EZB senkt den Leitzins, und dann? (Folgen)

3 Antworten

Stark vereinfacht ausgedrückt: Zunächst erhöht sich die im Umlauf befindliche Geldmenge. Wenn die EZB den Leitzins senkt, dann können sich die Banken bei der EZB günstiger mit Geld versorgen. Dieses Geld verleihen sie dann auch günstig weiter. Dadurch werden mehr Kredite aufgenommen. Kredite werden aufgenommen um zu investieren bzw. zu konsumieren, d.h. die Nachfrage nach Gütern in einer Volkswirtschaft steigt. Dadurch wächst zunächst die Wirtschaft. Wenn jedoch mehr nachgefragt wird, dann erhöhen sich auch die Preise.

Die angenommene Kausalität zwischen Leitzins und Wirtschaftswachstum entspringt zwar so jedem Volksmund und jedem Lehrbuch, es gibt dafür aber keinen zwingenden und schlüssigen Nachweis.

Der "richtige" Zins, also derjenige, bei dem sich Angebot und Nachfrage bei Preisstabilität ausgleichen, lässt sich nicht, auch nicht von der Zentralbank par ordre du mufti einfach so ändern.

Bleibt der Zins und damit die Inflation gleich, steigen bei fallenden kurzen Zinsen ( Leitzins ist ja nur ein Kurzfristzins ) die langen Zinsen im Gegenzug an.

Die Wirtschaft kann auch bei steigenden Zinsen vortrefflich wachsen, bzw. steigende Zinsen sind bei anhaltender Preisstabilität das Ergebnis einer steigenden Wirtschaft.

Bist Du sicher, dass die Wirtschaft wächst?

Man kann das auch machen, damit es keine Rezession gibt.

Die Leitzinssenkung bringt nichts anderes, als eine günstigere Versorgung mit Krediten, bzw. die Senkung der Kreditkosten.

Der Plan ist, dass deshalb die Wirtschaft wächst.

Aber schon richtig, der Leitzins wird gesenkt, dann müssen die Wirtschaftsteilnehmer überlegen, welche Schlüsse sie ziehen, wie sie reagieren. Dann treten irgendwann die Folgen ein.

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