Eltern übertragen Haus durch Schenkung an Tochter - wie kann Ausgleichszahlung an weiteres Kind geregelt werden?

9 Antworten

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Derzeit betragen Kreditzinsen mit längerer Laufzeit schon unter 1 % pro Jahr.

Deine Schwester würde für einen Kredit über 120 000 €, den sie mit dem übertragenen Haus absichern kann, gerade mal 1200 € pro Jahr an Zinsen bezahlen.

Um sie nicht so sehr zu belasten, könnte man auch vereinbaren, dass sie nur für die Hälfte einen Kredit aufnimmt und dann den Rest in spätestens 10 Jahren abbezahlt, wobei man durchaus mit einer Rate von 350 € pro Monat anfangen könnte, die dann deutlich gesteigert wird, wenn sie irgendwann mal z. B. eine Wohnung in dem Haus vermieten kann.

Es ist Dir nicht zumutbar, dass Du so lange auf das Geld wartest. Gehe zwecks Beratung zu einem Notar, der sich in diesen Dingen gut auskennt.

Danke für die fundierten Infos und Vorschläge. Klingt nach einer sinnvollen Lösung:)

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Letztendlich würde ich das auch mit einem Rechtsanwalt besprechen.

Du solltest aber eins berücksichtigen: Deine Eltern werden nicht immer fit und mobil bleiben.

Die Entscheidung Deiner Schwester, dort wohnen zu bleiben bedeutet für sie auch irgendwann, daß sie sehr viel Zeit in die Pflege und Unterstützung Deiner Eltern stecken wird. Sie wird immer ansprechbar sein müssen, sich immer mit kümmern müssen, vermutlich auch für sie kochen etc.

Deswegen wäre es moralisch korrekt, nicht das Haus allein als Wert zu betrachten und darauf zu achten, daß Du keinen Cent zuwenig bekommst, sondern dies zu berücksichtigen.

Es geht hier nicht darum, Deine Schwester für ihre Dienste zu bezahlen, aber das Haus haben Deine Eltern erwirtschaftet und wenn Deine Schwester sich um sie kümmert, darf sie auch ein wenig mehr vom Kuchen abbekommen.

Eine derartige Ratenzahlung wäre also durchaus fair, damit Deine Schwester die Sicherheit hat, im Haus wohnen bleiben zu können, auch wenn Deine Eltern irgendwann nicht mehr sind. Der Vorschlag halbe-halbe als Schenkung würde bedeuten, daß sie ihre Eltern in ihrem Elternhaus pflegt und dann als Dankeschön aus dem Haus fliegt, wenn die Eltern sterben.

Sie ist diejenige, die vor Ort ist.

... sehr gute Erklärung -sollte zum Nachdenken veranlassen.

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Selbst unter Berücksichtigung dieser Tatsache sind 350 Euronen pro Monat verdammt wenig im Vergleich zu einem Haus im Wert einer Viertelmillion...

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@Hacker48

Wenn Du es vermieten würdest und die Mieteinnahmen durch 2 teilst, würde etwas das gleiche übrig bleiben.

Wenn Du einen Pflegedienst zur Hälfte bezahlen müsstest, wäre das deutlich teurer.

Und bist du Deiner Schwester nicht dankbar? Würdest Du Dich gerne selber um Deine Eltern kümmern und immer da festhängen wollen, anstatt Deine Freiheit zu geniessen?

Die Frage ist, ob man das moralisch oder juristisch betrachtet.

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Danke, das sind hilfreiche Hinweise. Allerdings sind meine Eltern derzeit glücklicherweise wohlauf ;) Zudem wohne ich selber nicht so weit weg und würde mich ebenfalls um sie kümmern.

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Da ist der Ärger vorprogammiert!

Eine so geringe monatliche Zahlung würde ich nicht akzeptieren.

Auch wenn das Haus beiden Geschwistern gehört werdet ihr keine Einigung erzielen, wenn es um Instandhaltung und Repataturen geht.

Soviel ich weiss, kann man kein halbes Haus verschenken, ihr seid dann eine Eigentümergemeinschaft. Da wird es schon problematisch, wenn einer von beiden das Haus belasten möchte.

Hier ist ein Laienforum. Fachkundigen Rat, also Rechtsberatung, dürfen nur Rechtsanwälte vornehmen. Notare können euch aber auch viele unterschiedliche Möglichkeiten aufzeigen.

Mir erscheint am sinnvollsten zu sein, wenn deine Eltern ihren beiden Kindern, also dir und deiner Schwester, das Haus je zur Hälfte schenken und ihnen im Grundbuch ein lebenslanges Nießbrauchrecht eingetragen wird.

Spontane Idee:

Warum schenken Dir eure Eltern nicht die andere Hälfte des Hauses?

Zu ihren Lebzeiten haben sie bei dir (also in deiner Hälfte) ein Wohnrecht auf Lebenszeit.

Wie aber alle hier raten, ohne Anwalt wird’s nicht gehen.

Ihr könnt gemeinsam dorthin gehen und euch beraten lassen.

(Erstberatung kostet ca 180 € )

Lg

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