eine Avocado braucht 3 Badewannen voll Wasser - wo ist das Wasser?

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Ja, Wasser ist in den Wasserkreislauf eingebunden. Es regnet, es verdunstet, es kommt als Niederschlag zurück.

Warum haben wir dann überhaupt Probleme mit dem Wasser, warum sind Talsperren auch in D nur zur Hälfte gefüllt, warum ist der Jordan dann nur noch ein Rinnsal?

Warum wird in Gebieten Chiles das Wasser knapp, wenn in großzügigem Maßstab von Konzernen Avocadoangebaut wird?

Avocadobäume benötigen viel Wasser, weil sie großzügig mit dem Wasser umgehen, für die eigentliche Photosynthese wird nur wenig Wasser benötigt. Ein Großteil wird verdunstet. Die Waserverdunstung geschieht für die Aufrechterhaltung des Nährstoffstroms von der Wurzel zum Blatt und zur Kühlung. Für den Avocadobaum habe ich keine Zahl, aber ein einheimischer Laubbaum verdunstet an einem heißen Tag mehrere Hundert Liter Wasser.

Der Transpirationskoeffizient gib an, wie viel Wasser zur Erzeugung von 1 kg Trockemasse an Pflanzenmasse benötigt wird. für einheimische Kulturpflanzen beträgt er zwischen 300 und 800 L pro kg TS.

Das Zauberwort zur Versorgung mit Wasser lautet Bewässerung. Die Konzerne nehmen das Wasser aus den Oberflächengewässern, die werden dadurch so in reduziert, dass Keinbauern keine Chance für die Bewässerung ihres kleinen Bestandes haben.

Die Regenmenge ist zwar auch an die Vegetation gekoppelt, d.h.eine hohe Verdunstungrate bringt auch mehr Niederschläge, aber das funktioniert nicht so einfach. Die Verteilung der Niederschläge ist nicht einheitlich. Hier in D bemerken wir das in den letzten Jahren sehr. Wälder leiden unter Trockenheit, der Grundwasserspeigel sinkt. Regenfälle sind regional sehr unterschiedlich, während es in einem Gebiet kaum regnet, gibt es in anderen Gebieten ausreichend Niederschlag.

Wenn ein Spargelanbauer in D Grundwasser zur Bewässerung benutzt, sinkt auch in dem Gebiet der Grundwasserspiegel, Brunnen können dann trockenfallen.

Im spanischen Gewächshausanbau wurde so viel Grundwasser genutzt, dass es jetzt salzig geworden ist, weil Meerwasser in das Grundwasser drängt. In den USA wurden Grundwasservorräte verbraucht, die in 500 Jahren angelegt wurden.

Es gibt genügend Wasser auf der Erde, aber der Anteil an Süßwasser (2,5 bis 3,6%) ist sehr gering.

Das ganze ist eine "Milchmädchen-Horror-Rechnung". Du schreibst richtig, dass das Wasser nicht verloren geht, wenn man es in der Landwirtschaft einsetzt. Einen Teil des Wassers nimmt die Pflanze auf, lagert dabei Wasser (rel. wenig) in die Früchte ein, verdunstet das meiste aber über das Blattwerk - gut für das Klima. Ein Teil des Wassers versickert im Boden, ergänzt das Grundwasser - und fließt nach längerer Zeit an Quellen wieder aus, bildet Bäche usw. Ein Teil des Grundwassers speist auch die Flüsse direkt. Problematisch ist nur bei Pflanzen, die viel Wasser zum Wachstum und Früchtebildung benötigen, dass das Wasser dann nicht für andere Zwecke zur Verfügung steht. So kann man z.B. in Ägypten mit dem Nilwasser Getreide (braucht rel. wenig Wasser) oder Zuckerrohr (benötigt mehr Wasser) anbauen. Es entsteht eine "Konkurrenzsituation" - und man baut das an, was den höchsten Geldertrag bringt, also z.B. Baumwolle und nicht Getreide, was mehr Einkommen pro ha bringt. Vom Erlös des Baumwollverkaufs kann man mehr Korn kaufen als man selbst ernten könnte (oder z.B. Frühkartoffeln für den nordeuropäischen Markt - da verdient man sehr gut daran, weit besser als am einheim. Getreide). Zumal das EU-Getreide auch noch für den Export subventioniert wird.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung

Das Wasser geht ja nicht 1:1 in die Pflanze über, sondern wird auf den Boden gegossen. Ein Teil versickert dann ja auch einfach.

Dann wird die fertige Avocado evtl. noch mit Wasser abgewaschen oder so.

Die Badewann beziehen sich auf die Gesamtmenge Wasser, während des gesamten Produktionsprozesses.

Aber wäre das nicht Wasser, das wieder dem Grundwasser zugeführt wird?

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@littlekurai

Ja, aber es muss vorher entnommen werden und fehlt dann ggf. an ein anderen Stelle. Und es kostet Energie.

Meist werden solche Pflanzen ja dort angebaut, wo Wasser knapp ist. Und da ist es dann eben nicht egal, wieviel Wasser aus einem Fluss oder so etwas entnommen wird.

Da ist dann nicht einfach Grundwasser, aus dem man das nimmt und das dann als Kreislauf an der gleichen Stelle wieder zurückfliesst.

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Deine Denkweise ist schon richtig es kommt halt drauf an wo das Wasser weggenommen wird. Möglicherweise wird es aus einem Trinkwasserreservoir für Einheimische weggenommen dann fehlt es natürlich diesen Menschen. In der Regel ist es halt so das ebenjene Spezialisierung die Mineralix da anspricht die sozialen Ungleichheiten noch verstärkt, Menschen die in Subsistenzwirtschaft leben weiter verarmen, der "Stärkste" nimmt sich das Wasser, exportiert die jeweiligen Güter, streicht die Gewinne für sich ein. Dem Rest der Bevölkerung wird das Wasser entzogen, wobei diese nicht von den Gewinnen profitiert.

Wobei ich bei solchen Themen immer eines hinzufüge: Ist das wirklich ein Problem Systems? Oder nicht viel mehr der Überbevölkerung? Wenn wir weniger Avocados (Jeans oder was auch immer) bräuchten (weil wir weniger Menschen sind), und es keine Konkurrenz zur Avocado Produktion gäbe, gäbe es doch gar kein Problem.

Dass wir weniger Avocados und Jeans bräuchten, wenn wir weniger Menschen wären, ist prinzipiell richtig. Aber die Nachfrage danach hängt nicht in erster Linie von der Einwohnerzahl ab. wir könnten (fast) ganz auf Avocados verzichten und stattdessen einheimische Früchte konsumieren - und müssen uns nich jedes Jahr 5 Jeans und 8 T-Shirts kaufen (und dann nach Neukauf in den "Kleidersack" stecken - was weitere Probleme in "Entwicklungsländern" verursacht) . Einfach mehr Qualität kaufen und die Kleidung länger selbst nutzen. Das führt schon weiter.

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@mineralixx

Klar sollte man versuchen, seinen ökologischen Fussabdruck so klein wie möglich zu halten. Dennoch der Durchschnitts deutsche wird nie soviel einsparen können wie wenn ein kompletter Mensch weniger da wäre.

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