Griechische Sage

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Die Geschichte bezieht sich auf den Ringkämpfer Milon von Kroton. Es handelt sich nicht um eine Person der griechischen Mythologie, sondern um eine Griechen, der nachweislich gelebt hat und einer der berühmtesten Sportler der Antike gewesen ist. Nicht Bücher über griechische Mythologie, sondern Bücher über Sport in der Antike enthalten Informationen. Was über Milon berichtet wird, sind keine Sagen. Über ihn sind auch teilweise erfundene Anekdoten und legendenhafte Erzählungen überliefert.

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE), Band XV, 2 (1932), Spalte 1672 – 1676 enthält einen ausführlichen Artikel zu Milon mit Quellenangaben. Milon soll täglich ein Kalb auf den Schultern getragen haben und konnte es daher auch noch schleppen, als es zum Stier geworden war. Dies wäre dann ein Beispiel für Kraftsteigerung durch systematisches Training mit allmählicher Zunahme der Belastung.

Pausanias, Ἑλλάδος Περιήγησις (Beschreibung Griechenlands) 6, 14, 5 – 7 enthält die umfangreichste Darstellung.

Petronius, Satyricon 25,6 zitiert ein Sprichwort: Hinc etiam puto proverbium natum illud, ut dicatur posse taurum tollere, qui vitulum sustulerit („Daher, meine ich, ist jenes Sprichwort entstanden, so dass gesagt wird, einen Stier könne tragen, wer ein Kalb getragen hat“).

Qinitlian, Institutio oratoria 1, 9, 5 erwähnt “Milo, quem vitulum adsueverat ferre, taurum ferebat“ („Milon, der sich angewöhnt hatte, ein Kalb zu tragen, trug einen Stier“).

http://www.oeoc.at/museum/main.asp?VID=1&Kat1=11&Kat2=132&Kat3=241: “Der wohl größte Olympionike der Antike war Milon von Kroton. Der Stern dieses berühmtesten Ringkämpfers aller Zeiten ging bei den 60. Olympischen Spielen im Jahr 540 vor Christus auf, als er im Knabenbewerb mit seinen Gegnern wenig Federlesens machte. Die nächsten Jahre stärkte der daheim in der unteritalienischen Stadt seine Muskeln, indem er immer schwerere Lasten stemmte und außerdem enthaltsam lebte, und beim 62. Olympia war er soweit, daß er unter den Männern keinen wirklichen Gegner mehr fand: Von 532 bis 516 v. Chr. wird Milon weitere fünf Male Olympiasieger. Erst 512 v. Chr. muß er sich einem Jüngeren beugen, doch mit dem Trost, daß es sich dabei um seinen Meisterschüler Timasitheos handelt.

Bis dahin trug er den Ehrentitel, der nur den ganz Großen im Reich der Athletik vorbehalten blieb: Periodonikes - eine Art antiker Grand Slam. so durften sich nämlich jene Ausnahmesportler nennen, die nacheinander bei den vier klassischen panhellnischen Spielen siegreich waren. Milons beeindruckende Bilanz: je sechs Titel bei den Olympischen und Pythischen Spielen, neun bei den Nemeischen und zehn bei den Isthmischen Spielen - macht nicht weniger als 31 Triumphe. Kein Wunder, daß keiner mehr wagte, gegen ihn anzutreten: Einmal wurde er bei Olympia sogar kampflos (akoniti = ohne den Staub berührt zu haben) bekränzt.

Und obwohl der Sport 30 Jahre lang sein Leben bestimmte, fand Milon Zeit genug, sich geistigen Disziplinen zuzuwenden und ein tüchtiger Bürger zu werden. Als im Jahre 510 v. Chr. ein krotonischer Heerzug gegen die Nachbarstadt Sybaris zum erbitterten Existenzkampf antrat, wählte man ihn zum General. Milon kleidete sich wie Herakles, der Begründer der Olympischen Spiele und Schutzgott der Athleten: Mit Löwenfell um die Schulter, der schweren Keule in der Hand und dem olympischen Kranz auf der Stirn gibt er der Truppe der Krotoniaten solchen Mut, daß ihr gegen die - wie überliefert wird - dreifache Übermacht der verweichlichten Sybariten ein strahlender Sieg gelingt. Sybaris erholte sich nie mehr von dieser Niederlage. Kroton aber stellte noch viele Olympiasieger und berühmte Athleten.

[…]

Ein Mann wie er konnte sich bei der Vorliebe der Griechen für Anekdoten gar nicht davor retten, daß man ihm die tollsten Geschichten zuschrieb. In seiner Jugend soll er täglich ein Kalb getragen haben, um seine Kraft mit der Gewichtszunahme des Kalbs zu mehren. Doch das war nur die Vorstufe: Später soll der bärenstarke Milon unter dem stürmischen Beifall der Zuschauer einen vierjährigen Stier auf den Schultern rund um die Laufbahn (ca. 1,5 km) getragen, ihn mit einem Schlag auf die Stirn getötet und noch am selben Tag ratzeputz verspeist haben - allein!

Angeblich nichts Außergewöhnliches: Fast neun Kilo Fleisch, ebensoviel Brot und als süffige Draufgabe zehn Liter Wein soll der Koloß von Kroton täglich zu sich genommen haben. Das wären mehr als 50.000 Kalorien! Medizinisch ist das natürlich unmöglich: Selbst ein kanadischer Holzfäller oder ein Schwerathlet unserer Tage kommt auf "nur" 8.000 Kalorien.“

Das meiste hiervon hast Du offensichtlich per Copy Paste von irgendwoher abgekupfert.

Ohne Quellenangabe beanstande ich so etwas normalerweise.

Da Du Dir immerhin noch die Mühe gemacht hast, ein paar persönliche Anmerkungen zu machen, mach ich das heute nicht.

Aber eine Quellenangabe nachträglich wär trotzdem korrekt. So verletzt Du mglw auch noch ein Copyright.

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@erweh

Der Kommentar ist eine falsche Unterstellung. Wer meine Antwort liest, entdeckt darin Quellenangaben. Was ich kopiert habe steht in Anführungszeichen mit dem dazugehörigen Link davor. Für das Übrige habe ich (neben eigenem Wissen) auch Bücher in einer Bibliothek herangezogen.

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Vielen herzlichen Dank für deine doch recht ausführliche Antwort!

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Meinst du vielleicht den Minotaurus? Er war der Sohn von Königin Pasiphae und König Minos von Kreta und war als ungeheuerliches Wunderwesen geboren worden. Er hatte einen Stierkopf, war halb Mensch und halb Tier und es war nicht schwer zu erraten, daß Minos nicht der leibliche Vater sein konnte. Pasiphae hatte sich in einen weißen Stier verliebt. Das Ergebnis dieser Verbindung war die göttliche Mißgeburt Minotauros, die für den gehörnten Ehemann sowohl Schande, Unglück, Gegenstand des Staunens, der Verwunderung und auch der Verehrung war. Er lebte in einem Labyrinth, am Ende der Geschichte wurde er von Theseus getötet, der dank eines Wollfadens im Labyrinth danach den Weg hinaus fand.

Dabei handelt es sich der Sage nach um Milon von Kroton, jemanden den es wohl wirklich gab, wohingegen die Geschichte mit dem Kalb eine Sage ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Milon

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Der Minotaurus hat mit dieser Geschichte nicht das geringste zu tun.

Zur Klärung (und um die Chance auf Beachtung zu erhöhen, an dieser Stelle): Ich habe diese Frage bereits an dem Abend, als sie gestellt wurde, entdeckt und auf meinen Merkzettel genommen. Milon ist mir sofort als gemeinte Person eingefallen, aber im Internet habe ich keine ausreichenden Informationen über die zugrundeliegenden antiken Texte gefunden (immerhin ist die Fragestellung: "Um welche Sage handelt es sich?"). In einer Bibliothek habe ich ein Nachschlagewerk verwendet, um mehr herauszufinden, und in Texten nachgesehen.

Der Kommentar (18. Dezember 2009 17:04) zu meiner Antwort ist nicht in Ordnung.

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