetzt schon 15 Jahren auf einem Reiterhof, da kommt einiges zusammen...

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Meine Freundin hat einen Reiterhof. Seit gut 25 Jahren. Mittlerweile läuft er ganz gut. Aber sie hat gut 10 Jahre gebraucht, bis das der Fall war. Und vorher war auch sie nur Reiterin.

Sie hat Fehler über Fehler gemacht. Die Pferde mussten zwar nicht drunter leiden, aber sie selbst hat viel Lehrgeld bezahlt. Sehr viel.

In ihrem Fall war es nicht so schlimm, da sie mit einem wohlhabenden Mann verheiratet ist, der das auffangen konnte. Und der gesamte Stall dürfte auch ein Steuersparobjekt ihres Mannes sein.
Aber wenn sie das nicht gehabt hätte, würde sie jetzt unter den Brücken schlafen. Z.B. hatte sie vor drei Jahren eine Betriebsprüfung im Stall und das Ergebnis war, dass sie mal eben 50.000 Euro Steuern nachzahlen musste. Dabei hat sie BWL mit Abschluss studiert, und sich zudem auf die Auskunft des Finanzamtes  verlassen. Tja, das Finanzamt hat freundlich die Achseln gezuckt und gesagt: "Da haben wir wohl eine falsche Auskunft gegeben." Zahlen musste sie aber trotzdem, obwohl sie eigentlich keinen Fehler gemacht hat. Was der Fehler war, hat sie mir erklärt, das habe ich aber nicht verstanden, da mir die Vorbildung dazu fehlt.
Nun gut, sie hat eine der Eigentumswohnungen in ihrem Besitz verkauft und das Geld davon dann genommen.


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Am wichtigsten wäre mir in der Tat ebenfalls ein Stallbetreiber, der über ausreichend praktische Erfahrung mit Pferdehaltung und was eben (landwirtschaftlich) so dazu gehört, verfügt. Der ein verletztes/krankes Pferd erkennt und sofort "erste Hilfe" leisten kann.

Wichtig ist mir auch noch, dass der Stallbetreiber auch am Stall wohnt, damit die Pferde soweit möglich rund um die Uhr im Blick gehalten werden können.

In welchen Stall ich definitiv nie mein Pferd hinstellen würde, wäre einer, wie das, was dir jetzt wohl vorschwebt.... ein Reiterhof, der von einem Reiter übernommen wird, der erstmal im Internet recherchieren muss, was er seinen Kunden wichtig wäre.

Mein Pferd stand bisher immer nur in Ställen, wo der Stallbesitzer erstmal mit seinem eigenen kleinen Stall, den er nur für sich hielt, Erfahrung gesammelt hat und dann nach Jahren den Stall soweit ausgebaut hat, dass er fremde Pferde unterbringen konnte.

Um einen Reiterhof zu führen, sind ja neben Pferdeerfahrung auch betriebswirtschaftliche, landwirtschaftliche Kenntnisse nötig und man sollte über ausreichendes Führungspotential verfügen, um den Betrieb so führen zu können, dass man jederzeit unter den Einstellern schlichten kann oder seine notwendigen Mitarbeiter ordentlich anleiten kann.

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Kommentar von Dahika
02.08.2016, 14:36

Wichtig ist mir auch noch, dass der Stallbetreiber auch am Stall wohnt, damit die Pferde soweit möglich rund um die Uhr im Blick gehalten werden können.

Na ja, in so einem Stall stand ich mal bis vor kurzem. Aber der SB wohnt dann auch nicht in einer der Boxen, sondern in seinem Wohnhaus. Und da er keine Monitore im Wohnzimmer stehen hat, auf die er ständig gebannt guckt, können die Pferde nicht rund um die Uhr bewacht werden. Bei uns - 85 Pferde in einem weitläufigen Offenstallreitstall - kam es in den Jahren, wo ich da stand, viermal vor, dass ein Pferd nachts Kolik bekam und am nächsten Morgen leider erst entdeckt wurde, als es zu spät war.
Das ist leider das Restrisiko und das schaltest du auch nicht aus, wenn der SB am Stall wohnt. Auch er schläft oder guckt fern oder geht aus...

LOL... als Jugendliche bin ich in einem Nobelstall geritten, wo es fünf Pferdepfleger gab, die abwechselnd in einem Zimmer im Stall schlafen mussten. Eines Abends fuhr der Chefreitlehrer zufällig am Stall vorbei - so gegen 23 Uhr - und dachte: "Ach, ich guck noch mal nach meinem Pferd." Er betrat den STalltrakt, wo sein Pferd stand und das Schlafzimmer des diensthabenden Pflegers sich befand. Der Reitlehrer wurde mit Schüssen empfangen. Der diensthabende Pfleger war stockbesoffen und wollte an dem Chefreitlehrer, den er nicht leiden konnte, sein Mütchen kühlen. Den Pferden und dem RL ist nichts passiert.....

aber, wie gesagt, auch wenn der SB am Stall wohnt, kann alles mögliche passieren.

Es sei denn, man hat ein Pferd wie Northern Dancer ,damals das wohl teuerste Pferd der Welt. Der wurde in der Tat 24 Stunden am Tag beobachtet.

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Kommentar von Magdalenka97
09.08.2016, 13:56

Ich wohne seit meinem 4. Lebensjahr bei meinen Großeltern auf den einen Reiterhof. Ich habe eine Ausbildung zur Reitlehrerin und Reittherapeutin hinter mir... Ich bin mit meinen 23 Jahren und eigenen Pferden und Co. bestimmt alt und erfahren genug einen eigenen Hof in die Wege zu leiten und zukünftig zu einem ort zu machen wo Pferd und Reiter sich wohlfühlen...

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Dass derjenige, der den Reiterhof betreibt, wirklich Ahnung von der Materie hat, sich mit Pferden, Pferdehaltung und Betriebsführung auskennt und jemand ist, bei dem ich mir auch mal kompetenten Rat holen kann, dem ich meine Pferde, in der Zeit, in der ich selber nicht vor Ort bin, anvertrauen kann und sicher bin, dass sie in allerbesten Händen sind. Pferdewirtschaftsmeister sollte er oder sie am besten schon sein.

Ich muss die Gewissheit haben, dass der Betreiber des Stalls ein so guter Pferdemensch ist, dass er sieht, wenn ein Pferd Kolik- oder andere Krankheitsanzeichen zeigt und dann das Richtige tut und auch sonst im Umgang mit Pferden weiß, was erforderlich  ist. 

Vom Betreiber eines Reitstalles erwarte ich auch eine gewisse Führungsqualität seinen Mitarbeitern gegenüber, weil ich ständig wechselndes Personal als Kunde unangenehm empfinde und auch seinen Einstallen gegenüber - denn sonst tanzen die ihm auf der Nase herum. 

Jedem Reiter sind seine ganz persönlichen Dinge wichtig. Für mich sind es Vollpension, große luftige Außenboxen, ausreichend Stroh und Heu, 3 mal tägliche Fütterung kombiniert mit Rauhfutter-Fütterung, täglicher Weidegang, das Vorhandensein von nutzbaren Allwetter-Paddocks, drainagierte Außenreitplätze, einer Führanlage, Reithalle, Longierhalle, Waschboxen, wenn möglich mit warmem Wasser, Pferdesolarium, Hänger- und LKW-Park-Möglichkeiten, ein Ausreitgelände, eine für mich gute Erreichbarkeit des Stalles, ausreichender und qualifizierter Unterricht, Beritt-Möglichkeiten, wenn benötigt, nette Einstaller und ein gutes Miteinander, akzeptable Preise. 

Ich persönlich brauche kein professionell betriebenes Casino-Restaurant am Stall - da hat man viel zu viele Leute auf dem Hof, die gar nichts mit dem Stall zu tun haben und nur blöd die Pferde antatschen oder sogar unerlaubt füttern.

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Kommentar von Punkgirl512
02.08.2016, 09:54

Mal gerade aus Neugierde - 3x tgl. Fütterung, heißt das also, dass deine Pferde dann nur halbtags draußen stehen? Oder wie funktioniert das?

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Kommentar von Dahika
02.08.2016, 14:11

meine Güte. So ein Stall, wie er dir vorschwebt, ist aber (bei  uns) zu einem akzeptablen Preis nicht zu haben. Bei uns bist du schätzungsweise bei 700 Euro dabei. Es kann natürlich sein, dass das für dich ein akeptabler Preis ist. Ich könnte das jedenfalls nicht leisten.

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Mir wäre wichtig, dass mein Pferd nicht die ganze zeit im stall steht, sondern vielleicht in einem Paddock oder in einer Herde auf der weide.

Und ein Heu, dass nicht so staubt bzw. nicht dreckig ist ;)

Viel erfolg und freude!

Wo ist denn der Reiterhof von dir????

Liebe Grüße Lara

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Kommentar von Magdalenka97
09.08.2016, 14:02

Zukünftig wird der Hof in Neuenkirchen (b. Osnabrück) sein. Der Hof wird jetzt gerade General überholt. Die Ställe werden vergrößert und es werden mehr Paddocks entstehen... Es ist gerade ein sehr großes Projekt das mit vielen Nerven verbunden ist, aber es sieht von Tag zu Tag immer besser aus :)

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Du willst einen Reitstall betreiben, ohne eine Ahnung davon zu haben?

Nur, weil man in einem Reitstall jahrelang geritten ist, heißt das nicht, dass man Einblick in die Einkäufe und das Management bekommt.

  • Qualitativ gutes Futter und Einstreu wäre mir wichtig
  • Auslauf - auch im Winter!! - den gesamten Tag über (Einzelfälle ausgenommen), idealerweise mit Paddocktrail.
  • Möglichst wenig Matsche
  • Qualitativ guter Boden auf Halle/Platz - wenn keine Halle vorhanden ist, Lichter für draußen und ein verdammt guter Boden, der ganzjährig bereitbar ist
  • gutes Ausreitgelände
  • Ordentlichkeit

Nebenbei bemerkt gibt es auch die Funktion "Details hinzufügen" - da kann man einen Text verfassen, der anderen Menschen hilft, deine Frage genauer zu beantworten - denn wer schwammige Fragen stellt, bekommt zwangsläufig auch schwammige Antworten.

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Hi,

  • artgerechte Haltung
  • hervorragendes Futter im Überfluss (kein Schimmel etc.)
  • keine Matschlandschaft
  • große Koppeln zum 24h grasen

Gruß
Falke

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