Erwachsenen Frage: Sind bei Euch auch alle so "unverbindlich"?

10 Antworten

Nun inzwischen gehöre ich zunehmend auch zu denjenigen die sich winden und notfalls auch offen weigern im Voraus fixe Verabredungen zu machen bzw. lasse mich nur bei Menschen noch auf feste Termine ein die ich mindestens ein paar Jahrzehnte kenne. Allerdings nicht weil ich mir alle Optionen offen halten will falls sich doch noch etwas besseres finden sollte, sondern weil ich schon zu oft auf die Nase gefallen bin. Wenn ich eine feste Zusage gebe, dann halte ich die auch ein, da kann kommen was wolle auch wenn das für mich mit großen Unannehmlichkeiten verbunden ist. Tja und da stehe ich dann am verabredeten Ort, habe auf mir wichtiges verzichtet um pünktlich zu sein und erhalte nach einer halben Stunde warten einen Anruf mit ''sry wir haben umdisponiert'' oder muss den mit Abwesenheit glänzenden gar noch hinterher telefonieren. Oder, ebenso ''angenehm'', man wird gebeten in seinem Stammrestaurant einen großen Tisch zu reservieren für die große Runde und sitzt dann alleine dran. Im Schnitt kann man sagen, dass mindestens jeder zweite Termin platzen gelassen wird, nein, das brauche ich nicht mehr. Wenn eine SMS kommt, ''wir sind da und da magst du nachkommen'', ok, wenn ich gerade nichts besseres vorhabe aber Planungen auf diesem Niveau, wo sind wir denn?

Klar, so etwas zieht dann natürlich Kreise, würden wir uns nun neu kennenlernen wäre ich auch bei dir nicht mehr bereit feste Terminzusagen zu geben, ich kann ja nicht wissen, dass du anders bist. Vielleicht liegt es ja daran, dass bei unserem Freundeskreis noch einmal ein Jahrzehnt drauf kommt, dann kannst du dich schon mal auf die Zukunft freuen. Ich habe jedenfalls den Eindruck, der ''YOLO-Trend'' schlägt bei vielen um die Lebensmittel noch viel härter durch als bei der viel gescholtenen Jugend.

Ja, das gelobte IT-Zeitalter hat auch seine Schattenseiten. Mit mir könntest Du Dich auch in 2 Wochen verabreden, aber vielleicht bin ich da mittlerweile die Ausnahme. Ich bin weder beim "Gesichtsbuch" noch "twitter" ich durch die Weltgeschichte. Sicher am Internet kommt man einfach nicht mehr vorbei - so wie bei mir, die gerade per Mail einen Termin beim Arzt bekommen hat, da dieser telefonisch nicht erreichbar ist. Es gibt also Vor- und Nachteile. Viel schlimmer finde ich jedoch die Handy-Sucht in Deutschland: Ohne Iphone, Ipad, etc. geht gar nichts mehr. Kein Einkauf ohne das eines von diesen nervigen Dingern pingelt. Wie sind wir bloß groß geworden???? Also, ich verstehe Dich gut, habe aber auch viele Bekannte mit denen man sich noch gut verabreden kann und die diese dann auch einhalten....

Wenn Deine Freunde so sind, hast Du ein Problem. Dann sind es keine Freunde. Bekannte und Mitmenschen können Dir ja eigentlich egal sein.

Such Dir halt Leute, die Deine Meinung teilen. Ich zum Beispiel bin nicht auf facebook und lehne es auch ab. Bin neun Jahre älter als Du. Meine Termine mache ich per SMS und die klappen auch.

Viel Glück beim Finden!

Hallo,

also ich bin zwar erst 22 und lebe voll und ganz das Kommunikationszeitalter aus, aber wenn ich mich verabrede, dann halte ich das auch nach Möglichkeit ein und wenn es nicht möglich ist, dann sage ich sofort ab und versuche einen neuen Termin zu finden. Klar gibt es "Ausreden", die man einfach hinnehmen muss, wie zb "heute morgen ist mein Auto kaputt gegangen, ich muss heute unbedingt in die Werkstatt" okay... nunja, ärgerlich aber ändern kann mans ja auch nicht.

Da ich vor zwei Jahren sehr weit von meinen Freunden weg gezogen bin, sehe ich sie natürlich nicht regelmäßig und Facebook und Co. sind mir da eine willkommene Möglichkeit trotzdem am Leben der anderen Teil zu haben. Aber immer wenn ich in die Heimat komme, sehe ich zu, dass ich so viele meiner Freunde so oft wie möglich sehe.

Es ist klar, dass das Leben eindeutiger schnelllebebiger geworden ist, das muss du wohl so hinnehmen. Aber ich denke schon, dass es in der Regel machbar sein sollte, zumindest eine Woche im vorraus zu planen. Außer für wirklich viel Beschäftigte, also.. keine Ahnung, Mütter mit 4 Kindern, Haushalt, Hund und der zu pflegenen Schwiegermutter. Aber ich glaube für sowas muss man dann halt einfach Verständnis aufbringen. Sich drüber aufzuregen bringt ja auch nichts.

Was ich übrigens in der heutigen Zeit am Schlimmten finde: man geht mit Freunden oder Familie essen und alle sitzen nur noch mit ihren Handys da.. schlimm!

Ich verstehe dein problem gut, kenne aber auch die andere seite.. als arbeitender mensch in doch etwas höherem alter wird man meist auch mit anderen problemen zu kämpfen haben als man es vielleicht aus den 20er und den frühen 30er gewohnt war. die meisten haben bereits kinder, eine feste partnerschaft wo beide (war früher nicht immer so!!!) beruflich ausgelastet sind, einen gemeinsamen haushalt, garten vielleicht und haustiere, ältere familie usw usw. Da alles unterzubringen ist nunmal schwer und muss nach der arbeit noch alles abgearbeitet werden. Natürlich stehen da grundlegende sachen wie kinder/schulzeug erledigen sowie haushalt an erster stelle. Irgendwo möchte man sich dann einfach auch für kurze zeit hinlegen oder mal für sich alleine sein.

Hinzu kommen die entfernungen die mit den jahren gewachsen sind.. kaum jmd wohnt noch wie früher mit seinen eltern im mehr generationen haus und kann sich gegenseitig entlasten. weite enternungen zwischen den familien sorgen für reine fahrtzeit die kraft und zeit freizeitkostet, auch schule und arbeitsplatz sind immer weiter entfernt.. war alles früher nicht so.. kaum jmd hat nur mehr einen wohnsitze, viele leute pflegen noch dazu stadtwohnungen um diese entfernungen besser bewältigen zu können.

Ich habe die erfahrung gemacht, je älter ich wurde (bin in deinem alter), desto weniger zeit konnte ich mit freunden verbringen. Man sieht sich nur mehr an traditionell gepflegten tagen.. wie dem grilltag im sommer oder das große essen beim geburtstag. man ist halt nicht mehr so frei und ungebunden wie man es vielleicht mit 25-30 war.

Klar kann es sein, dass viele menschen in diesem alter all diesen beschreibungen nicht entsprechen und sich dann doch etwas einsam oder allein gelassen fühlen.. lies doch mal kontaktanzeigen wieviele leute in den weiteren 30ern sind die meinen dass alles und jeder familie hat und sie wen suchen für gemeinsame unternehmungen.. ich denke irgendwo muss man sich damit abfinden dass freunde-zeit mit den jahren einfach einen weniger großen schwerpunkt bekommt.

trotzdem ist man in einem alter wo freundschaft nicht mehr von unternehmungen und regelmäßiger pflege lebt, sondern von erinnerungen und dem wissen "egal ob und wie oft wir uns sehen, dieser mensch bleibt mein freund"

Was möchtest Du wissen?