Fräulein/Frau

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Früher galt die ungeschriebene Regel: Unverheiratete Damen werden mit "Fräulein" angeredet, verheirate dann als "Frau".

Später galt die Regel: Bis 18 Jahre: "Fräulein", danach "Frau", bis es 1972 im offiziellen Bereich völlig abgeschafft wurde. Da gab es dann nur noch die Anrede "Frau", egal ob verheiratet oder nicht. Ob sie 17 oder 19 Jahre alt war, spielte dann auch keine Rolle mehr.

Fräulein gibt es in Deutschland seit den 70er Jahren offiziell nicht mehr. Die Anrede ist IMMER Frau, genauso wie es beim Mann IMMER Mann ist.

Fräulein gibt es nur noch gedanklich, ist also ein Überbleibsel von früher, aber wie gesagt, offiziell gibt es kein Fräulein mehr!

Was offiziell von irgendwem beschlossen wurde, ist mir egal. Die deutsche Sprache wird nicht von der Politik bestimmt, sondern von den Menschen, die sie benutzen.

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@winterschwert

Allgemein ist es inzwischen unüblich Fräulein zu sagen. Ist auch teils diskriminierend.

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@crazyrat

Warum diskriminierend? Ich als Fräulein würde das eher als Wertschätzung empfinden. Ein Mann hat hier gar nicht die Möglichkeit, so standesgemäß angesprochen zu werden.

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@winterschwert

Lies das Beispiel aus einem meiner Kommentare. Oder frag Alice Schwarzer.

Und genau aus dem Grund, den Du genannt hat, ist es diskriminierend: Keine adäquate Version für den Mann, wo ist die definierte Grenze.

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@crazyrat

Alice Schwarzer, hehe. Wenn du unbedingt ein männliches Pendant möchtest, such dir doch eins aus. Es gibt viele Möglichkeiten. Ich hoffe nur, dass du es den Männern nicht allzu übel nimmst, dass sie auch anatomisch anders beschaffen sind, als Frauen. Vergessen sollte man nämlich eines nicht: Gleichberechtigung ist nicht Gleichmacherei.

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@winterschwert

Sorry, ich bin ein Mann und schätze die Arbeit von Alice Schwarzer sogar sehr. Ich war sogar mal ein paar Jahre lang aktiver Leser von "Emma". Exfrau war Abonnentin.

Und frag sie einfach mal, warum die 1968er damals auch gegen Fräulein demonstriert haben. Das stellst Du damit alles in Frage.

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@crazyrat

Dass vergangene Dinge infrage gestellt werden, wäre nichts neues. Im Mittelalter sagte man einfach Weib (ohne negative Konnotation) und Mann. Ich bin für die Gleichberechtigung. Das heißt aber nicht, dass es keinen Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Menschen gibt.

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Man könnter aber auch Herr sagen, oder?

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@hoermirzu

Im Zuge der Gleichbehandlung müsst man ja "Herrlein" sagen. ;-)

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Das offizielle "Fräulein" wurde schon 1972 abgeschafft. Auch inoffiziell wird es heut eigentlich nicht mehr verwendet. Also ist Frau immer die richtige Anrede.

Wer hat das abgeschafft?

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@winterschwert

Das deutsche Innenministerium. Habe ich vor paar Tagen im Radio gehört und eben bei wiki überprüft:

1972 schließlich verfügte das deutsche Bundesinnenministerium, dass der Gebrauch des Wortes „Fräulein“ in Bundesbehörden zu unterlassen sei:

    „Es ist an der Zeit, im behördlichen Sprachgebrauch der Gleichstellung von Mann und Frau und dem zeitgemäßen Selbstverständnis der Frau von ihrer Stellung in der Gesellschaft Rechnung zu tragen. Somit ist es nicht länger angebracht, bei der Anrede weiblicher Erwachsener im behördlichen Sprachgebrauch anders zu verfahren, als es bei männlichen Erwachsenen seit jeher üblich ist. […] Im behördlichen Sprachgebrauch ist daher für jede weibliche Erwachsene die Anrede ‚Frau‘ zu verwenden.“[3]

http://de.wikipedia.org/wiki/Fr%C3%A4ulein

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@Chevelchen

Danke, das bezieht sich also auf Behörden. Bin aber keine Behörde.

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@winterschwert

Er hat aber recht, und Fräulein ist auch im allgemeinen Sprachgebrauch eigentlich verschwunden.

Frau bleibt Frau.

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@crazyrat

Gut dass es kein Gesetz gibt, das den Bürger dazu zwingt, sich dem allgemeinen Sprachgebrauch anzupassen. Wäre nämlich ziemlich diktatorisch.

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@winterschwert

"Gut dass es kein Gesetz gibt, das den Bürger dazu zwingt, sich dem allgemeinen Sprachgebrauch anzupassen."

Es geht aber auch um die Frage, ob der Sprachgebrauch Sinn macht. Was geht es Hinz und Kunz an, ob eine Frau verheiratet, ledig oder geschieden ist? Männer müssen (mussten) das auch nicht jedem gleich bei der Vorstellung offenbaren.

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@crazyrat

.... @ crazyrat : genau so , wie DAS mädchen -das = gegenstand . -lg.

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@opperator

Wenn man es genau nimmt, hast Du recht.

Aber da gibt es ja auch noch DER Junge.

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@winterschwert

Sorry, aber das hat nichts mit der Fragestellung zu tun. Und ich bleibe bei meiner Beanstandung der Frage.

GF ist eine Ratgeberseite, Du nimmst ihn nicht an, sondern willst nur drüber diskutieren. Da ist hier Ende.

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@crazyrat

Was nehme ich nicht an? Na wenn du diskutierst, musst du mir schon erlauben, zu antworten.

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@crazyrat

"DER" junge ist im gegensatz zum mädchen von anfang an eine " männliche" person . das mädchen aber wird erst durch heirat zur " weiblichen " person "- verbal eigendlich ganz schön diskriminierend , wenn man' s bedenkt .-lg.

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@opperator

Bin mir jetzt nicht sicher, ob du das ironisch gemeint hast, aber zu dem Thema kann ich folgendes empfehlen:

http://www.belleslettres.eu/artikel/der-oder-das-blog_genus.php

Also man sollte das grammatische Geschlecht schon vom biologischen unterscheiden. Die Banane ist ja auch weiblich, wenn du verstehst. ;) Das Mädchen ist biologisch weiblich. Das Wort stammt von Magd (die Magd, femininum) und wurde durch die Verniedlichungsform grammatisch neutrum. Der Bub wird ja auch zum Neutrum, wenn man ihn verniedlicht (das Bübchen), oder die Hose wird zu das Höschen. Ein Bübchen ist biologisch genau so männlich wie ein Mädchen weiblich ist. Das angehängte -chen war hier ein Zeichen der Wertschätzung, wie man es auch oft bei Kosenamen gebraucht (Liebchen, Mäuschen, Schätzchen, Kätzchen, Häschen). Man muss sich da wirklich tiefer mit der deutschen Sprachgeschichte befassen, um nachvollziehen zu können, wieso Gegenstände nicht einfach alle neutrum sind, sondern verschiedene grammatische Geschlechter haben. Unter den Gender-Fanatikern gibts sicher eine Menge unkundiger Leute ohne den Hauch einer Ahnung von Sprachwissenschaft, die am liebsten das grammatische Geschlecht aus der deutschen Sprache herausoperieren wollen, aber das ist ein Ding der Unmöglichkeit, das kann ich jetzt schon voraussagen und die Zukunft wird das auch zeigen. Hier sieht man, welche Ausmaße die Diskriminierung (femininum) schon annimmt:

youtube.com/watch?v=4DdN7g0MTqU

youtube.com/watch?v=tAQ1D_unnrE

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Fräulein finde ich eine schöne Anrede, schade das es nichtmehr benutzt wird allerdings müsste man so manches 13 jähriges Mädchen dann auch mit Frau ansprechen, denn ich gehe davon aus das man mit Fräulein eine Frau meint die noch keinen sexuellen Verkehr hatte, auch wenn womöglich eine verheiratete Frau damit gemeint ist. Aber damals war ja Sex vor der Ehe undenkbar, also ist vielleicht doch genau das damit gemeint.

Nee, der Begriff "Frau" war immer nur an die Tatsache der Ehe gebunden, und nicht an die sexuelle Betätigung. Es reichte ja, wenn man die Frau fragen musste "Sind sie verheiratet?" und nicht etwa "Haben sie schonmal...."

So bescheuert waren die alten Zeiten auch wieder nicht. ;-)

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ich frag mich grad wirklich, ob man eine 13 Jährige mit "Frau XY" ansprechen soll- oder duzt man da automatisch und verwendet den Vornamen? Und bei Briefen?

Und wenn die Dame dann mit 16 gesiezt wird - "Frau XY"? Für eine 16 Jährige?

Naja "Fräulein" gibts ja nicht mehr, was also dann?

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wenn du heutzutage jemanden erwachsenen mit Fräulein ansprichst wird diese Frau dich i auslachen. Die meisten werden dich ignoriereAls Anrede von Älteren für eine Kellnerin ist es manchmal noch üblich, sonst gar nicht

Mag sein, muss man wohl inkauf nehmen.

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