Familiärer Notfall - Arbeit fernbleiben?

10 Antworten

Je nachdem was es ist, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Bei einem Sterbefall gibt es u. U. Sonderurlaub. Ist ein Kind krank, müsste der Arzt bescheinigen, dass Betreuung erforderlich ist. Bei den meisten anderen Problemen muss man das über Urlaubstage oder ggf. Abbau von Überstunden regeln.

Ruf deinen AG an und erkläre ihm grob, was los ist.

Hallo, es gibt einen familiären Notfall. Weiter werde ich das hier nicht ausführen, aber weiter wichtig ist das für die Frage auch nicht.

Das hättest Du aber mal tun sollen, vielleicht hätte man Dir dann auch eine genauere Auskunft geben können.

Wenn Du aus persönlichen Gründen wie z.B. eigener Hochzeit, Geburt Deines Kindes, der überraschenden Notwendigkeit einen nahen Angehörigen pflegen zu müssen oder auch bei Notfällen in denen man sofort handeln muss wie beispielsweise einem Wasserrohrbruch in der Wohnung nicht zur Arbeit kannst, greift der § 616 BGB: Vorübergehende Verhinderung. Der besagt:

"Der zur Dienstleistung Verpflichtete wird des Anspruchs auf die Vergütung nicht dadurch verlustig, dass er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird."

Wenn im Arbeitsvertrag oder anwendbaren Tarifvertrag Sonderurlaub nicht geregelt ist, muss der AG für solche "vorübergehenden Verhinderungen" den AN frei stellen und auch bezahlen.

Freistellen aber nicht bezahlen (unbezahlter Urlaub) muss der AG für Sonderurlaub wenn der § 616 BGB arbeits- oder tarifvertraglich ganz oder teilweise "abgedungen" ist.

Wenn Dein AG den Tag nicht bezahlen muss, kannst Du einen Urlaubstag oder evtl. vorhandene Überstunden einsetzen.

Da ich aber nicht weiß, warum Du der Arbeit "fernbleiben" musst/willst, kann ich Dir nicht sagen ob der § 616 BGB bei Dir zutrifft. Nicht alles was für jemanden persönlich ein Notfall ist, ist dies auch vor dem Gesetz.

Entweder wird ein Urlaubstag abgezogen oder Dir wird der Fehltag nicht bezahlt. Das solltest Du mit Deinem Arbeitgeber bzw. der Personalabteilung besprechen. Unter Umständen hast Du die Wahl und darfst einen Wunsch äußern, dem man nach Möglichkeit entsprechen wird.

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