Haben die Juden den Nazis geglaubt, dass die in der Gaskammer nur Duschen werden?

8 Antworten

Frische Ankoemmlinge, die zwischen Ankunft und Duschen mit keinen anderen Insassen reden konnten, glaubten sicher daran, dass es normale Duschen waeren.

Aber wenn man laenger im Vernichtungslager war, kann einem wohl kaum die Leichenberge entgangen sein, die aus den Duschen zum Krematorium transportiert wurden.

Die Drecksarbeit wurde ja eh von Insassen gemacht und die haben dann Extra-Rationen etc. gekriegt. Und die haben sicherlich geredet.

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Ich würde sagen, dass sie es geglaubt haben. Wenn da 9000 Memschen "Duschen" sollen und diese wissen, dass die sterben werden, würde Panik ausbrechen. Und die vlt 100 Wachen könnten sie nicht aufhalten. Das ist auch ein Grund warum die Nationalsozialisten die Illusion vom Duschen solange aufrecht erhalten wollten. Die Gefangengen die nicht direkt zum Duschen selektiert wurden, haben es später erfahren. Es fällt auf wenn dein Mann nach 3 Wochen nirgendwo zu finden ist. Aber die neu angekommen Juden, die zum Duschen geschickt wurden, wussten nicht davon, dass diese sterben. Viele wussten auch nicht während der Deportation, dass sie in ein Vernichtungslager kommen. Sie dachten, dass sie nur in ein Arbeitslager kommen und arbeiten bis der Krieg vorbei ist.

Geplante aufstände mit mehreren Teilnehmern gab es meines Wissens nach nur im Jahr 1943 in Treblinka und Sobibor.

Du solltest dich ein bisschen mit der Thematik auseinandersetzen.

Dann wirst du feststellen, dass dort alles unter Zwang geschah.

Die Deutschen trieben die Menschen aus den Zügen "schnell, schnell", mit Stöcken, Hunden, Gewehren, es wurde geschrien, gehetzt, geprügelt... und es gab keinen Fluchtweg, die Deutschen und ihre Handlanger bildeten eine Kette um die Züge herum, mit bewaffneten Wachen, wer versuchte, zu fliehen, wurde erschossen.

Da war keine Option, ob man das machen will, was die bewaffneten Deutschen verlangen oder nicht...

Was zwar stimmt, jedoch die Frage nicht beantwortet. In Bezug auf die Duschen darf man davon ausgehen, dass die Meisten - zumindest anfangs - nicht wussten, was in der Kammer wirklich auf sie wartete. Clay079 hat das bereits beschrieben: Wäre in einer solch grossen Menschenmenge deswegen Panik ausgebrochen, dann hätten selbst die Soldaten keine Chance mehr gehabt, sich zu wehren. Insofern kann man davon ausgehen, dass es in Bezug auf diese Frage tatsächlich nicht allen bewusst war, was da kommt.

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@SarahSchweiz
jedoch die Frage nicht beantwortet.

Stimmt.

Die Antwort auf deine Frage wäre: Manche ja, manche nein.

Und manche glaubten auch, wenn sie an einem neuen Ort in Duschen kamen, das es Gaskammern seien.

Wäre in einer solch grossen Menschenmenge deswegen Panik ausgebrochen, dann hätten selbst die Soldaten keine Chance mehr gehabt, sich zu wehren.

Das ist eine falsche Einschätzung.

Es waren bewaffnete "Postenketten" rundherum.

Es gab immer wieder Aufstände, z.B. vom "Sonderkommando" (jenen Gefangenen, die die Leichen aus den Gaskammern nehmen mussten und sie zur Verbrennung in die Krematorien geben mussten) in Auschwitz. Die Aufstände waren jeweils in 20-30 Minunten niedergeschlagen, und kosteten kaum mehr als 1-2 Bewachern das Leben.

Aber es stimmt natürlich, dass die Deutschen diese Täuschung als Strategie anwandten, um ihren Massenmord so "glatt" wie möglich ablaufen zu lassen.

Hermann Langbein schreibt in "Menschen in Auschwitz" (dieses Buch kann ich dir sehr empfehlen), dass die Bewacher sich sehr bemühten, bei der Selektion nach der Ankunft von neuen Transporten höflich zu bleiben, wenn es schein, dass die Ankommenden Gefangenen nichts von ihrem Schicksal wussten. Kamen Transporte wo anzunehmen war, dass die Todgeweihten ihr Schicksal kannten, waren sie wesentlich brutaler.

Andere Gefangene beschreiben, dass auch viele weitere Faktoren mitspielten, um die Gefangenen unter Stress zu halten und keinen Widerstand aufkommen zu lassen.

z.B. geschah das Entladen der Transporte meist nachts, die Gefangenen wurden geblendet, angeschrien (los, los, schnell, schnell), von bellenden Hunden bedroht... auch das war eine Strategie, um Verwirrung zu stiften, damit die Gefangenen desorientiert sind und weniger Chancen auf Widerstand haben.

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Ich denke mit der Zeit hat sich das herumgesprochen, den Juden muss ja aufgefallen sein dass jeder der zu diesen ,,Duschen" gegangen ist nicht mehr zurückgekommen ist.

Es gibt dazu Berichte. Manche glaubten wohl tatsächlich, dass es nur Duschen sind. Andere wiederum hofften, dass es nur Duschen sind. Und wieder Andere ahnten, was da passieren würde.

Sehr wahrscheinlich gab es auch welche, die sich selbst eingeredet haben, dass es mit Sicherheit wirklich ganz bestimmt nur Duschen sind, obwohl sie genau wussten, was man mit ihnen vor hat. Und gehofft hatten, dass es schneller und weniger schmerzhaft geht als die Alternative: Widerstand leisten und erschossen zu werden.

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