Gewerkschafts-Eintritt sinnvoll?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich persönlich hatte mich damals dagegen entschieden, und zwar aus diesem Grund: Zwar verdankt man den Gewerkschaften mitunter ein höheres Einkommen. Das ist gut und wichtig und richtig. Aber es gibt viele andere Defizite an deutschen Arbeitsplätzen, und in den Bereichen tun die Gewerkschaften einfach nichts. Damit meine ich vor allem diese Punkte:

a) Firmenkultur, Verhalten der Mitarbieter untereinander

b) Mobbing

c) Rolle der Betriebsräte (sehr viele Betriebsräte lassen sich von den Geschäftsleitungen schmieren und erhalten dann Vorteile, mehr Geld oder mehr Freizeit, als Gegenleistnung dafür, den Arbeitnehmern die Interessen der Unternehmen als Vorteile für die Arbeitnehmer vorzugaukeln. Okay, etwas kompliziert ausgedrückt, aber im Prinzip sind viele Betriebsräte geschmiert und damit keine zuverlässigen Partner. Diese Betriebsräte sind auch Verdi-Mitglieder, die Gewerkschaft stellt sich aber blind und taub gegenüber diesem Problem.

d) Die Gewerkschaftsbosse bauen sich ihre Villen in Berlin in den Grunewald neben die Villen der Unternehmer. Das macht sie völlig unglaubwürdig.

Grundsätzlich sollte jeder über seinen Schatten springen und in die jeweilige Gewerkschaft eintreten, die für ihn zuständig ist. Nur durch unsere Gewerkschaften können wir bessere Arbeitsbedingungen erreichen. Wichtig ist allerdings auch das man den Kollegen begreiflich macht, das sie ebenfalls beitreten. Allein Mitglied sein bringt meist eher wenig. 

Aussagen wie "Für den Beitrag bekommt man eine Rechtsschutzversicherung mit allen drum und dran" sind einfach nur dumm und nicht durchdacht. Allein deswegen, da sich die meisten privaten Rechtsanwälte überhaupt nicht mit den Geflogenheiten eines speziellen Tarifvertrages auskennen. Sie kennen die Gesetze die mit dem Arbeitsrecht zu tun haben, mehr aber meist nicht. Wenn man in erster Instanz auch noch verloren hat, streicht eine private Versicherung meist auch noch die Segel. Schaut euch einfach mal die Gerichtsurteile an die bis vor das Bundesarbeitsgericht gegangen sind. Da ist dann nur noch vom DGB-Rechtsschutz die Rede. Das sind dann auch oft Urteile die alle Arbeitnehmer betreffen. Also Grundsatzurteile.

Die Gewerkschaftsbeiträge sind übrigens nicht immer 1% vom Brutto. Meine Gewerkschaft kostet 1,15%. Aber so um die 1% ist schon richtig. Und ganz wichtig: Mit einer einmaligen Lohnerhöhung von 1%, welche Gewerkschaften für einen erkämpft haben, sind die Beiträge bis zum Lebensende bereits finanziert. Es sei denn man wechselt den Arbeitsplatz und kommt in ein nicht tarifgebundenes Unternehmen. 

Was Betriebsräte angeht, müssen diese nicht unbedingt Gewerkschaftsmitglieder sein. Grundsätzlich hat ein Betriebsrat auch erstmal nichts mit der Gewerkschaft zu tun. Im Gegenteil. Diese beiden Institutionen sind erstmal strikt getrennt. Natürlich kann man Gewerkschafter sein und gleichzeitig Betriebsrat. Man muss aber die Arbeiten strikt voneinander trennen.

Das sollte man sich dringend mal anschauen: 

https://youtube.com/watch?v=TfjHituJoMI


 

Für den Öffentlichen Dienst ist der Gewerkschaftseintritt obligatorisch, da deutsche Gewerkschaften sich seit F. Lassalle immer obrichkeitskonform verhielten. Das heisst aber im Umkehrschluss auch, dass alle anderen das Treiben der "Stehkragenproletarier" mit Vorsicht beobachten sollten. In entscheidenden Situationen haben diese sich immer auf Seiten der Mächtigen geschlagen und die "kleinen Arbeiter" verraten und verkauft. Dafür fiel häufig ein gut dotierter Posten ab, ob als Minister, Staatssekretär oder im Betriebsrat. Nicht nur bei VW wurden einige geschmiert oder bezogen später als Abgeordnete weiter Bezüge von den Bossen - natürlich ohne Wissen und Interessenkonflikt. Hatten auch nicht schon früher, 1914, genügend als SPD-Abgeodnete die Kriegskredite durchgewunken... die "kleinen Leute" wurden auf den Schlachtfeldern gemeuchelt... Ich erlebe es, wie früher von Dresden bis Leipzig, dass die Gewerkschaftsbonzen verharmlosen, lügen und vertuschen und gar nicht den Willen haben, die "kleinen Leute" entschieden zu vertreten... also, sich mit den Mächtigen zu überwerfen. Die BAU-Rechtssekretärin wusste Bescheid, dass, falls ich die Zeitliste unterschrieben hätte, was ich aber aus Lebensweisheit - Kleingedrucktes - nicht tat, eine Ausschlussklausel enthalten ist: "da hast du dir ins eigene Bein geschnitten". Ich konnte ihr dazu nichts sagen... man macht sich aber hinterher Gedanken über die "falsche" Beraterin. Verharmlosen und Beschwichtigen gehört noch dazu, nur nichts schriftliches. Heute kaum noch Politik kritisieren, sich nur ein wenig für das Geld einsetzten. Nur dann ist auch Finish. Ich habe gerate mal einen Gewerkschafts-Funktionär früher in Dresden erlebt, der sagte: "Alle Verbrecher sitzen, die Kleinen im Knast, die Großen in der Regierung" [Zitat], nachdem ich von Übergriffen der Sicherheitskräfte berichtete, die häufig nicht Grundgesetz/Verfassung und Gesetze schützen, sondern nur die Mächtigen. Und wie man mir schon zurief: "Klagen ist nicht möglich"... "nicht hoch sein, Roman Herzog, da hört der Rechtsstaat auf" [Zitat]. Den gibt es nach heutigem Verständnis nur sehr eingeschränkt, was schon ein BKA-Vizepräsident bestätigt haben soll?! Und man setzt sehr viel auf's Spiel: Gesundheit, Existenz oder gar das Leben [Zitate], wenn man auf der Wahrheit und dem Recht behart.. Aber dafür haben die Gewerkschaftsbonzen auch einen Spruch, wenn sie wieder etwas in den Sand setzen wollen: "Recht haben und Recht bekommen, sind zweierlei." Es steht in der Bibel, dass schon immer vor den Toren Recht verschachert wurde - Ahab.

Wie bemisst sich die Höhe des Streikgeldes?

Leute, sicher habt ihr mitbekommen, dass ver.di die Postangestellten demnächst wieder zu Streiks aufrufen wird. Diese Streiks sollen unbefristet laufen, zumindest bis Seiten des Postvorstandes Zugeständnisse kommen. Nun, ich bin einer jener Postangestellten. Dem letzten Streikaufruf vor zwei Wochen bin ich gefolgt, dieser dauerte drei Tage lang. Ein Streik bedeutet immer auch finanzielle Einbußen, da nie das volle Gehalt gezahlt wird. Aber die Gewerkschaft vermittelt ein sogenanntes Streikgeld. Jedoch konnte mir bisher niemand so genau sagen, auf welchen Prozentsatz sich dieser beläuft bzw wie sich dieser berechnen lässt. Hat jemand eine Ahnung hiervon? Kann mir jemand zuverlässig sagen, wie man herausfinden kann, wie sich dieser Betrag berechnen lässt? Im Internet war was zu lesen von wegen "Beitrag x Stundenfaktor x Arbeitszeit pro Woche", aber das wären ja über 5000€!? Ich mach es abhängig davon, ob ich am Streik teilnehme oder nicht. Für eine gute Sache zu streiken ist sicher sinnvoll. Aber wenn am Ende das halbe Gehalt fehlt, weil der Streik drei Wochen andauert, wirds finanziell eng...

...zur Frage

Lohnt es sich bei der Verdi beizutreten?

Ein Kollege von mir macht 'ne Ausbildung als IT-SK, ist jetzt im ersten Lehrjahr. Jetzt Widder gefragt, ob er der Gewerkschaft Verdi beitreten möchte. Er ist eher nicht so interessiert an den Seminaren usw., aber bringt ihm das ganze was? Er bezahlt immerhin 1% seines Gehaltes dafür, was sich mit der Zeit ja schon stapelt. Hat man sonst noch etwas davon?

...zur Frage

Verdi-Mitgliedschaft ohne zu bezahlen?

Hallo, ich habe vor einigen Monaten meinen Arbeitgeber gewechselt. Da ich im vorherigen AG (öffentlichen Dienst) Verdi Mitglied war. Nun bin ich seit einigen Monaten bei einem anderen AG. Mir ist spät aufgefallen das ich weiterhin Verdi-Mitglied geblieben bin, da ich seid kurzen einen Verdi Prospekt ca3€ erhalten habe. Ich dachte dass das automatisch gelöst wird, da die Mitgleidsbeiträge über meine Lohnabrechnung abgebucht wurden. Aber anscheinend ist das nicht so. Bei meinem neuen AG zahle ich keine Beiträge, wie kommt das?

...zur Frage

Können Prostituierte einer Gewerkschaft beitreten?

KEIN SCHERZ ODER TROLL!!

Wir haben in Wirtschaft grade das Thema "Gewerkschaften" und ver.di kümmert sie ja um Dienstleistungen. Könnten Prostituierte z.B. ver.di beitreten oder auch eine eigene Gewerkschaft gründen? Denn man kann ja auch sein Gewerbe anmelden, klar dass das bei einem Zuhälter nicht geht.

LG

...zur Frage

Ver.di Erfahrungen?

Arbeite in der Pflege u. möchte Mitglied bei Ver.di werden. Hat jmd. von Euch Erfahrungen gemacht? Positiv o. negativ? Inwiefern wird man geholfen, wenn man Hilfe benötigt? Wie stark/groß ist der Einfluss von Ver.di? Danke!

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?