Ermordung durch das Christentum?

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Seriöse Schätzungen durch Historiker und andere Wissenschaftler bewegen sich um etwa 12000 bis 16ooo Menschen, die infolge der Kreuzzüge in Mitteleuropa und die sogenannte "Hexenverfolgung" durch Katholiken wie Protestanten ermordet wurden. Die Kreuzzüge ins "Heilige Land" sind dabei nicht mitgezählt, dazu hab ich keine Zahlen. Meine Infos stammen aus zwei österreichischen Arbeiten zum Thema, hab leider keinen Link, und einer deutschen Forschungsarbeit, ich glaube das war ein Münchner Historiker. Ist schon eine Weile her, daß ich die Unterlagen in der Hand hatte... Kannst Du damit was anfangen? Gruß, q.

ja doch... ein Richtwert habe ich nun. Die Kreuzzüge ins H.L. haben dann wohl auch noch eine sehr hohe Zahl auf dem Konto? Dane :)

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@Shiya

Vermutlich, aber das weiß ich nicht einmal annähernd. Die Zahlen gehen aber keinesfalls in die Millionen, wie man immer wieder hört. Meiner Ansicht nach geht es bei allen Opfern zusammengenommen womöglich so um die maximal hunderttausend Personen, keinesfalls mehr. Die damaligen Bevölkerungsziffern waren ja schon nicht mal annähernd so hoch wie wir das heute haben. Und die Zahlenangaben bei großen Schlachten aus den zeitgebundenen Berichten muß man sehr kritisch sehen, weil sich ja jede Seite besonders gut darstellen wollte. Also sind Zahlenmaterialien auf jeden Fall mit Vorsicht zu genießen. Viel Spaß bei der weiteren Forschung. g Gruß, q.

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Die Ankläger der Kirche nennen Zahlen von angeblich 6 bis 9 Millionen. Als im Dritten Reich eine eigens zu diesem Zweck eingerichtete Forschungsstelle 154 Archive und Bibliotheken auf Material über die Inquisition untersuchte, um es bei der angestrebten Zerstörung der Kirche als "Beweismaterial" vorlegen zu können, wurden deutlich niedrige Zahlen ermittelt. Für Deutschland liegt die Zahl deutlich unter 100.000, für ganz Europa eher bei 500.000 als bei einer Million. Die Zahl steht in keinem Vergleich zum Holocaust des Dritten Reiches und den heute noch wehrlos im Mutterleib Getöteten. (In diesem Jahr ist diese Zahl 42 Millionen). Im Mittelalter kannte man die Trennung von Kirche und Staat nicht, sie waren untrennbar miteinander verbunden. Wer also den Glauben angriff, griff zugleich auch die Gesellschaftsordnung an. Der Häretiker, der Ketzer, stellte sich also nicht nur außerhalb der Kirche, sondern auch außerhalb jeder menschlicher Gemeinschaft, wobei er als Bedrohung für die gesamte Ordnung galt (etwa wie heute bei uns ein Terrorist). Deshalb lag die Initiative für die Einrichtung der Inquisition auch beim Staat. Kirche und Reich wirkten hier zusammen, und zwar Protestanten und Katholiken, wobei bei den Katholiken die Anklagen vom Volk ausgingen. So sehr uns das alles heute erschrecken mag, muss man das Denken und die Maßstäbe des Mittelalters anlegen. Dann wird man einerseits den Missbrauch der Inquisition verurteilen müssen, aber sie auch als Reaktion der damaligen Gesellschaft auf die Bedrohung ihrer ureigensten Elemente sehen müssen. Die Menschen hatten damals nur das ewige Seelenheil im Auge. Sie sahen dann ihre Rechtfertigung für die Praxis der Inqusition darin, dass sie den Menschen das ewige Heil sichern wollten und es vor allen Ketzereien und Irrglauben bewahren wollten. Diese Ansicht und das Tun sind für uns schwer verständlich, aber wir kommen nicht darum herum, uns die Haltung der damaligen Menschen (Teufelsglaube, Besessenheit) zu vergegenwärtigen. Was die Kreuzzüge angeht, war es zunächst eine religiöse Angelegenheit. Die Kreuzfahrer wollten das Heilige Land von den Mohammedanern befreien, nahmen viele Strapazen auf sich und verstanden sich durchaus in der Nachfolge Christi. Aber es ist auch richtig, dass es hier ein Nebeneinander von Frömmigkeit und beidseitiger Gewalt und Krieg gab, was uns heute unverständlich erscheinen muss. Dazu kommt, dass die Kreuzzüge von vielen auch für durchaus eigennützige und ganz und gar nicht fromme Geschäfte benutzt wurden. Kritik an den Kreuzzügen übte zum Beispiel schon früh der Hl. Franz von Assisi sowie andere Männer, die der Überzeugung waren, Menschen nicht durch Zwang und Krieg bekehren zu dürfen, sondern allein durch das Vorbild. Zu einem fairen Urteil kann man nur gelangen, wenn man sich die Situation der Menschen in Kirche und Gesellschaft des Abendlandes im Hochmittelalter verdeutlicht. Mit dem pauschalen Urteil "Die Kirche war schuld" ist es nicht getan.

Es gibt nur Schätzungen, die an die Million gehen. Allerdings wurden allein in den letzten 10 Jahren weit mehr Christen durch andersgläubige ermordet, als im ganzen Mittelalter durch die Inquisition. Kreuzzüge waren ja offiziell "Kriege". Wenn Du die mitzählen wolltest, müsstest Du auch alle Toten in Irland mitzählen ...

Auch grobe Zahlen werden da nicht helfen, es waren aber "zahllose" Opfer. Allein der dreißigjährige Krieg, der hauptsächlich religiös, besser gesagt kirchenpolitisch motiviert war, hat die Bevölkerung halb Europas vernichtet.

Genauer von 15 Millionen auf 5 Millionen.

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Was hatte denn der 30jaehrige Krieg mit Religion zu tun?

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@riara

Zwar 8 Jahre später, trotzdem ließt du es ja vielleicht :D Der 30 jährige Krieg beinhaltete vorallem den Konflikt zwischen Katholisch und Protestantisch. Die Kriege der christen gegen Christen darf man bei der Berechnung der Zahl nicht außenvor lassen, da diese die meisten Toten gekostet haben und auch auf Religionen zurückzuführen sind

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