Freier Wille existent?

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15 Antworten

Meint ihr, die Quantenphysik hat den freien Willen widerlegt?

Nein. Wenn es wegen des physikalischen Determinismus keinen freien Willen geben soll, hätte das bereits die klassische Physik erledigt. Da gibt es die Vorstellung vom Laplaceschen Dämon, der alle Orte und Impulse kennen und dadurch in der Lage sein soll, jeden Zeitpunkt der Geschichte des Universums zu berechnen.

Die Quantenphysik wird eher von Verfechtern der Willensfreiheit als vermeintliche »Retterin« der Willensfreiheit ins Feld geführt, da wohl doch nicht alles bis ins Detail determiniert sein soll. Wenn dies freilich mit dem reiner Zufall zu tun haben könnte, wäre das ebenso wenig wie rigider Determinismus mit dem freien Willen vereinbar.
Ob man auf einer weichenlosen Schiene unterwegs ist, am besten noch, ohne wenigstens seine Geschwindigkeit regeln zu können, oder ob man in einer Nussschale auf einem wilden Ozean hin- und her geworfen wird, in keinem dieser Fälle hat man irgendetwas unter Kontrolle.

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Das Thema »Freier Wille« ist allein schon deshalb so komplex und die Frage danach so schwierig zu beantworten, weil es keine klare und vor allem eindeutige Definition davon gibt.

Viele Menschen verstehen das Thema obendrein auch noch falsch, indem sie das mögliche Fehlen eines freien Willens mit einer Art Zombie-Zustand in Verbindung bringen.

Das muss es aber gar nicht sein. Manchmal kommen einem auch Situationen in den Sinn, wie sie auch im Alltag oft auftreten, wenn nämlich »der Geist willig, das Fleisch schwach ist«.

Wer wäre nicht schon mal länger auf einer Party geblieben, hätte nicht noch ein Stück Kuchen mehr gegessen oder ein oder mehrere Bier mehr getrunken, als er sich dies vorgenommen hatte?

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Wenn aber Physiker, Neurologen oder Philosophen die Existenz des Freien Willens generell anzweifeln, meinen sie natürlich eine Konstellation, bei welcher der Akteur das subjektive Gefühl hat, frei entscheiden zu können bzw. entschieden zu haben. Nur dies ist überhaupt interessant.

Selbst wenn dies geklärt ist, ist noch unklar, was genau mit »Freiheit« gemeint ist. Es gibt da den schön markanten, aber meines Erachtens noch immer unpräzisen Spruch:

»Wir können nicht wollen, was wir wollen.«

Bei dem fehlt meines Erachtens ein »nicht«; Dabei ist einerlei, ob das fehlende »nicht« hinter dem ersten oder vor dem Wort »wollen« steht:

  1. Wir können nicht nicht wollen, was wir wollen.
  2. Wir können nicht wollen, was wir nicht wollen.

Das ist irgendwie bezeichnend und rechtfertigt die Frage: Was verlangt man eigentlich von Freiheit, dass sie sei? Muss jemand, um als frei gelten zu können, ihren Willen einfach umswitchen können, ohne dass die Umentscheidung im Geringsten nachvollziehbar ist?

Kann man sie nämlich nachvollziehen, dann kann man immer einwenden, dass auch die Umentscheidung durch das Schicksal, physikalisch oder biologisch kausal determiniert sei, also wieder nix mit freiem Willen.

Im Übrigen, ob man naturphilosophisch an kausalen Determinismus oder altstoisch an das Schicksal glaubt, meist stellen auch Leugner des freien Willens Forderungen, was eigentlich inkonsequent ist. Wer dieser Inkonsistenz bezichtigt wird, kann freilich entgegnen, auch die von ihm gestellten Forderungen seien determiniert.

Da gibt es eine Geschichte von Zenon, dem Begründer der Stoa (nicht der von Elea, mit den Paradoxa, der lebte früher), dessen Sklave ihn bestohlen hatte und sich herausredete: »Ich war vom Schicksal bestimmt, ich musste Stehlen.« und der darauf entgegnete: »Und ich dich auspeitschen«.

Ich breche und schicke jetzt ab, aber das letzte Wort ist meinerseits noch lange nicht gesprochen.

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Die Vorstellung, der Mensch habe einen "freien Willen" mit einem Maß an Freiheit, das größer ist als Null, entstammt der Philosophischen Psychologie, das heißt, der Mensch betrachtet sich selbst, schließt von sich auf andere und tritt mit ihnen in einen Diskurs darüber ein.

Ich halte das für eine sinnvolle Vorgehensweise. Aber außerhalb dessen hat dieser Gedanke keine wissenschaftliche Grundlage, schon gar nicht in der Quantenphysik. Freiheit bedeutet ja, dass menschliche Entscheidungen weder determiniert noch zufällig sind, sondern dass es ein Ich gibt, das sie verursacht.

Dass die menschliche Freiheit Grenzen hat, ist seit jeher bekannt. Wie eng diese Grenzen sind, haben im zwanzigsten Jahrhundert Sigmund Freud und die Psychoanalytiker gezeigt. Aber die Annahme, es gebe diese Freiheit gar nicht, machen die Vorstellung einer Verantwortung, eines Willen und wohl auch eines Ich überhaupt völlig absurd.

Ich weiß, die Beweisidee, etwas müsse der Fall sein, weil das Gegenteil absurd wäre, ist ziemlich schwach. Aber weiter sind wir wohl noch nicht mit unserem Denken. In der Philosophie wird die Frage noch immer kontrovers diskutiert.

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Kommentar von SlowPhil
28.07.2016, 19:45

Die Annahme, es gebe die Freiheit nicht, kann nicht an sich etwas absurd machen, sondern nur mit ihr unvereinbar sein. Man liest manchmal fälschlich, jemand habe durch eine Hypothese oder Theorie eine ältere Theorie »widerlegt«, dabei kann man dies nur dadurch tun, dass man entweder ihre Inkonsistenz beweist oder experimentell einen Messwert erhält, der mit der bisherigen Theorie unvereinbar ist. Was das Ich anbelangt, so muss man natürlich dazu sagen, was man darunter versteht, um beurteilen zu können, ob es existiert. Das Ich in Sinne des subjektiv Erfahrenden zeigt sich mir zumindest bei mir selbst als unwiderlegbar. Das heißt nicht, dass ich notwendig so heiße, aussehe etc. wie es mir erscheint, aber das ist ja mein äußeres, durch mich selbst und Andere erfahrbares Ich, das theoretisch Illusion sein kann, der wiederum das erfahrende Ich unterliegt.

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Über den freien Willen diskutieren Philosophen seit Jahrtausenden.

Die Diskussion der letzten 3 Jahrhunderte war dabei von der Idee des Determinismus geprägt und der Determinismus lässt den Schluss zu, dass alle Gedanken durch die Neuronentätigkeit oder anderes vorgegeben sei.

Nun ist der Determinismus als Weltbild aber mehr oder weniger widerlegt. Basierend auf den neuen Erkenntnissen der Theorie dissipativer Strukturen haben Hirnforscher aber inzwischen bestätigt, dass das bewusste Gehirn stets am Rand des Chaos arbeitet und daher zutiefst indeterministisch arbeitet. Daher ist hier Platz für einen freien Willen, was immer das auch sein mag.

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Kommentar von SlowPhil
29.07.2016, 00:14

Das Chaos in dissipativen Systemen mit nichtlinearer Dynamik heißt aber nicht umsonst deterministisches Chaos. Es ist nämlich sehr wohl deterministisch, nur nicht mittel - und langfristig berechenbar, weil man dafür die Anfangsbedingungen beliebig genau kennen müsste.

Die Zustände, die ein System annehmen kann, lässt sich als so genannter Attraktor veranschaulichen, der Teilmenge des Phasenraums ist. Ist die Dynamik des Systems chaotisch, ist der Attraktor ein so genannter seltsamer Attraktor, eine fraktale Struktur in der Trajektorien, die in völlig unterschiedliche Richtungen führen, beliebig dicht nebeneinander liegen können. Winzige, kaum messbare Abweichungen können bei zwei ansonsten identischen Durchläufen dazu führen, dass das System einen anderen Weg nimmt. Schaut man aber sehr genau hin, sieht man den Unterschied sehr wohl.

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Ich glaube ganz sicher daran, dass der freie Wille existiert. 

Mag sein dass ich in Bezug auf die Quantenphysik auf einem Holzweg bin, aber schließt diese nicht den Zufall ein, bzw. dass, wenn man eine Eigenschaft eines Teilchens möglichst exakt misst, alle anderen Eigenschaften desselben Teilchens nur noch umso ungenauer gemessen werden können (Heisenbergsche Unschärferelation) ? Von daher erklärt die Quantenphysik vieles für möglich, widerlegt aber nichts. 

Ob man nun an den freien Willen glaubt oder nicht, so ist diese Sichtweise doch eine, wie Du selbst schreibst "fundamentale Frage". Wer dann meint, dass es nicht wichtig sei, der hat darüber einfach nur noch nicht ausreichend nachgedacht.

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Mal ganz ketzerisch: Eine bewusste Entscheidung zum Freitod widerspricht allen natürlichen vorhergehensweisen doch massiv oder nicht ? Oder verlangt es dem Teilchen in meinem Zeh danach zu Kompost zu werden um in einer Wurzel aufgenommen zum Blatt werden zu können ? :D

Ich glaube weniger am freien Willen, als an der freien Wahl durch das Bewusstsein des Menschen.

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Kommentar von mlgneumann
27.07.2016, 23:15

Interessant, aber solch Kategorien wie "Kompost" etc. sind für Teilchen ja nicht geltend, das Teilchen verlangt ja nicht, das sind ja nur menschgemachte Begrifflichkeiten, oder nicht? Wo ist für dich da der Unterschied (freier Wille - freie Wahl durch das Bewusstsein).

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Kommentar von mlgneumann
20.08.2016, 19:14

Trotzdem wird diese Entscheidung neurologisch auch durch gewisse Spannungspotenziale, etc. ausgelöst die wiederum durch Äußere Einflüsse und der Vorherigen Gedanken(Spannungen) bestimmt wird -> die Entscheidung stand von beginn an fest, oder ?

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Das ist ein sehr kontroverses Thema, das so keine direkte Antwort besitzt. 

Ich für meinen Teil halte den freien Willen nicht für eine Illusion auch wenn einige Physiker der Meinung sind, dass wir und unser Handeln durch die Naturgesetze vorherbestimmt sind. Dasselbe könnte man sich auch bei dem Thema "Freiheit" stellen. 

Frei sind wir sicherlich nicht, wir haben dem Begriff "Freiheit" nur eine Definition gegeben um ihn zu verstehen und einzugrenzen (sonst würde jeder tun worauf er Lust hat - Anarchie). Die Freiheit die wir kennen würde mir z.B. verbieten einen Menschen umzubringen der einen anderen umgebracht hat. Die Freiheit wie sie ursprünglich existierte würde es mir wahrscheinlich nicht verbieten. Ich müsste zwar damit leben, dass evtl. dadurch mir andere nach dem Leben trachten, aber letztendlich ist es beim Thema "freier Wille" nicht anders. Worüber wir dann zum Thema "Kontrolle" kommen würden, das würde jedoch zu weit gehen und irgendwann in einer Grundsatzdiskussion ausufern.

Von daher abschließend von mir ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe

"Niemand ist mehr Sklave, als der sich für frei hält, ohne es zu sein."

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Kommentar von WeicheBirne
27.07.2016, 23:40

Die Freiheit die wir kennen würde mir z.B. verbieten einen Menschen umzubringen der einen anderen umgebracht hat.

Das hat absolut nichts mit einer naturwissenschaftlichen Vorstellungen von freiem Willen zu tun. 

Du könntest Dich aus freiem Willen dazu entscheiden niemanden zu töten. Du könntest Dich aber auch aus freiem Willen dazu entscheiden jemanden zu töten.

Genauso könntest Du Dich zufällig oder prädestiniert dafür entscheiden niemanden oder jemanden zu töten.

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Das hängt vor allem davon ab wie Du "frei" und "Wille" definierst. Laß uns mal davon ausgehen, daß Wille ein Gedankenprozeß ist (egal wie der jetzt genau funktioniert), der eine Entscheidung erzeugt.


Wenn Du dann unter "frei" "zumindest teilweise unabhängig von der Außenwelt" verstehst, könntest Du trotz Quantenmechanik freien Willen haben, weil der Gedankenprozeß vermutlich zumindest teilweise unabhängig von der Außenwelt abläuft.

Wenn Du unter "frei" "teilweise selbstbestimmt" verstehst kann das schon anders aussehen. Ein selbstbestimmter Prozess muß sicherlich immer noch unabhängig von der Außenwelt sein, aber darf er auch zufällige Elemente enthalten?

Andererseits wäre es möglich, daß ein Gedankenprozeß quasi nicht von quantenmechanischen Ereignissen beeinflußt wird. Ein klassischer, deterministischer Prozeß hätte diese Eigenschaft. In diesem Sinne wäre ein zumindest teilweise selbstbestimmter Gedankenprozeß ohne Zufall möglich.


Viele Menschen haben beim Ausdruck "freier Wille" die Vorstellung, daß der Gedankenprozeß weder deterministisch (vorhersagbar) noch zufällig sein darf. Wie das funktionieren soll ist mir schleierhaft. Diese Menschen fordern oft die Existenz einer Seele, die als Sitz des Willens nach ganz eigenen Gesetzen oder Nicht-Gesetzen funktioniert.


Vielleicht kannst Du ja erst einmal beschreiben was Du unter "frei" und unter "Wille" verstehst.

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Die Quantenphysik schrenkt den Gedanken an freien Willen sicher ein, aber nimmt ihn nicht ganz und ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher was ich vom freien Willen Gedanken halten soll, aber egal ob er existiert oder nicht für uns fühlt es sich jedenfalls an als ob er es tut und dann lässt es sich gut leben.
Hoffe konnte dir weiterhelfen
Liebe Grüsse

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Kommentar von mlgneumann
27.07.2016, 23:11

Danke, so würde ich das auch sehen.

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Kommentar von grtgrt
28.07.2016, 10:08

Unter der Annahme, dass Quantenfluktuation tatsächlich nur durch absoluten Zufall gesteuert wird (obgleich alles andere physikalische Geschehen sich ja eindeutig mathematischer Zusammenhänge wegen ergibt), dürfte es eigentlich keinen freien Willen geben.

Da die Physik aber noch nicht ergründen kommt, woher Geist kommt und welchen Regeln er unterliegt, kann die Frage, ob es freien Willen gibt, bislang einfach nicht beantwortet werden.  

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Die Quantenmechanik oder Quantenphysik hat damit in diesem Zusammenhang erstmal gar nichts zu tun.
Man hat Menschen in ein MRT gesteckt Ihnen eine Fernbedienung mit 3 bunten Tasten in die Hand gedrückt und gewartet. Immer wenn sie scheinbar willkürlich eine Taste drückten konnte man 7sek vorher heraussagen welche das sein werde, noch bevor die Aktion im
Bewusstsein war anhand der MRT Daten. Allerdings hat man auch festgestellt dass man jederzeit bewusst ein "Veto" einlegen kann was die Aktion ändert oder zum Erliegen bringt.

Allgemein würd ich dir sagen:
Wenn du dich frei fühlst bist du frei.

zB: die Freiheit zu wählen:
du kannst wählen wen du willst, allerdings kannst du nicht erscheinen welche politische Bildung du im Vorhinein erhältst. Du handelst wie du es gelernt hast, bist mit dir im reinen also bist du frei. Diese Freiheit ist allerdings keine physikalische Größe. Zumindest könnte mir noch keiner erzählen wie aus elektrischen Impulsen & 10^29 Atomen ein Mensch wird der darüber nachdenken kann.

Hoffe ich konnte helfen ;)

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Das ist nicht die wichtigste Frage, aber auch nicht ohne!

Ein freier Wille kann nicht existieren, denn die Person, die du sein zu glaubst, existiert nicht, ausser in deinen Gedanken.

Es geschehen Dinge und du betrachtest sie und machst dir dann Gedanken, aber nachdem das Leben durchgelaufen ist, verstehst du, du hinkst immer etwas hinterher, denn Denken braucht Zeit, aber das Leben hat keine Zeit!

Weisst du, wenn freier Wille existieren wuerde, dann koennte ich ja machen was ich wollte, ich habe aber noch niemand getroffen, der das von sich sagt.

Niemand kann machen was er moechte, wir muessen das Leben einfach akzeptieren wie es sich uns praesentiert.

Natuerlich glaubt der Verstand, dass er der Manager unseres Leben ist und Dinge regeln kann, wenn du aber das Leben betrachtest, weisst du nie, was als naechtes passiert oder du denkst!

Freier Wille? Fehlanzeige! Wie ist es dann mit Schicksal? Oder Vorbestimmung. Das trifft genauso wenig zu, das wuerde bedeuten etwas anderes steuert unser Leben, wir sind aussen vor.

Da Du alles bist was existiert, kann es nicht anderes geben. Auch hier eine Sackgasse.

Das Leben ist mysterioes und unerklaerbar.

Gebe den Widerstand auf! Widerstand ist zwecklos! Dann bist du frei, nicht zu tun, was du nicht willst!

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Das Universum besteht nur aus einer Abfolge von Ereignissen. Auch dein Wille. Was du also willst und was nicht hängt mit vielen Faktoren zusammen und wenn man ALLE wüste könnte man berechnen was du Gleich machst. Es währe zwar eine Sehr komplizierte Rechnung und kein Rechner auf unserem Planeten (naja uns gehört der ja nicht wirklich, aber ich denke mal man weiß was gemeint ist.) ist in der Lage das zu berechnen, aber es würde gehen.

Demnach gibt es auch keinen freien willen.

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Kommentar von SlowPhil
30.07.2016, 13:23

Das ist das Modell des »Laplaceschen Dämons«, eines Wesens, das alle Orte und Impulse kennt, die sich als Orte in einem Phasenraum beschreiben lassen.

Diese Voraussetzung ist aber überhaupt nicht gegeben, da die Position eines »Teilchens« oder auch Systems im Phasenraum gar nicht mit beliebiger (d.h. letztlich unendlicher) Genauigkeit »wissbar« ist.

Sie ist nicht einmal beliebig genau bestimmt. Ein »Teilchen« kann mehrere - klassisch einander ausschließende - Dinge »tun«, solange es nicht durch Wechselwirkung mit einem größeren System »zu einer Entscheidung gezwungen« wird. Was genau dieser Messprozess ist und wie er funktioniert, ist meines Wissens bis heute nicht komplett verstanden. 

Außerdem ist die Verneinung des freien Willens auf der Grundlage des physikalischen Determinismus im Grunde eine Vermischung unterschiedlicher Ebenen. Dass der Wille des Menschen bedingt ist, durch seine Geschichte beispielsweise, heißt für mich nicht, dass einem sich seines Willens und seiner Antriebe bewussten Menschen eine Handlung ebenso wenig als freie Entscheidungen zuzuschreiben wäre wie jemandem, der unter einer Zwangsstörung leidet und deshalb so handelt, wie er es tut.

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Ein "freier Wille" würde ja voraussetzen, dass jemand (innerlich) vollkommen frei ist; doch wer ist das schon?

Ist jemand innerlich frei, ist er ja auch von seinem eigenen Willen, eigenem Wollen frei. Das wäre/ist dann erst die echte Freiheit.


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ich kann dir nur eins sagen er existiert sobald du an ihn glaubst zwar immateriell. zudem könnten wir nicht urteilen,strafen oder fühlen wenn es den nicht gäbe

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Unser Wille existiert und ist frei - aber nur selten durchsetzbar.

Bitte lies dazu http://greiterweb.de/zfo/FreierWille.htm#msgnr0-207 .

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Kommentar von grtgrt
14.08.2016, 11:45

Gegen die Existenz von freiem Willen spricht rein gar nichts, wenn man sich klar macht, dass die Frage, ob wir freien Willen haben, nicht verwechselt werden darf mit der Frage, wie weit er durchsetzbar ist (bzw. durchsetzbar sein darf).

Der Wille eines Individuums ist vergleichbar mit einer Kraft, die auf Gegenkräfte trifft.

Und wer wollte z.B. ernsthaft daran zweifeln wollen, dass die Kraft, die jemand ausübt, wenn er versucht, jemand anderen wegzuschieben, denn auch wirklich existiert?

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