Glaubt ihr das?
Also die Frage geht eigentlich an Buddhisten. Also dass das Universum aus sich heraus nicht perfekt ist sonder die Welt krank ist? Das Universum hat vergessen uns zu erleuchten und deshalb streben wird danach?
10 Antworten
Ich bin Soto-Zen-Buddhist (Laienordination und Bodhisattva-Gelübde)
Alle Wesen auf dieser Welt leiden in irgendeiner Form und sind Alter, Krankheit und Tod unterworfen. Da macht auch ein Erwachter keinen Unterschied.
Der Legende nach starb der Buddha im Alter von 80 Jahren an einer Lebensmittelvergiftung. Das war sicher kein angenehmer Tod.
Aber zumindest bietet der Erwachte einen Weg, mit diesem Leiden zu leben, denn eine "Überwindung" des Leidens, wie es oft formuliert wird, gibt es nicht.
Wir werden immer in irgendeiner Form leiden - aber die Frage ist, ob dieses Leiden unser Leben bestimmt, oder ob wir es als Teil der Existenz akzeptieren können.
Ich meditiere beispielsweise täglich - und manchmal habe ich dabei Schmerzen. Wenn ich jetzt dagegen ankämpfe, nehme ich den Schmerz besonders stark wahr.
Akzeptiere ich den Schmerz einfach als den momentanen Zustand des Knies, dann baue ich keinen inneren Konflikt auf und komme mit der Situation klar.
Das Ego ist zunächst einmal kein Problem, egal welche Realität wir ihm zugestehen. Das Problem entsteht dann, wenn wir am Ego haften.
Das Ego ist als Teil des Bewusstseins das Ergebnis unserer neurologischen Aktivität in Gehirn und Nervensystem. Es ist ein Konstrukt unseres Geistes.
Wenn das Ego eine Illusion ist, wäre ja die gesamte relative Wahrheit eine Illusion, nicht?
Ich glaube eigentlich nicht, dass es im Bezug auf die absolute Wahrheit sowas wie einen Fehler oder ein Problem gibt. Wenn es etwas nicht geben sollte, wäre es nicht da.
Weil man ja oft von Leuten hört, dass das Ego überwunden oder sogar getötet werden muss.
Das ganze Universum hat das Ego erschaffen. Hat das Universum da jetzt einen Fehler gemacht?
Ich glaube nicht, dass es eine "absolute Wahrheit" gibt.
Es gibt aus meiner Sicht etwas wie "das Ganze" oder die "universelle Ordnung" (die wir ab einem bestimmten Punkt intellektuell nicht mehr erfassen können), aber an eine "absolute Wahrheit" glaube ich nicht.
"Wahrheit" ist ein intellektuelles Konzept und unterliegt der Interpretation
Und Nein, das ein Ego existiert (ich spreche da nicht von "erschaffen", weil es die Existenz eines intelligenten Schöpfers impliziert) nicht als Fehler.
"Wir" machen ein Problem daraus, indem wir uns zu sehr damit identifizieren.
"Ich glaube nicht, dass es eine "absolute Wahrheit" gibt."
Das heißt, die Lehre von den zwei Wahrheiten lehnst du ab? https://zen-institut.de/texte/zwei-wahrheiten
Wie da steht, sind das "Aspekte" der Wahrheit. Als Menschen differenzieren wir hier und sprechen von "relativ" und "absolut", aber letztlich gibt es eine gemeinsame Ebene, die nur von unterschiedlichen Seiten wahrgenommen wird.
JA, so kann man das. m.E. aus buddhistischer Sicht auch sagen. - Ich meine: Dass a) das Universum (i. Ggs. z. dem, was viele Gläubige behaupten) alles andere als perfekt ist und das b) Lebewesen leiden, das ist ja mehr als nur etwas offensichtlich.
Dass Buddha einen dabei unterstützen kann, Leiden zu überwinden, ist zumindest in vielen Fällen belegt.
Das ist - mit Verlaub - Unsinn. Der Mensch kommt nicht auf die Welt, nur, um zu leiden oder krank zu sein.
Weswegen "kommt der Mensch denn auf die Welt"?
Steht da auch nicht das der Mensch zum leiden geboren wird...
Leben ist ein Dahinziehender Sterbeprozess und sterben ist leidvoll...
Es gibt keinen einzigen Menschen der nicht leidet...
Selbst zu leiden ist sogar sehr wichtig fürs glücklich sein - da das eine vom anderen abhängt
Jeder Mensch wird krank, jeder Mensch stirbt, jeder Mensch erfährt leid im Leben..
Die ganze Welt ist von diesem Rhythmus bestimmt - alles von Existenz entsteht und zerfällt und formt sich neu auch der Mensch und damit auch du und ich
Und alles das lebt wird das leid aus dem Zerfall miterleben
Dein Kommentar ist mir zu leidvoll. Wer sich nur auf das negative konzentriert, der versäumt das Leben.
Das leid ist hier das Thema - würde man sich auf was anderes konzentrieren, lenkt man sich ab und verpasst die Gegenwart - das einzige von Existenz ;)
Wie willst du das leiden überwinden wenn du es nie ansiehst?
Ist es nicht ein großes glück atmen zu können? Wir müssten alle euphorisch durch die Welt laufen aufgrund dieses Glücks.... Ach, stimmt, das erkennen wir erst wenn man uns die Luft raubt und wir leidvoll um Luft Rungen kurz vor der Ohnmacht, endlich wieder atmen können - dann ist das plötzlich ein Segen
Dank dieses Leides sind wir fähig das Atmen schätzen zu erlernen - sonst würde es uns niemals in den Sinn kommen darüber nachzudenken....
Wie fühlt es sich an Ohrläppchen zu haben? Hast du dir jemals die Frage gestellt? Es ist Normalität, keiner kennt ein leiden ohne diese, man spürt sie ausschließlich bei Berührung..... Kannst du Glück aus der Tatsache ziehen das der Mensch Ohrläppchen besitzt ?
Danke, "Buddha the next generation" - vor allem wo steht das?
Wo steht das, was du da unterstellst. Wer sagt, dass der Mensch nur dafür auf die Welt kommt?
Bitte ... Kannst du nicht selber denken? Muss ich mir jetzt die Finger Wund schreiben? Lies es halt noch einmal. Wo steht da nur?!
Das Leben ist leidvoll. Aber es gibt einen Weg aus dem Leid. Das ist die Lehre des Buddhas, wie er sie insbesondere in dem achtfachen Pfad verdeutlicht.
Also glaubst du, dass das Universum so wie es ist, nicht perfekt ist sondern fehlerhaft? Und wir müssen das korrigieren?
Am Universum haben wir nichts zu korrigieren. Das Universum ist für unsere Entwicklung unwichtig.. Buddha geht es nur um den Weg aus dem Leid in eine Entwicklung, die im Nirvana endet.
Glaubst du, dass du separiert vom Universum lebst? Wenn mit dir etwas falsch ist, dann auch mit dem Universum.
Kampf ist der größte Lehrmeister und Schmerz der beste Erzieher
Ist das Ego eigentlich eine Illusion oder relativ existent? Es gibt ja beides die relative und die absolute Wahrheit. Man sagt ja nicht, dass die relative Wahrheit eine Illusion ist und nur die absolute bestand hätte, oder?
Also relativ gibt es ja einen Tisch.