Fortsetzung: Soll ich meinen Hund einschläfern? (Augentumor)

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8 Antworten

Hi, Sparkle1405!

Ohje, das sieht wirklich schlimm aus. Ich kann Dir nachfühlen, wie verunsichert man da als Halter ist - tut es weh, hat der Hund noch Spass am Leben, kann er noch, will er noch ... und diese Fragen stellt man sich jeden Tag neu. Ich weiß das, wir hatten schon drei Hunde und leider immer die Aufgabe, zu entscheiden, wann die Zeit gekommen ist.

Und es kommt noch was dazu, was überhaupt gar nichts mit Egoismus zu tun hat: gerade, wenn es so aussieht, muss man das als Halter auch nervlich selbst aushalten können - mal ganz abgesehen, von den "wohlmeinenden" Hinweisen von allen möglichen Leuten drumrum ... auch das musst Du für Dich selbst bewerten. Dein Hund wird es auf jeden Fall merken, wenn Du - ich überziehe - Dich vor ihm ekeln würdest oder jedesmal in Tränen ausbrichst, wenn Du ihn/sie anschaust. Auch dafür braucht man Kraft.

Unsere Kleine war 17 Jahre, aber sie war geistig noch so wach - am Ende sind wir nachts mit ihr raus, weil sie das Geschäft keine ganze Nacht mehr halten konnte, aber es ging ihr ansonsten gut und auch der Tierarzt hat gesagt, es ist noch nicht soweit. Wie oft wir da gehört haben "der arme Hund" und ähnliche Sprüche - man sollte sie doch erlösen war noch eine harmlose Variante. Heute sind wir froh, dass wir es ihr solange ermöglicht haben, bei uns gewesen zu sein - aber eine einfache Zeit war das nicht. Und man ist sich auch danach nie wirklich sicher, ob man den richtigen Zeitpunkt gefunden hat - da kommen doch immer wieder mal Zweifel auf.

Und ja, Du wirst das merken - der Blick und auch das Verhalten des Hundes verändert sich. Ich will es mal "menschlich formulieren" - die Leute, die das schon erlebt haben, werden es verstehen denke ich: das "Lachen", das bis dahin immer noch da war, verlässt das Gesicht des Hundes, bei Bonnie hatte ich den Eindruck, sie sagt uns "ich kann nicht mehr". Und dann muss man bereit sein, sie zu erlösen - das ist der "letzte und größte Liebesdienst", den Du Deiner Kleinen erweisen kannst - und musst! Wir hatten das auch schon im Vorfeld alles geregelt und uns drauf vorbereitet - der Tierarzt kam zu uns nach Hause, und sie ist in unseren Armen eingeschlafen.

Lass Dich nicht von irgendwelchen Leuten bequatschen und verunsichern ... gib Ihr Zeit solange DU und Dein Tierarzt das für richtig halten. Sei wachsam und beobachte die Kleine und solange Du nicht den Eindruck hast, dass die Zeit gekommen ist, freue Dich trotz allem Streß über die Zeit, die Euch noch bleibt. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft dafür. Alles Gute und Gruß Don

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Kommentar von sparkle1405
02.02.2015, 13:44

Wow, ich danke dir von Herzen für diese Antwort ! Du scheinst ein toller Mensch zu sein, der seinen Tieren eine schöne Zeit beschert. Ich werde das berücksichtigen was du gesagt hast, denn du hast Recht: Die allermeisten (fremden) Leuten schauen meinen Hund nur mitleidig an und geben mir das Gefühl "Wie kann sie nur das Tier am Leben lassen!". Aber ich werde auf mich bzw. auf meinen Hund hören, was er mir sagt, und nicht die anderen!

Wenn ich irgendwann mal wieder unsicher werden sollte, lese ich einfach wieder deinen Text :-) Danke. LG

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Ich habe am Montag meine über alles geliebte Schäfine Aisha gehen lassen müssen. Sie hatte leider gar keine Chance mehr.

Für deinen Hund sehe ich aber noch eine, für wie lange, vermag wohl niemand zu sagen, auch dein TA nicht.

Sie ist munter, wie ich in deiner Frage gelesen habe. Wenn sie nach den Anfällen nicht mehr gut hochkommt und keinerlei Lebensfreude mehr hat, dann darfst du dir sicher sein, daß die Zeit gekommen ist, sie lieber in Gnade über die Regenbogenbrücke zu schicken, als allerletzten Liebesdienst.

Meine war nach der OP zunächst wieder gut drauf, dann hatte sie Schmerzen durch einen Krallenabriss, wollte aber spielen, laufen und fraß gut. Ich mußte sie etwas bremsen. Wenige Tage später bekam sie den ersten Kollaps, der ihr jegliche Lebensfreue nahm. Das Herz wurde rasend schnell schlechter, bis es wenige weitere Tage nicht mehr ging.

Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben einen Hund verloren und habe mich und auch andere immer gefragt, wie ich das wissen soll, wann es soweit ist. Die Antwort von anderen lautete immer "das wirst du an ihren Augen sehen. Sie wird es dir sagen." Ich konnte bis Montag nichts damit anfangen, nun weiß ich es (leider) auch.

Schau ihr in die Augen, du kennst ihren Blick schon soooo lange! Glaub mir, auch du wirst sie auch dann lesen können, wenn es zu Ende geht.

Ich wünsche euch noch ein bischen gute Zeit miteinander. Richte dich darauf ein, daß sie bald gehen wird. Genieße eure Zeit bewußt, sie ist leider endlich.

Alles Gute sparkle

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Kommentar von michi57319
01.02.2015, 20:40

Ein kleiner Nachsatz noch: Egoismus ist sowohl, wenn man den Hund länger als nötig quält, weil man ihn nicht gehen lassen will, als auch, ihn vorzeitig zu töten, weil man es selbst nicht ertragen kann, obwohl der Hund noch kann.

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Kommentar von sparkle1405
01.02.2015, 22:45

Mein aller herzlichstes Beileid, ich kann nur erahnen, in welcher Trauer du gerade steckst :'(

Mir kamen die Tränen bei deiner Antwort. Doch gleichzeitig baust du mich auf, weil du mir versicherst, dass auch jemand der seinen ersten Hund hat (und demnach noch nicht in die Situation kommen musste, den Zeitpunkt der Erlösung zu bestimmen) auch in der Lage dazu ist, es seinem Hund irgendwann von den Augen ablesen zu können... :'( Das ist eben meine größte Sorge. Du hast mir ein bisschen die Angst genommen.

Danke! Und denke daran: Deine Aisha ist nicht fort. Sie ist nur vorausgegangen, so wie beim Spazieren gehen auch immer. Alles Gute

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Kommentar von dogmama
02.02.2015, 23:59
Ich habe am Montag meine über alles geliebte Schäfine Aisha gehen lassen müssen. Sie hatte leider gar keine Chance mehr.

Hallo Michi,

das tut mir sehr leid für Dich und Aischa, ich fühle mit Dir! Du hast alles versucht/getan und die richtige Entscheidung getroffen!

Viel Kraft und alles Gute!

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Das Aussehen schreckt mich nicht und wenn Du Dir sicher sein kannst, dass kein Spezialist operieren kann und Deine Maus keine Schmerzen hat, dann warte auf ihre Signale, dass sie nicht mehr mag.

Meine Katze kam in den letzten Nächten zum Schmusen, wobei sie vorher nie unsere Nachtruhe gestört hat. Leider war es mir zuerst nicht bewusst (oder unterbewusst verdrängt). Trotzdem gelang es uns mit Hilfe des TA sie noch rechtzeitig zu erlösen.

Ich hoffe, dass ich bei meinem Hund, wenn der Zeitpunkt da ist, ein noch feineres Gefühl haben werde.

Ich denke, mit Unterstützung Deines TAtes wirst Du Dich rechtzeitig und richtig entscheiden.

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Kommentar von sparkle1405
01.02.2015, 22:38

Danke für deine Antwort. Ich werde auf ihre Signale warten. Zwar habe ich in der Hinsicht keine Erfahrung, wie die Signale aussehen, die einem der Hund gibt, wenn er nicht mehr mag. Aber so viele schreiben mir, dass sie einem irgendwann dieses Zeichen geben. Ich glaube euch und werde noch warten :) Danke

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es sit doch voellig unerheblich, wie der hund aussieht -wichtig ist -wenn der hund noch interesse am spiel, gassigehen hat und lebhaft an deinem alltag teilnimmt -dann ist es nocht nicht so weit!

meine erste huendin hatte einen unoperablen lungentumor... wir haben sie erst einschalefern lassen, als sie nur noch ganz,gan wenig interesse an ihrem umfeld hatte...man merkte ihr deutlich an -jetzt hat sie keine lebenslust mehr!

ich denke du wirst merken, wenn es fuer deine hund soweit gekommen ist!

geneses die letzte zeit, sei stark und gruebel nicht so viel!

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Kommentar von sparkle1405
02.02.2015, 13:45

Ok, danke, das werde ich tun!

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spakle mal ganz ehrlich -- einem HUND ist es egal wie er aussieht , so lange er keine schmerzen hat kommt er damit prima klar. ich werde das gefühl nicht los, dass DUU mit dem anblick nicht mehr klar kommst.. das ist dann aber immer noch kein grund ihn einschläfern zu lassen.. nimm es so wie es ist- hätte er das problem nicht , wäre es nur ein altes tier , das nicht mehr gut laufen könnte ,ab und an seine ausscheidungen nicht mehr halten kann ,und viel schläft -- wäre es dann auch ein grund für dich ihn einzuschläfern ??

dein tie r hat nach deiner beschreibung noch genügend lebensfreude,um es am leben zu lassen. das kann nächste woche schon anders sein-- aber BITTE erst DANN sich gedanken über einen herbeigeführten tod machen !! bitte denk weniger an dich und dafür mehr an dein tier .

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Kommentar von sparkle1405
01.02.2015, 21:17

Danke eggenberg1, du hast Recht. Ich bin üblicherweise ein Mensch, der sehr konkret ist und nicht schwankt bei seinen Meinungen. Bei meiner Hündin ist es nicht so. Sie ist mein erster Hund und dadurch war/bin ich unsicher, wann der Zeitpunkt gekommen ist, sie zu erlösen, ich hatte so eine Situation ja noch nicht.

Alle sagen immer "warte auf den Punkt, an dem sie dir das zeigt"...ich frage mich halt nur, ob ich das erkennen kann - und habe Angst davor, es nicht zu können! Aber jetzt wo mir hier einige geschrieben habe, dass dieser Zeitpunkt definitiv eintreffen wird, andem sie mir ihr Zeichen gibt, werde ich ich bis zu diesem Tag warten

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Das musst du entscheiden, bedenke aber, was wäre dir in der Situation am liebsten, einschläfer oder mit Schmerzen leben, da können unbeteiligte nicht helfen, wäre es mein Hund würde ich ihm von seinem Leid erlösen, aber jeder denkt ander

LG Aljoscha

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Kommentar von eggenberg1
01.02.2015, 20:39

has t du dir den bericht , der im link angegeben ist, auch mal durchgelesen ?? wohl kaum.

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hey. du kennst deine hündin ja sehr gut und du weisst wie sie vor ihrer erkrankung war. findest du es hat sich sehr viel verändert, teilt sie dir irgendwie mit dass es ihr nicht gut geht? abgesehen von den anfällen scheint sie ja immer noch aufgeweckt zu sein, aber ich denke du merkst es einem tier an wenn es wirklich schmerzen hat und nicht mehr kann... beobachte sie ganz genau.. will sie noch auf der welt sein, hat sie noch spass dabei deine freundin zu sein? oder sieht es eher aus als wäre es wirkliche quälerei für sie?

ich würde den krankheitsprozess einfach mal weiter beobachten. was sagen denn die ärzte zum thema einschläfern? können die nicht beurteilen wie viel schmerz sie wirklich verspürt?

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Kommentar von sparkle1405
01.02.2015, 20:07

Huhu. Wenn man nur die Äußerlichkeiten betrachtet, sieht es einfach nur schrecklich aus und ich denke, ich muss sie sofort erlösen.

Allerdings gibt sie mir keine konkreten Anzeichen, nicht mehr zu wollen und keine Lebensfreude mehr zu haben. Sie liegt natürlich sehr viel rum, aber es gibt auchnoch einige Dinge, wo bei ihr schnell der Schwanz wedelt und sie durch die Wohnung tapst, nämlich wenns ums Spazieren gehen geht, ums Söckchen holen (Spiel, was sie liebt), sich mit ihr zu unterhalten (dann hört sie sehr aufmerksam zu). Ob die Schmerzen hat, kann man nicht messen, sondern einfach nur ahnen. Deshalb kriegt sie Schmerztabletten und Cortison. Aber gesund wird sie zu 100% nicht mehr

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Also ich habe schon sehr viel Schlimmeres gesehen... Die Optik sollte auf keinen Fall ausschlaggebend für deine Entscheidung sein...

Ich habe dir ja auch gestern schon geraten: Besprich dich mit dem Tierarzt deines Vertrauens - du lebst schon so lange mit dem Hund zusammen, du wirst es merken wenn dein Hund dir "sagt": Hallo Frauchen, ich kann nicht mehr...

Dann ist es ein wahrer Liebesdienst den Hund schmerzfrei über die Regenbogenbrücke gehen zu lassen.

Die letzte Entscheidung liegt bei dir!

Ich wünsche dir ganz viel Kraft

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Kommentar von sparkle1405
01.02.2015, 20:11

Vielen Dank!

Ok, ich werde deinen Rat zu Herzen nehmen, nicht nur auf das Äußerliche zu achten. Ich lass mich halt manchmal davon blenden und gerate in große Zweifel, ob mein Hund mit so einer äußerlich offensichtlichen Krankheit noch würdig lebt. Aber ich sollte in meine Entscheidung am besten noch einbeziehen, wie es ihr vom Gemüt her geht...

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