Glas-Vitrine beim ev. transport kaputt. Habe ich Recht die 100% Erstattung von Möbel Haus XXXL Hiendl verlangen?

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So wie ich die Sache sehe, ist die Ware von Dir an der Rampe bzw. im Miet-LKW von Hiendl übernommen worden. Die Ware war also in einwandfreiem Zustand, so argumentiert Hiendl. Da du nicht das Gegenteil beweisen kannst, hast du leider Pech gehabt. Du kannst nun versuchen, auf Kulanz eine neue Glasvitrine zu bekommen, da es ja schon sehr suspekt ist, wenn der Mensch an der Warenübergabe dir mitteilt, dass du das Teil nicht auspacken/kontrollieren darfst. Die andere Möglichlkeit ist: Was ist denn an der Galsvitrine defekt? Kann ein Schreiner bzw. ein Glaser das nicht für erheblich weniger als 430,- Euro in Ordnung bringen? Wenn ja, dann versuche doch die 430,- Euro, also die 50 %-Anteile von Hindl bar ausbezahlt zu bekommen. Du sagst, du wärst mit dem Schaden so einverstanden und würdest die Summe, also die 430,- Euro Hindl-Anteil, von der Rechnung abziehen. Eine neue Glastüre kostet sicher keine 430,- Euro.

das war ja auch suspekt, aber erst später ist es mir klar geworden.

Der Händler hat auch argumentiert, …es sei Hiendl LKW und …und wie geschrieben.

Ich hab einfach im vertraut und Hintergedanken war, …ok wenn das LKW vom Hiendl ist, ist auch seine Verantwortung. Ich bin nur ein Fahrer.

Hat er mich falsch, oder sogar absichtlich falsch informiert? Das kann ich nicht beweisen.

Auf jeden Fall fühle ich mich jetzt belogen.

Auch die Verpackung war aus meiner Sicht nicht gut genug!

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Lies dich mal ins Thema Gewährleistung ein. vorallem bei verdeckten Transportschäden. Dann kannst du auch gut argumentieren.

sooo, ich fang dann mal an... Ich gehe davon aus, dass du eine Privatperson bist und das Möbelstück nicht im Namen einer Firma gekauft hast. Somit ist im geschilderten Sachverhalt ein Verbrauchsgüterkauf gemäß § 474 BGB zu sehen. Das ist schonmal gut. Nach dem Auspacken hast du einen Sachmangel an der Ware festgestellt und diesen auch dem Händler angezeigt. Gemäß § 433 (1) BGB wird der Verkäufer einer Sache verpflichtet, dem Käufer die Sache zu übergeben und das Eigentum an der Sache zu verschaffen. Der Verkäufer hat dem Käufer die Sache frei von Sach- und Rechtsmängeln zu verschaffen Der Verkäufer ist verpflichtet, den Sachmangel zu beheben oder dir alternativ einen Ersatz anzubieten. Kommt er dieser Pflicht nicht nach, hast du das Recht,vom Kaufvertrag zurückzutreten und evtl. Schadenersatz zu verlangen. Dass die Sache evtl. beim Transport kaputtgegangen ist,muss dir übrigens der Verkäufer nachweisen. Laut Gesetz gibt es nämlich die sogenannte Beweislastumkehr. Das bedeutet,innerhalb von 6 Monaten nach Kauf liegt die Beweispflicht beim Verkäufer. Der Umstand,dass der Händler dir nicht gestattet hat, den Schrank nochmal anzuschauen, kann dir einen rechtlichen Vorteil verschaffen. Du solltest auf jeden Fall schriftlich per Einschreiben mit Rückschein eine Sachmängelrüge verfassen. ( Weiteres zu Sachmängeln findest du unter § 434 ff. BGB) Setze eine angemessene Frist zur Nachbesserung. Sollte der Händler dich an den Hersteller verweisen: nicht zulässig. Sollte der Händler sich querstellen: sofort zum Anwalt, das ist Lehrstoff 1. Semester Jura. Der Anwalt frühstückt den Händler mit einem Brief ab und fertig. Und: Der Händler ist verpflichtet, die defekte Kaufsache bei dir zur Nachbesserung abzuholen. So, das war's im Groben.. LG

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Wie gesagt, ich habe den LKW selbst gefahren.Drum soll ich die Verantwortung für den Schaden tragen, mein der Händler.

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Dann soll der Händler beweisen, dass der Schaden beim Transport entstanden ist

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Ach mist, habs als Kommentar zu einer Antwort geschrieben. Sorry.
Les dir mal meinen Kommentar durch, dann weißt du Bescheid.

Vielen Dank! Genau das ist passiert. Händler hat sich querstellen. Sogar beim Rechtanwalt habe ich nachgehakt.  Schlechte Aussichten, mein die junge Rechtsanwältin.  Weiß nicht ob ich Ihre schriftlichen Argumentationen hier veröffentlichen darf? Wahrscheinlich hat sie das Lehrstoff 1. Semester Jura verschlafen.





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einfach einen anderen Anwalt nehmen😊

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@JohnDerringer

Stimmt es ? so: War keine Übergabe in meinem Fall:

...Bis zum 12.06.2014 war die Anwendung der Vorschriften über den Versendungskauf und damit der Gefahrenübergang nach Übergabe an den Transporteur, bzw. Einladen in den Transporter, ausgeschlossen, sofern ein Verbrauchsgüterkauf vorlag.

Ein Verbrauchsgüterkauf bedeutet, dass ein Vertrag zwischen einem Verbraucher und einem Unternehmer geschlossen wird. Dies gilt jedoch seit dem 13.06.2014 nicht mehr und die Vorschriften des Versendungskaufes sind unter bestimmten Voraussetzungen nunmehr auf anwendbar. Leider sind diese Voraussetzungen bei Ihnen vollständig erfüllt, auch wenn es sich um einen Lieferwagen von XXL handelte. Der Kaufvertrag und der Vertrag mit dem Mietwagen stellen zwei autarke Verträge dar. Damit hat der Verkäufer seine Pflicht erfüllt, sobald er Ihnen die Wohnwand im Lieferwagen übergibt.

Sie hätten daher tatsächlich auf das erneute ausräumen bestehen müssen. Leider gibt es hiervon auf keinerlei Ausnahmen....

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@belatrixi

Wenn es stimmt, dann ist es ein Verbraucherfeindlicher Gesetzänderung!

Interessant - wer hat die Änderung durchgeboxt?

Kann da die Verbraucherschutzzentrale helfen?

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ui, dann wird es leider so sein...das wusste ich selbst noch nicht mit der Änderung.

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