Glaubt ihr an Schicksal?

Das Ergebnis basiert auf 19 Abstimmungen

nein 53%
ja 47%

9 Antworten

nein

Nein, ich glaube nicht an Schicksal, auch nicht an Zufall, Glück oder Unglück, sondern nur an das Zusammenspiel der Konsequenzen von Entscheidungen aller beteiligter Personen, oder, um es kurz zu fassen, an Ursache und Wirkung, wie es auch in der Wissenschaft heißt. Und nur wenn es Entscheidungen und Konsequenzen als solche möglich sind, kann man auch selbstbestimmt handeln und ist auch für eigene Entscheidungen selbst verantwortlich, was die Grundlage für jedes Strafrechtssystem ist.

ja

Tendenziell ja. Ich kann mir schwer vorstellen, dass die Prozesse in unserem Universum tatsächlich Zufall zulassen.

Ich denke, dass Wirkungen auf Ursachen prinzipiell exakt berechenbar sind und sich diese Kausalketten weiter extrapolieren lassen. Insofern glaube ich an den theoretischen Laplaceschen Dämon. Das ist für uns Menschen aber nicht möglich, da wir alle Informationen auf einmal und in Echtzeit in der Berechnung berücksichtigen müssten: Die Lage und die Bewegungsrichtung aller Teilchen. Das ist praktisch wohl nicht möglich.

Nach aktuellem Stand der Wissenschaft ist die sogenannte Planckwelt, also die Welt der Quanten und Elementarteilchen hingegen nicht deterministisch berechenbar. Da macht uns Heisenberg mit seiner Unschärferelation nach wie vor einen Strich durch die Rechnung.

Ich denke aber: Wir bekommen es nur nicht hin, weil wir es nicht gut genug verstehen.

Gott würfelt nicht

- Albert Einstein

nein

Hallo alexanderluria5,

wenn es eine Vorherbestimmung oder ein Schicksal gibt, dann muss es auch einen Lenker des Schicksals geben. Viele bringen daher Gott mit den Schicksal in Verbindung.

Es stimmt, Gott hat schon oft viele künftige Entwicklungen vorausgesagt, das heißt aber nicht, dass er sie auch bestimmt hat. Denke dabei einmal an einen Meteorologen; auch wenn seine Wetterprognose zutrifft, bedeutet das natürlich nicht, dass er das Wetter so beeinflussen konnte, dass seine Vorhersage eintrifft.

In ähnlicher Weise hat Gott manchmal Dinge lange im Voraus bekanntgegeben, deren Eintreffen er jedoch nicht bestimmt hat. Andererseits hat Gott in bestimmten Situationen sehr wohl in das Weltgeschehen eingegriffen und sogar den Lauf der Geschichte beeinflusst.

Das hat er jedoch meistens nur dann getan, wenn es um sein eigenes Vorhaben ging, nicht um eine einzelne Person. In der Bibel gibt es jedoch keinen Anhaltspunkt dafür, dass Gott das Leben jedes einzelnen Menschen vorherbestimmt.

Wäre es jedoch zutreffend, dass Gott der Lenker des Schicksals jedes Einzelnen wäre, dann müsste man sich fragen, welch ein grausamer und ungerechter Gott wohl dahinter steht.

Denn die einen wachsen in großem Wohlstand auf, während viele andere in eine Welt voller Armut hineingeboren werden. Die einen führen ein Leben in relativer Sorglosigkeit, während die anderen von der einen in die nächste Katastrophe geraten. Die einen werden steinalt, ohne jemals ernsthaft krank zu sein, während viele Kinder bereits sterben, bevor sie das Erwachsenenalter erreichen. Wie ungerecht und grausam müsste Gott sein, wenn er die unterschiedlichen Geschicke der Menschen bestimmen würde!

Du siehst also, der Glaube an ein Schicksal lässt sich wohl kaum mit einem liebevollen und gerechten Gott in Einklang bringen. Über Gott heißt es jedoch in der Bibel: "Der FELS, vollkommen ist sein Tun, Denn Gerechtigkeit sind alle seine Wege. Ein Gott der Treue, bei dem es kein Unrecht gibt; Gerecht und gerade ist er" (5. Mose 32:4). Warum aber passieren dann so viele schlimme Dinge?

Wenn jemand in einen schweren Unfall verwickelt wird oder eine lebensbedrohliche Krankheit bekommt, mag er denken: "Warum gerade ich?" Manche Dinge geschehen einfach, weil sich jemand zur falschen Zeit am falschen Ort befindet oder weil gewisse Umstände zu bestimmten Ereignissen führen.

Die Bibel sagt: "Denn Zeit und unvorhergesehenes Geschehen trifft sie alle" (Prediger 9:11). Wenn jemand schwer krank wird, dann kann das teilweise auf seinen eigenen Lebensstil, bestimmte Umwelteinflüsse oder genetische Veranlagungen zurückzuführen sein. Und ein großer Teil des Leides der Menschheit geht auf die Böswilligkeit und Ungerechtigkeit derer zurück, die Macht und Einfluss haben.

Gott hat jedoch beschlossen, all das Böse und Schlechte nur für eine gewisse Zeit zuzulassen. In der Bibel finden wir Erklärungen dazu, welche Gründe Gott dafür hat. Doch schon bald wird Gott dafür sorgen, dass es weder Ungerechtigkeit noch irgendwelche Schlechtigkeit mehr geben wird.

Über die herrliche Zeit, die dann anbrechen wird, heißt es in der Bibel: "Die ganze Erde ist zur Ruhe gekommen, ist frei geworden von Ruhestörung. Die Menschen sind fröhlich geworden mit Jubelrufen" (Jesaja 14:7). Und in den Psalmen steht mit Blick auf die gleiche Zeit: "Du öffnest deine Hand und sättigst das Begehren alles Lebenden" (Psalm 145:16).

Wenn auch Gott nicht das Leben jedes Einzelnen vorherbestimmt, so wird es doch letztendlich dafür sorgen, dass es eines Tages allen Menschen gut geht und niemand mehr leiden muss. Wer das erleben möchte, der sollte keine Zeit verlieren, Gott und seine Wege kennenzulernen.

LG Philipp

nein

Ich glaube an Gott. Und der lässt uns einen freien Willen. Wenn alles vorher bestimmt wäre, dann hätten wir ja keinen freien Willen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Theologiestudium

Also glaubst du an einen nicht-allwissenden Gott?

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@Hessen001

Wenn Gott allwissend ist, kennt er alles. Auch die Zukunft.

Wenn ihm die Zukunft zu 100% vorbewusst und transparent ist (Grundvoraussetzung für Allwissenheit), ist notwendigerweise auch alles vorbestimmt.

Er muss ja wissen, wie du dich in Zukunft entscheiden wirst. Er wusste schon vor deiner Geburt, vor der Existenz der Sonne, was du am 12. Juni 2047 zum Abendbrot isst. Sonst ist er nicht allwissend. Das heißt, er kannte zum Zeitpunkt der Schöpfung bereits das Ende der Welt - und zwar ziemlich genau in allen Details (Grundvoraussetzung für Allwissenheit).

Einen freien Willen hat man nur, wenn man sich gegen den Plan eines Gottes stellen kann. Dann kann der Gott aber nicht allwissend sein.

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@FXG36

Gott ist aber außerhalb unserer Zeit. Daher kann Gott alles Wissen und trotzdem ist mein Leben nicht vorherbestimmt. Das übersteigt natürlich unsere Vorstellungskraft.

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@Hessen001
Das übersteigt natürlich unsere Vorstellungskraft.

"Gottes Wege sind unergründlich" ist eine zu leichte Ausflucht, diesen eklatanten logischen Widerspruch nicht einzuräumen.

Wenn ein System vollständig transparent und berechenbar ist, ist es deterministisch. Ergo: Vorbewusstsein schließt Zufall aus.

Daher kann Gott alles Wissen und trotzdem ist mein Leben nicht vorherbestimmt

Die Aussage ist demnach paradox.

Selbst wenn du dein Leben theoretisch auf näherungsweise unendlich verschiedene Weisen gestalten kannst, etliche Alternativen zur theoretischen Wahl stehen, gibt es nur jeweils eine Option pro Entscheidungssituation. Unser Leben in diesem Universum ist linear, weil es an eine eindimensionale Zeit gebunden ist.

Wenn es einen freien Willen zugleich mit einem allwissenden Gott gäbe, müsste es zumindest in einem Gedankenexperiment ein schlüssiges Beispiel geben, dass ein vollständig vorbewusster Prozess nicht vorbestimmt sein kann.

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Freier Wille ist aber eine Schande.

Es wird oft falsch interpretiert.

Etwas wollen beschreibt eine unendliche große Gewalt, ein Abhandensein der gewissen Demut, mit der man vor Gott durch das Leben gehen sollte. Es zieht Undankbarkeit mit sich.

Man sagt ja auch zB nicht "Ich will", man sagt "Ich möchte".

Freier Wille ist gut und schön. Allerdings sollte man sich irgendwann selbst fragen, was will ich, was kann ich überhaupt verlangen...

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@Jayden0o84O95
Freier Wille ist gut und schön. Allerdings sollte man sich irgendwann selbst fragen, was will ich

Ich finde, der Satz klingt etwas paradox.

Wenn ich mich frage, was ich will und danach handele, dann handele ich doch gerade aus freiem Willen.

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@Hessen001

Der Satz war nur ein Test.

Du bist auf einem guten Weg es zu verstehen 🤔

Glaub ich

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Wenn es diesen gibt, dann ist er bestimmt nicht gut.

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Israel damals wurde von Gott vor der "Schicksalsgöttin" gewarnt. So etwas existiert nicht. Damit hätte der Mensch keine eigene Verantwortung mehr. - Prediger 12:13

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