Gibt es Schulen mit der Birkenbihl Methode?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Soweit ich weiß, gibt es nur in Österreich und der Schweiz Schulen, die das Sprachenlernen nach der Birkenbihlmethode anwenden.

An den demokratischen Schulen, wo es keine festgelegten Lehrpläne gibt, können die Kinder natürlich diese Methode nutzen. Vorausgesetzt sie würden diese kennen.

Das die Birkenbihlmethode eine anerkannte und auch angewendete didaktische Lehrmethode an deutschen Regelschulen ist, wäre mir neu. Ich glaube auch nicht, dass man diese Methode lehren kann. Man kann sie bekannt machen und dann wendet sie jeder so an, wie er mag. So viel Individualität lassen die Schulen aber gar nicht zu. Oder vielleicht sollte man sagen, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, man könnte das Lernen individualisieren.

Gruß Matti

Ich bilde mir ein, etwas von speziell geschulten Lehrpersonen gelesen zu haben und es gibt auch entsprechende Ansprechpartner. Frau Birkenbihl sprach mal von Lehrerseminaren. Leider können wir sie nicht mehr selbst fragen und es ist nicht ganz leicht, die passenden Infos zu finden.

0

Kurze Rede: Ich bin mir nicht sicher, ob es "DIE Birkenbihlmethode" gibt. Die Frau hat neueste Erkenntnisse der Gehirnforschung u.a. daraufhin untersucht, wie sie in der Kommunikation und - aufgrund eigener Schulprobleme entwickelten Sprachlernmethode- im Unterricht/ beim Lernen allgemein beachtet werden können und sollten. Ihre "Methode" würde ich lieber unter dem Begriff: "gehirngerechtes Herangehen an Lernaufgaben" fassen.

Ich weiß von einer Schweizer Englischlehrerin, die nach der von Frau Birkenbihl entwickelten Sprachlernmethode jetzt das 4. Jahr unterrichtet und bis vergangenen September darüber Videotagebuch führte. Vielleicht hilft das weiter.

Hi.
Das weiß ich nicht - ich möchte aber vor dieser aus meiner Sicht unausgegorenen Methode warnen.

Gruß, earnest

Meine Antwort bezieht sich auf das Gebiet, von dem ich Ahnung habe: auf das Lernen von Fremdsprachen, speziell das Lernen der englischen Sprache.

3
@Antwortvon

Was ist "das jetzige System"?
Könntest du deine Behauptung bitte begründen und belegen?

2

Hast du dich jemals mit der Frau, ihren Büchern und Ideen usw. auseinander gesetzt? Wieviele ihrer Bücher hast du gelesen? Wieviele ihrer Videos mehrmals geschaut? Wieviele ihrer Ideen hast du in der Praxis ausprobiert?

Überlege, ob du schon berechtigt bist, ein Urteil zu fällen!!!

1
@Nidda64

Ja, ich denke schon, daß ich das kompetent beurteilen kann, Nidda.
Danke für die kritische Nachfrage.
Auch wenn sie unterschwellig einige Unterstellungen enthält.

Gruß, earnest

3

@earnest: das bisschen Spanisch, was ich kann, habe ich zum großen Teil mit den Lektionen von Frau Birkenbihl gelernt. Im Alltag brauche ich die Sprache nicht, wollte aber im Urlaub nicht ganz sprachamputiert sein.

Man muss ja nicht allen Thesen von Frau Birkenbihl zustimmen, aber die Methode zum Sprachenlernen ist logisch, nachvollziehbar und funktioniert.

Es gibt einen alles entscheidenden Vorteil ihrer Methode, gegenüber den Methoden, die in der Schule angewendet werden. Man kann selbst entscheiden, ob und wann man sie nutzt und es mag Leute geben, die damit nicht zurecht kommen. Frau Birkenbihl sagt selbst: Ich mache ein Angebot, wie im Supermarkt. Jeder entscheidet selbst, ob er es kauft. Ich wünschte mir, die Schulen wären voller Angebote.

1
@Kuhlmann26

Ja, das ist genau der Punkt, Kuhlmann: Für ein "bisschen Spanisch" ist die Methode recht gut, für ein bisschen Englisch auch.

Das war's dann aber schon - für das Erlernen eines sehr guten oder ausgezeichneten Englisch zum Beispiel (etwa Stufe C1 oder C2) erscheint mir die Methode ungeeignet.

Der "Supermarkt" ist eher ein total abgespeckter ALDI nach großem Kundenansturm. Für manche mag's reichen, für andere nicht einmal annähernd.
Deswegen bin ich keineswegs so begeistert wie du.

Gruß, earnest

2
@earnest

Ich fürchte, earnest, ich muss noch mal auf meine Fragen zurück kommen: Wie intensiv hast du dich damit auseinander gesetzt? Ich bezweifle keinesfalls deinen Kompetenz beim Sprachenlernen. Warum bist du dir sicher, dass diese Art zu lernen nur für Anfänger ausreicht? Sicher braucht es Ergänzungen, z.B. Anregungen von außen, Kommunikation aller Art, um sich als MENSCH bestätigt zu fühlen, aber diesen psychologischen Fakt sollte man extra betrachten, denke ich. Und es verbietet ja auch keiner, Grammatikbücher zu studieren. Nur sollte dies in anderer Form geschehen, als es unser schulisches Lernsystem vorgibt: schau das nach, was dir im Augenblick relevant erscheint, was du im Moment erklärt oder bestätigt wissen willst. Wenn ich mir anschaue, wie die Lernenden mit der Theorie kämpfen und hadern, weil sie keine Chance haben, sie zu "erfühlen", wie es ein Muttersprachler tut...

Nach welchen sprachlichen Vorbildern lernst du heute noch? Oder hast du aufgehört, Neues dazu zu lernen? Hörst du das immer gleiche Sprachmaterial oder kommen auch neue Sachen dazu? Bleibst du also stehen oder bewegst du dich weiter?

Ich bin inzwischen 50, hab das Gefühl, dass von meinen Sprachkenntnissen Ende des Studiums kaum noch was übrig ist. Ich setz mich sicher nicht mehr zu Kollegen auf die Schulbank! Aber: ich suche mir Material, das mich interessiert, beriete es für mich passend auf und beschäftige mich "nebenbei" damit, um altes Wissen zu reaktivieren. Übrigens: ich lebe seit 10 Jahren in Südtirol, habe bisher - zu meiner Schande - keinen Italienischkurs besucht und kann mich doch auf der Straße verständigen. Allse nur, weil ich die Sprache in bestimmten Situationen immer wieder Wahrgenommen habe. Was kommt wohl dabei raus, wenn ich meine Faulheit besiege und mich intensiver damit beschäftige?

Sorry, so lang sollte es nicht werden. Aber es brennt mir auf der Seele...

0
@Nidda64

PS: Entschuldigung für die Schreibfehler. Die Technik bockte, als ich - wie gewohnt - kontroll-lesen wollte ("bereite" das Material auf, "Alles" nur...)

0
@Nidda64

Schön, daß du nun die unterschwelligen Unterstellungen beiseite gelegt hast, Nidda.
Das war auch nötig, finde ich.

Es gibt ein japanisches Sprichwort: "Einen verdorbenen Apfel mußt du nicht 2x probieren." (Klingt schöner auf Englisch: "You don't have to taste a rotten apple twice.") Das wäre meine polemische Antwort zum Thema Birkenbihl-Methode.

Sachlicher, aber immer noch persönlich, liest du es in einem Satz meiner Antwort auf Kuhlmann: "Für das Erlernen eines sehr guten oder ausgezeichneten Englisch erscheint mir(!!!) diese Methode ungeeignet."

Ich habe unzählige Englischlerner kennengelernt und sie, wann immer das sinnvoll und möglich war, gefragt, wie und wo sie Englisch gelernt haben. "Birkenbihler" habe ich dabei nur in den "unteren Etagen" angetroffen (vergleiche meine Bemerkung zu Kuhlmann: "für ein bisserl Spanisch oder Englisch gut geeignet" - so sinngemäß). Niemand aus den "höheren Sphären" war Birkenbihler. Nun kannst du natürlich sagen, ich hätte mit den falschen Leuten gesprochen ...

Lernen ist ein individueller Prozeß, Nidda. Was für den Einen gut ist, mag für den Anderen nicht funktionieren. Für mich selbst - danach fragtest du ja auch - habe ich auch die Methode des "eintauchenden Lernens" (total immersion) erfolgreich ausprobiert und auch, in einem speziellen Fall, das "Superlearning" (es ging um Vokabeln, die auf die Schnelle zu lernen waren.)

Es gibt, kurzum, "more than one way to skin a cat" - viele Wege führen nach Rom.
Es kommt drauf an, wo du Rom verortest, Nidda. Ist "Rom" Touri-Spanisch: Warum nicht Birkenbihl, wenn dir die Methode zusagt. Ist "Rom" C2, dann sage ich: Vergiß Birkenbihl.

Freundliche Grüße!
earnest

1
@earnest

@earnest: Es liegt an mir und nicht an der Methode. Mit dem Satz, "Im Alltag brauche ich die Sprache nicht, ...", wollte ich genau zum Ausdruck bringen, dass mir ein "bisschen Spanisch" ausgereicht hat.

Wenn Du Dich mit der Methode beschäftigt hast, ist Dir auch der vierte Schritt noch im Bewusstsein, der da lautet: "Aktivitäten". Er beinhaltet all das, was man mit >Anwenden der Sprache< bezeichnet. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt

Frau Birkenbihl ging es wohl in erster Linie darum, dass man beim Sprachenlernen nicht den zweiten und dritten Schritt vor dem ersten macht. Wir fangen als kleine Kinder, beim Erlernen der Muttersprache, mit dem Hören an. Und zwar über einen verhältnismäßig langen Zeitraum. Nichts anderes empfiehlt Frau Birkenbihl.

Beim Dekodieren (dem ersten Schritt, wenn man noch keine dekodierten Lektionen hat), begreift man von Anfang an, wie sich nicht nur die Satzstellung von der Muttersprache unterscheidet, sondern dass Dinge auch völlig anders ausgedrückt werden können. Etwas, was mir beim Volkshochschulkurs Mühe bereitet hat. Wollte mir die Lehrerin doch erklären, das "te quiero", "ich liebe Dich" heißt. Wenn "querer" (die Grundform von "quiero") "wollen" heißt, wie kann dann "te quiero" "ich liebe Dich" heißen? Das heißt es ja auch nicht. Die Spanier sind da in ihrer Ungangssprache ehrlicher als wir. Sie wollen den anderen. Wenn sie ihn liebten, würden sie "te amo" sagen.

Ein anderen Beispiel aus dem Volkshochschulkurs: die Anzahl der Wörter im deutschen Satz war geringer, als in der spanischen Übersetzung. Problem Nummer 1: Ich wusste nicht welches deutsche Wort zu welchem spanischen Wort gehörte. Problem Nummer 2: welches Wort hatte keine deutsche Entsprechung und was bedeutete es. Darüber klärte mich die Lehrerin aber nicht auf.

Das alles erfahre ich bei Frau Birkenbihl durch die wörtliche Übersetzung von der ersten Minute an. Ich brauche keinen Lehrer, wenn ich nicht will. Ich brauche auch keine Grammatikregel und Vokabeln pauken. Und bewertet werde ich schon gar nicht. Wer will kann sich Beidem natürlich widmen. In der Schule muss ich Vokabeltests schreiben und ich muss Grammatikregeln pauken. Wenn ich das nicht tue, werde ich bestraft. Ich kann Dir sagen, dass es bei Frau Birkenbihl deutlich entspannter zugeht.

Lieber earnest, man kann das wirklich nicht als unausgegoren bezeichnen; ganz im Gegenteil. Für mich klingt das alles, als hätte sich da jemand wirklich Gedanken gemacht. Dennoch will ich nicht in Abrede stellen, dass es Menschen gibt, denen die Methode nicht zusagt. Ok, kein Problem. Dann lernen sie halt mit Assimil, Rosatta Stone oder sie prägen sich Vokabeln mit Mnemotechniken ein. Eine sehr wirkungsvolle Methode, wenn man einzelne Wörter lernen will.**

1
@Kuhlmann26

PS. Das Du so wenig Birkenbihler angetroffen hast, kann auch daran liegen, dass die Methode verhältnismäßig unbekannt ist und die meisten, wenn sie die Schule verlassen haben, gelernt haben, dass nicht nur das Sprachenlernen mühevoll sein muss und kein Spaß machen darf. Mit anderen Worten, sie ändern ihre Methoden nicht.

Ich selbst musste 50 Jahre alt werden, um mich von dem Glaubenssatz zu befreien, dass ich kein Sprachtalent habe. Versteh mich nicht falsch, dafür will ich niemand anderem die Schuld in die Schuhe schieben.

1
@Kuhlmann26

Ich finde sehr interessant, was du schreibst. Schön, daß du eine für dich passende Methode gefunden hast, Kuhlmann.

Als Praktiker kann ich nur sagen:
Die wörtliche Übersetzung ist nach meiner Erfahrung meist vom Teufel.

Und spätesten auf einer höheren Sprachebene (deswegen habe ich C1 und C2 erwähnt) stößt diese Methode an ihre Grenzen.

Aber ich habe keine Schwierigkeiten damit, daß du das möglicherweise anders siehst.

Freundliche Grüße!
earnest

1
@Kuhlmann26

Ist es schön, von einem "Fremden" zu lesen, was man selbst schlecht formulieren kann...

0
@earnest

Als Praktiker (Erwachsenenbildung) kann ich nur sagen: vor allem bei neuen, noch nicht automatisierten Material empfanden es die Teilnehmer als hilfreich, die 1:1 - Übersetzung vor der Nase zu haben. Das Dekodieren ist ja auch "nur" ein Hilsmittel, das ich so lange benutze, wie es für mich notwendig ist. Es dient dem Verständnis der komplexen Struktur der zu lernenden Sprache. Sonst nehmen wir unsere Muttersprache und übertragen diese z.T. wortwörtlich in die andere Sprache. Ergebnis: Quatsch. Also schauen wir uns z.T. total doofes Deutsch an, das beim Dekodieren entsteht. Aber wenn wir geschnallt haben, dass die Zielsprache so "verquer" denkt (aus deutscher Sicht), vermeiden wir viele Übertragungsfehler. Was uns Lernenden sicher immer schwer fallen wird, sind die Bilder und Vorstellungen, die im anderen Land "mit der Muttermilch" mitgeliefert werden. Da kann auch Frau Birkenbihls gehirngerechte Herangehensweise wenig helfen.

Nidda64

0
@earnest

Streich bitte den "Vergiss"-Satz. Besser (denke ich): Passe ihre Herangehensweise deinen Bedürfnissen und Zielen an. Dann klappt es auch mit C2. (Adaptierter Werbespruch)

0
@Nidda64

Nein, Nidda - mein Satz ist mein Satz.
Ich möchte ihn weder ändern noch streichen.

1
@Nidda64

Ich sach's doch, Nidda: Für Anfänger finde ich das OK - sagst du ja im Grunde auch: Nutzung dieser Methode, "so lange wie es für mich notwendig ist."

Jenseits der Anfängerstufe halte ich diese Methode nicht mehr für notwendig und sinnvoll.

Aber ich denke, die Argumente sind hinreichend ausgetauscht.

Gruß, earnest

1

Was möchtest Du wissen?