Gutschein und Absetzung der Werbungskosten / Verzicht auf Steuerrückzahlung?

4 Antworten

Bei Gutscheinen muss unterschieden werden, ob es sich um einen Sach- oder Wertgutschein handelt. Um einen Wertgutschein handelt es sich, wenn du ihn z.B. beim selben Unternehmen erworben hast. Dann stellt dieser eine Forderung gegen das Unternehmen dar. Das Einlösen wäre dann nur der Zahlungsvorgang (z.B. eines Teils davon), der die Anschaffungskosten nicht mindert.

Handelt es sich um einen Wertgutschein (z.B. ein Rabattcoupon für ein bestimmtes Gerät) kann man davon ausgehen, dass der Händler mit der Minderung des Kaufpreises einverstanden ist, und der Gutshein damit wie ein Rabatt oder Skonto die Anschaffungskosten mindert.

Des Weiteren ist zu beachten, dass du nicht den Betrag, welcher der Laptop kostet, von der Steuer erstattet bekommst. Die Werbungskosten mindern dein zu versteuerndes Einkommen. Die Steuerersparnis hängt von deinem individuellen Steuersatz ab. Liegt dieser z.B. bei 15 % - würdest du 15 % der angesetzten Kosten sparen.

Wenn der Laptop nicht als GWG zu qualifizieren ist, da er über 487,90 kostet, ist die Abschreibung über 3 Jahre kein Wahlrecht - sondern unumgänglich.

Darüber hinaus kann man, wie DerHans schon ausführte, einen PC oder Laptop auch privat nutzen. Du müsstest die studienbezogene Nutzung dem Finanzamt nachweisen.

Danke für die ausführliche Antwort. Ich habe da aber noch 2 Fragen:

1. Wenn der Wertgutschein jedoch von einem Freund erworben und mir geschenkt wurde, wie vermindern sich da die Anschaffungskosten nicht für mich. Ich habe den Gutschein ja nicht erworben.

2. Wie weise ich dem Finanzamt die studienbezogene Nutzung nach? Inklusive der Masterarbeit habe ich etwa noch 1 Jahr Studium vor mir. Geht das Finanzamt von 3 Jahren Nutzung aus und rechnet daher nur mit einer ~33% Nutzung und wird mir die Steuererleichtung nur anteilig anrechnen oder sogar ablehnen?

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@Emma2017

Wenn der Gutschein erworben wurde, handelt es sich um eine Art Tausch. Du bezahlst den Laptop anteilig per Gutschein und den Rest so. Das der Gutschein nicht von dir erworben wurde, spielt dabei keine Rolle.

Zur privaten Nutzung: theoretisch kann man ein PC-Fahrtenbuch führen (ja, das heißt wirklich so); das ist aber zu aufwändig und steht m.E. in keinem Aufwand-Nutzenverhältnis. Alternativ kannst du die private Nutzung schätzen. Also wie viel Prozent der zeit vor dem PC verwendest du ca. für die Masterarbeit ? Bei z.B. 70% würde dann 70% der Abschreibung im ersten Jahr geltend gemacht werden können. In den beiden Folgejahren, mal angenommen du nutzt den Laptop dann gar nicht mehr oder nur untergeordet beruflich, entfällt die restliche Abschreibung.

Mein Tipp kaufe dir einen Laptop für maximal 487,90 und schreibe ihn komplett ab und mache dir oder deinem Freund für den Gutschein ein schönes Weihnachtsgeschenk ;)

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Hallo Emma2017,

soweit mir bekannt ist schreibt das Finanzamt das Laptop sobald es über die Summe von 430€ liegt über 3 Jahre ab.

Du kannst leider nicht Steuererstattungen oder anrechnungen von einem anderen Jahr erhalten.

Jedes Jahr (bei Unternehmen & Privatpersonen) ist die Steuererklärung fällig und damit wird auch jedes Jahr entweder eine Gutschrift oder eine Zahlung fällig.

Das Finanzamt schreibt keine Jahre an um diese Rückzahlung dann im 3 Jahr zb. auszuzahlen.

Ich hoffe ich habe dich richtig verstanden :)

Die Summe 430€ habe ich in dem Zusammenhang noch nie gelesen, bisher immer nur 410€+Mwst, somit 487€. Ich möchte gerade KEINE Auszahlung über den Maximalbetrag. Ich würde gerne (falls das mit dem Gutschein nicht klappt) und das Notebook bspw. 550€ kostet, nur den Betrag von 487€ (sprich den Maximalbetrag ansetzen) und den Rest "verfallen" lassen. Sprich ich würde auf "mehr" Steuerrückzahlung über 3 Jahre verzichten, wenn ich die kleinere Summe schon nächstes Jahr erhalte.

Ob ich den Gutschein nutzen kann oder nicht und wie er vom Finanzamt angesehen wird ist daher relativ wichtig.

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Wenn die Anschaffungskosten 487,90 sind, hast Du da Wahlrecht. Sofortanzug, oder Verteilung auf 3 Jahre.

Sind die Anschaffungskosten höher (z.B. 489,- Euro), ist zwingend auf 3 Jahre zu verteilen. 

Danke, das hab ich bereits geahnt. Wie ist denn mit dem Gutschein umzugehen, den ich geschenkt bekommen habe. Wird dieser vom Finanzamt einfach ignoriert?

Bsp.: Notebook kostet bei Anbieter X 550€, ich löse einen Gutschein über 100€ ein, den ich zu Geburtstag von einem Freund bekommen habe --> Mein (!) Anschaffungspreis verringert sich somit auf 450€ und ist unter der Grenze von 487,90€. Nimmt das Finanzamt den Gutschein als Geschenk des Freundes an oder nehmen sie an ich hätte den Gutschein selbst erworben?

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@Emma2017

Lass dir die Rechnung ausstellen Notebook 550,- Euro - 100,- Euro Geschenkgutschein = Zahlbetrag 450,- Euro.

Thema erledigt. Noch besser die schreiben nur 450,- Euro.

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