Freundin ist nach Fehlgeburt zickig, launisch und nimmt sich sehr wichtig wie reagieren?

15 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Gib ihr Zeit, dass sie die Situation richtig realisieren und verarbeiten kann.

Da sie bisher durch ihr erstes Kind gewohnt war, dass alles glatt gelaufen ist (nehme ich jetzt an) und man niemals denkt, dass einen so etwas trifft, war der Schock sicher groß.

Selbst wenn anderen Frauen das öfter passiert oder später, wird deine Freundin den Blick für andere nicht haben. Und das muss sie auch nicht unbedingt. Es hilft ihr ja nicht aus der Lage raus.

Am besten lässt du sie sich ausweinen und ihre Gefühle erzählen und zeig auf, wie oft Frauen noch weitere Kinder bekommen haben und nicht, wie oft sie keine bekommen haben.

Man muss das positive betonen und sie unterstützen. Sie darf sich keine Vorwürfe machen, denn das könnte der Fall sein, dass sie glaubt, es würde an ihr liegen. Und ihr sollte bewusst werden, dass das Kind, das sie bereits hat, ein wertvolles Geschenk ist, das sie liebt und im Trubel nicht vergessen werden sollte.

Sei geduldig mit ihr und auch wenn du deine zweite Freundin auch verstehen kannst, obwohl es vielleicht nicht die feine Art war, das Problem der ersten Freundin abzuwerten (denn für die erste Freundin ist es bisher vermutlich das schlimmste was ihr und ihrem Mann zugestoßen ist), versuche keine Vergleiche zwischen den beiden vor einer von ihnen zu ziehen. Beide Geschichten sind traurig und man wünscht es dem anderen nicht.

Im Ernstfall könnte eine Psychotherapeutin ihr zur Seite stehen, wenn sie bereit ist, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ich hoffe, dass du diese Geduld hast und es deiner Freundin und ihrem Mann in Zukunft bald besser geht.

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Danke für die nette sachliche Antwort, ohne dabei emotional zu werden.

Sehr hilfreich :-)

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Also eine Totgeburt hatte Freundin Nummer 2 nicht, nicht wenn der Säugling bei der Geburt noch lebte.

Wie auch immer... Jeder Mensch verarbeitet den Verlust des eigenen Kindes anders und auch anders schnell.

Es gibt Frauen, die können auch noch vielen Monaten den Verlust ihres Kindes nicht verkraften. Sie verschanzen sich im bereits vorbereiteten Kinderzimmer oder bewahren irgendeinen Gebrauchsgegenstand des Kindes als Andenken auf.

Es gibt Frauen die bleiben insofern relistisch genug um zu wissen "Hey, wenns ein Abgang war, dann war mit dem Kind etwas nicht in Ordnung. Die Natur weiß schon was sie macht".

Es gibt Frauen die können ihre Gefühle nach einer Weile verarbeiten - andere bauen eine Mauer um diese Erfahrung und versuchen es zu ignorieren.

Insgesammt ist es auch immer supereinfach andere Leute für ihre Empfindungen/ ihre persönlichen Sorgen zu verurteilen. Man steckt ja nicht in deren Schuhen sondern kann die Situation nur aus eigener Erfahrung/ Perspektive beurteilen.

Deshalb finde ich es unfair zu sagen "Freundin A ist zickig und launisch".

Es sagt sich so einfach "Andere haben ... bla bla bla". Das ist genauso Banane wie einem frisch Verlassenen zu sagen "Mach dir nix draus, jeder wird doch mal verlassen und andere Mütter haben auch schöne Töchter".

Also dein Versuch ehrt dich, aber das war total sinnfrei. Gut gemeint, aber eben wirkungslos. Ihr sind die anderen fiktiven Mütter egal, sie ist sie selbst und nicht andere Frauen.

Zur letzten entscheidenden Frage: "Wie soll ich helfen"

Anbieten da zu sein wenn sie jemanden braucht zum Reden - oder zum Schweigen.

Naja, vielleicht will sie eben nicht hören "Alles nicht so schlimm" sondern einfach "Ja stimmt, das ist die totale sch.... die du da durchgemacht hast"

Was ich meine ist verdammt schwer zu erklären, manchmal will man halt nicht "getröstet" oder besser "Aufgemuntert" werden, sondern bestätigt darin, wie schlimm und sch... alles ist. Manchmal braucht man das einfach.

Ich kenne das selbst von meiner Mum: Sie kann es Wunderbar, Fehler/Probleme von mir klein zu reden, dabei bräuchte ich viel eher mal ein "Ja stimmt, das war Mist von dir" oder "Ach du sch... das ist ja blöd" statt einem "alles halb so wild" bei dem ich mir dann unzureichend vorkomme, weil ich mich ja offensichtlich "anstelle".

Bei so krassen Verlusten ist es einem erst mal "egal" das andere das auch durchgemacht haben, wenn man einem so was sagt, kommt man sich in dem Moment, wenn es einem wirklich richtig dreckig geht, dazu auch noch "unbedeutend" vor, weil man ja nur einer von vielen ist, und das eigene Schicksal offensichtlich irrelevant für alles und jeden.

Manchmal MUSS man sich einfach in Sachen reinsteigern, damit es besser werden kann, das ist wie ein Berg, den man übersteigen muss, damit es besser werden kann. Hmm wie soll ich das nur erklären? Man steigert sich halt so lange selbst immer mehr rein, bis man plötzlich selbst merkt, wie "lächerlich" das ist, oder bis man sich selbst "nicht mehr ertragen" kann, und dann wird es besser.

Wenn mir bei einem Todesfall jemand sagen würde "Andere Menschen sterben auch" wäre die Person die längste Zeit mein Freund gewesen, solche Aussagen sind mMn mehr als grausam.

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Eigentlich wollte ich ja nur Mut machen damit sagen "Siehe andere haben es durchgestanden und geschafft und du schaffst es auch, du stehst nicht alleine mit deinen Problemen da"

Es gibt ja genügend Mütter die sich austauschen (siehe Selbsthilfegruppen) die gleiche schlimmere Erfahrungen mit Fehl oder Totgeburten gemacht haben und bei sowas fühlt man sich doch gleich nicht mehr so alleine,mit den Sorgen alleine dastehend. Sowas tut doch gut.

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@glueckspilz85

Es gibt eben solche und solche Persönlichkeiten. Durch das "Andere haben das auch geschafft" fühlt man sich in so einer Situation schnell noch hilfloser, kleiner und vielleicht auch "Wertloser", weil "Andere es schaffen, man selbst aber nicht".

Das mit den Selbsthilfegruppen kann ja noch kommen, aber gerade ist der Austausch offensichtlich (noch) nichts für deine Freundin.

Das kann auch damit zusammenhängen, das sie vielleicht meint, ihr "verlorenes Kind" zu verraten, wenn sie " wieder Mut schöpft" oder "wieder Hoffnung hat". Nach dem Motto: "Wenn ich wieder Hoffnung schöpfe, zeige ich damit, das dieses Kind mir egal war"

Schlag deiner Freundin doch mal eher vor, was zur Trauerbewältigung zu machen. So was wie einen Ballon für ihr Kind steigen lassen, oder sich einen Ort zum Trauern aussuchen. Für manche Mütter die eine Fehlgeburt hatten, ist es halt auch einfach schlimm, das sie "nichts zum trauern" haben, kein Grab, keinen Ort.

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