gefälschter Energieausweis - was tun?

8 Antworten

Also mal ganz ehrlich - wer bitte glaubt denn bei einem Bestandsbau - noch dazu bei einem freistehenden EFH -, dass der Energieverbrauch bei normaler Nutzung unter 150kWh/m² liegt?

Haus gekauft, innen renoviert, eingezogen und im Frühjahr fast vom Stuhl gefallen, der Wert liegt bei min. 280 wenn nicht darüber.

Ganz normal. Ich schätze, das Objekt hat so ca. 200m² Wohn/Nutzfläche. Das passt.

Mein Problem ist, daß ich mit jährlichen Kosten von ca. Eur 700 für Gas gerechnet habe

Das ist doch bar jeder Realität. Selbst eine ETW hat ja schon einen Verbrauch von 8000 - 9000 kWh pro Jahr - was je nach Anbieter so um die € 600.-- + X kosten wird. Ein derart niedriger Wert wäre m.E. überhaupt nur bei einem Effizienz- oder Passivhaus machbar.

Mit Energieberatern geredet.....

Zeitvergeudung.

eine Sanierung kommt aus finanziellen Gründen nicht in Frage, ich kenne so auch keinen der mal kurz EUR 150t über hätte, aber trotzdem keinerlei Sicherheit bekommt, daß der Verbrauch dann wirklich geringer ist!

Je nun. Das Objekt zu dämmen, wäre ggfs. eine Option, aber weder wird es dadurch schöner noch billiger. Das, was man da an Energiekosten spart, rechnet sich in der Regel - wenn überhaupt - erst nach 25 Jahren (und dann muss es meistens ersetzt werden).

Die Firma, die den Energieausweis ausgestellt hat sagt "wir tragen keine
Verantwortung, da der Nutzer die Daten selbst einträgt, wer den ausgestellt hat unterliegt dem Datenschutz"

Ds ließe sich ggfs. bei einer Klage aushebeln (Auskunftsersuchen durch die Behörde respektive das Gericht), aber von den - durch dich - auszulegenden Kosten kannst du vermutlich 5 Jahre heizen. Und solange dauert das bestimmt.

Der Notar "liegt nicht in unserer Verantwortung im Vertrag steht ´Verkäufer trägt keine Verantwortung´

Steht das wirklich so im Vertrag? Warum hast du das denn bitte unterschrieben?

Der Anwalt "ich sehe da keine Chance, da haben Sie halt Pech gehabt"

Bei der Sachlage würde ich das auch so einschätzen.

Tatsache ist, daß die Werte, die im Verbrauchsausweis angegeben wurden,
frei erfunden sind, was laut Abrechnung der Stadtwerke einfach
nachzuweisen ist.

Du müsstest den Verkäufer auf Rückabwicklung verklagen, da der Kauf unter Vorspiegelung falscher Tatsachen abgewickelt wurde (nicht behebbarer Sachmangel in Tateinheit mit Betrug). Das zu beweisen halte ich aber für aussichtslos. Der verbrauchsbasierte Energieausweis ist nur ein wertloses Stück Papier. Wenn in den Vorjahren das Objekt insbesondere im Winter tw. leer stand, respektive nur beheizt aber nicht bewohnt wurde, ist der sich daraus ergebende Nachweis nicht zwangsläufig falsch, nur auf unrealistischer Nutzung basiert. Und wenn der Verkäufer den Ausweis gar nicht selbst angefordert hat sondern ein Dritter, müsste wenn dann der haften - denn den Verkäufer hast du ja im Kaufvertrag freigestellt von der Haftung.

Was mache ich ?

Das Objekt baldmöglichst wieder verkaufen, oder mit den Heizkosten leben (ggfs. Kachelofen nachrüsten - das spart enorm Heizaufwand).

keiner trägt die Verantwortung und ich bin der Gelackmeierte.

Ja, das dürfte wohl stimmen.

Das ist so bisschen die Krux bei Energieausweisen. Der verbrauchsorientierte Ausweis ist sowas wie eine "Lite-Version" (im Gegensatz zum bedarfsorientierten Ausweis) und weißt im Prinzip kaum mehr aus als die Verbräuche der vergangenen 3 Jahre vor de Erstellung des Ausweises. Hier wird das Objekt an sich überhaupt nicht angeguckt. Klar werden m² und so weiter eingerechnet, aber die Bausubstanz etc. ist völlig egal. Das heißt im Umkehrschluss, dass, wenn das Gebäude in den 3 jahren wenig verbraucht hat (weil es zum Beispiel teilweise leer stand), dann zeigt der verbrauchsorientierte Energieausweis entsprechend wenig an.

Das heißt er ist im Grunde nicht zwingend fehlerhaft. Bei bedarfsorientierten Ausweisen hingegen ist das nicht so möglich, da tatsächlich etwas mehr untersucht wird als die Verbräuche der Vergangenheit.

Verantworten muss das aber unabhängig davon derjenige, der das Ding unterschrieben hat (irgendwo wird jmd als Aussteller unterschrieben haben). Dennoch ist der Käufer erst mal dein Ansprechpartner. Den Aussteller würde ich dann auch als erstes als Verkäufer Ansprechen, wenn du Abrechnungen hast, die als Grundlage gelten (also auch zeitlich passen - sprich die 3 Jahre, die als Berechnungsgrundlage dienten müssten als Abrechnung vorliegen, keine zeitlich versetzten). Wobei ich mir hier das eigentlich kaum vorstellen kann, denn diese Abrechnungen gingen ja an den ehemaligen Besitzer und diese Daten unterliegen dem Datenschutz. Die müsste er (bzw. die Erben) schon freiwillig geben. Allerdings glaube ich schon, dass ein Aussteller die eingegeben Daten auch irgendwie prüfen muss, wobei ich meine zu Wissen, dass das zumindest rechtlich unklar ist, ob der Aussteller dafür tatsächlich haftet (obwohl ich es frech finde, wenn nicht - immerhin bekommt er für die Ausstellung gelt und das Fehlen eines Abgleichs der eingegeben Daten empfinde ich schon zumindest als fahrlässig).

Grundsätzlich muss man leider sagen, dass man isoliert betrachtet dem verbrauchsorientierten Ausweis generell keinen allzu hohem Wert anrechnen darf.

Sind die Abrechnungen der Stadtwerke denn zeitlich passend zur Berechnungsgrundlage des Ausweises? Das wäre wichtig, aber ich nehme an, dass dem nicht so ist.

Edit: Ich verstehe nicht warum der Verkäufer auf den Makler verweist, wenn der Makler da letztendlich den Auftrag gar nicht bekommen hat. Daher wieder direkt an den Verkäufer gehen. Er ist derjenige, mit dem du den Vertrag eingangen bist.

Ich habe die Verbräuche der Stadtwerke der vergangenen Jahre - und die stimmen GAR NICHT mit denen im Ausweis überein. Konkret heißt das, im Ausweis wurde für 2015 zB 5400 kWh angegeben, der Verbrauch 2015 war 58000 kWh.

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@Tytyty

Okay, wenn tatsächlich eine Zeitgleichheit besteht (warum zum Teufel geben die Stadtwerke die Daten raus? Aber soll dich ja nicht scheren), dann ist da tatsächlich was nicht richtig. Streng genommen liegt der Fehler wie gesagt beim Verkäufer, aber auch der Aussteller dürfte da Probleme bekommen. Sowas darf man ungeprüft einfach nicht unterschreiben, was er vermutlich getan hat. Das wird er dann vermutlich jedes Mal so machen.und offen gesagt weiß ich nicht, ob er einfach damit durchkommt, wenn er sagt: "Daten habe ich vom ehemaligen Eigentümer", und nimmt diese ungeprüft an. Also wenn das einen berechtigt dafür Kohle zu nehmen nur um da eine Unterschrift und Stempel zu leisten sowie das Papier auszudrucken, würde ich richtig hart ungerecht finden, aber was ich denke ist ja erst mal egal.

Dir kann ich nur raten, dass du dich nicht sofort vom Verkäufer abspeisen lässt. Seinen Verweis auf'n Makler kann er sich sparen. Dieser handelte nicht für ihn. Da soll er gefälligst selber für gerade stehen, wenn er falsche Daten hinterlegt. 

Ich bin allerdings kein Jurist. Das ist nur mein Empfinden für Gerechtigkeit. Die Frage ist tatsächlich auch, ob euer Kaufvertrag mit der Klausel des Haftungsauschlusses für den Käufer überhaupt gültig ist. 

Bisschen frech ist das schon und wenn du wirklich so abgespeist wird, dann kann man einfach festhalten, dass der verbrauchsorientierte Energieausweis nur dazu dient Geld zu verbrennen und null Aussagekraft hat, da eh jeder eingeben kann was er will...

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@Lynx77

Sowas darf man ungeprüft einfach nicht unterschreiben, was er vermutlich getan hat.

Der Aussteller bestätigt ausschließlich die energetische Bewertung auf Grundlage der ihm gegebenen Daten. Eine Analyse oder Prüfung der vom Auftraggeber eingegebenen Werte kann und wird es nicht geben - jedenfalls nicht beim verbrauchsorientierten Energieausweis.

dann kann man einfach festhalten, dass der verbrauchsorientierte
Energieausweis nur dazu dient Geld zu verbrennen und null Aussagekraft hat, da eh jeder eingeben kann was er will

Tja, das ist so. Kann man übrigens leicht selbst prüfen, wenn man im Internet auf einen der vielen Links zur Beantragung dieses "Ausweises" geht. Da findet zudem auch keine Überprüfung der daten des Antragstellers statt, sondern man muss nur eine beliebige Mailadresse eingeben, und eine Zahlweise. So gesehen kann also jeder einen Energieausweis für das Weiße Haus oder den Bundestag generieren...

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@FordPrefect

Danke FordPerfect. Das erschreckt mich offen gesagt ziemlich, aber nach grober Recherche im Netz, scheint das auch nach einigen Gerichtsurteilen der Fall zu sein. Junge - ich will nicht sagen "typisch deutsch", aber mir fällt nichts anderes ein^^

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Es tut mir leid dir sagen zu müssen:

Da hast du wohl pech gehabt.

Da es sich um einen Verbrauchsausweis handelt und dir die Versorger bestimmt keine offiziellen Informationen über den vorherigen Eigentümer gibt, wirst du es schwer haben, hier einen Betrug nachzuweisen.

Mein Tipp für das nächste mal (so blöd das auch klingt):

Vertraue keinem Energieausweis ohne diesen und das Gebäude zumindest auf plausibilität zu prüfen oder prüfen zu lassen.

Bitte immer vor dem Kauf eines Hauses einen qualifizierte Fachkraft das Gebäude prüfen lassen. So verhindert man die leider häufig vorkommenden Überraschungen auf denen man dann sitzen bleibt.

60 kWh/m² kann man einem Gebäude mit etwas Recherche sogar ansehen.

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