Glaubt ihr an Karma bzw. ist es erlaubt als gläubiger Christ daran zu glauben?

13 Antworten

Als gläubiger Christ bist du in die Verantwortung entlassen zu glauben, was du nach deinem Gewissen für richtig hältst.

Für eine Art Karma spricht einiges, z.B. die Beobachtung, dass böse Taten irgendwann auf den Urheber zurückfallen und sei es nur als Gewissensbisse. Die kann man dann schon bewusst durch gute Taten ("Buße") mildern.

Es ist auch denkbar, dass jemand nach seinem Tode auf ausdrücklichen Wunsch hin noch mal auf der Erde leben darf, um eine falsche Entscheidung zu korrigieren, evtl. sogar dieselbe Situation nochmal erleben darf, um sich bewusst anders zu entscheiden. Ja, es ist sogar denkbar, dass damit die Vergangenheit zum Positiven geändert werden kann. Denn dem Schöpfer und Urheber aller Dinge, der außerhalb von Zeit und Logik steht, ist _alles_ möglich. Das wird zu wenig beachtet.

Eines glaube ich jedenfalls nicht: Dass irgendwo ein Krämer sitzt (gar Gott selbst), der über dein Karma Buch führt und dich nach dem Tode dazu verdonnert, als Kakerlake wiedergeboren zu werden, damit du erleben kannst, wie mies das ist, zertreten zu werden. Eine Zwangswiedergeburt a la Buddhismus lehne ich also ab. 

Man kann es besser positiv angehen: Alles daran setzen, positiv zu denken und zu handeln und sich des Lebens dankbar zu erfreuen. Leben und lieben, das ist unsere Aufgabe, und dann stimmt das "Karma", wie immer man darüber sonst denken mag.

Im Prinzip bedeutet Karma ja eigentlich, dass man für das, was man in einem Leben tut, im nächsten Leben vergolten bekommt. Bewirkt man durch eigene Entscheidungen und Handlungen Gutes, so wird man im nächsten Leben belohnt. In gewisser Hinsicht gibt es nach christlichem Glauben, und ich glaube auch im jüdischen Glauben und im Islam eine durchaus vorhandene Ähnlichkeit, nur bezieht diese sich dann nicht auf ein weiteres irdisches Leben, sondern auf ein ewiges Dasein nach dem irdischen Tod.

Wenn Du Dich darauf beziehst, ob das, was Du in Deinem gegenwärtigen Leben durchlebst, karmisch bedingt ist, so wird die Sache doch um einiges interessanter, denn in dieser Hinsicht glauben wohl nur noch die wenigsten, die den erwähnten drei Religionen angehören, dass es eine irdische Wiedergeburt gibt. Und doch gibt es eine interessante Aussage im Matthäusevangelium Kapitel 16 auf die Frage Christi, wofür die Leute den Menschensohn halten (http://www.bibleserver.com/text/EU/Matthäus16,13-14). Dahingehend ist dann doch ein gewisser verbreiteter Glaube an so etwas wie Wiedergeburt erkennbar. 

Karma hat weder mit Vergeltung, noch mit Belohnung zu tun, Karma ist ein Lern- und Entwicklungspprozess, ähnlich einer Schule, in der man eine nicht vertandene Lektion eben nochmals lernen und erfahren muss, um weiter aufsteigen zu können (und dann eben die nächste Hürde nehmen muss).

0

"gläubiger Christ" - was meinst Du damit?

Wenn Du Jesus Christus Dein Leben gegeben hast, zur Umkehr gekommen bist und ihm vertraust, dann wirst Du nach dem NT leben.

Sünden vergeben heißt wegsein. Ab ins Meer, wo kein Mensch je hinkommt, auch heute noch nicht. Da ist kein Raum für irgendwelche Ideen von "zurückkriegen, was man getan hat".

Allerdings müssen wir auf dieser Erde manchmal mit Folgen von sündigen Taten leben. Ein unehelich gezeugtes Kind wird weiter dasein (König Davids ist damals gestorben), und ein Freund erzählte mir, der Herr Jesus habe ihn zwar von seiner Drogensucht befreit, aber er leide noch manchmal unter Konzentrationsstörungen. So etwas kann bleiben, muß aber nicht.

Was möchtest Du wissen?