Dürfen bei Erfassung der Arbeitszeit zuviel geleistete Stunden monatlich gelöscht werden?

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6 Antworten

http://www.finanztip.de/arbeitsvertrag/arbeitszeitgesetz-ueberstunden/

Steht in einem Arbeitsvertrag, dass Überstunden mit dem Gehalt abgegolten werden, ist das unwirksam.

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Kommentar von dan030
05.10.2016, 11:35

So pauschal, wie Du das hier beschreibst bzw. auf den Link verweist, ist das aber auch wieder nicht richtig.

Es ist zum Beispiel in Deutschland völlig legal, wenn ein Unternehmen einen Abteilungsleiter einstellt, sehr ordentlich vergütet, und dann sagt, dass eben Überstunden abgegolten sind. Da zielt dann der Arbeitsvertrag nicht mehr auf die Maßeinheit "geleistete Stunden" ab, sondern auf "Erfüllung der Aufgabe".

Verträge solcher Art sind gerade im gehobenen Management durchaus üblich.

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Ist das zulässig ?

Mit diesem Inhalt: Nein!

Zwar ist eine Klausel grundsätzlich wirksam, mit der die pauschale Abgeltung von Überstunden mit dem vereinbarten Gehalt vereinbart werden soll.

Aber eine solche Klausel muss inhaltliche Voraussetzungen erfüllen und zwingend ganz genau formulieren, in welchem Umfang Überstunden pauschal abgegolten sein sollen.

Außerdem muss die Anzahl dieser Überstunden in einem angemessenen Verhältnis zum vereinbarten Entgelt und zur vereinbarten Arbeitszeit (plus 15 - 20 %) stehen.

Wenn im Arbeitsvertrag also tatsächlich nur (sinngemäß) "Geleistete Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten" steht, dann ist diese Klausel unwirksam, und alle Überstunden müssen bezahlt werden auf der Grundlage des Bürgerlichen Gesetzbuchs BGB § 612 "Vergütung".

Das trifft nur dann nicht zu, wenn das vereinbarte Arbeitsentgelt über der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzliche Rentenversicherung liegt(zurzeit 6.200 €/mtl. West, 5.400 €/mtl. Ost); in diesem Fall kann sich der Arbeitnehmer nicht auf das BGB berufen.

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Aus Sicht der ordnungsgemäßen Arbeitszeiterfassung dürfen die Überstunden in keinem Fall geslöscht werden (sie können im Zweifel ja z.B. für Recherchen bei Wegeunfällen notwendig sein).

Ob sie andererseits einer Bezahlung zugeführt werden, steht auf einem ganz anderen Blatt.

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Solche Regelungen sind nur zulässig, wenn Du deutlich über Tariflohn verdienst. Und beim Vorhandensein einer "Stechuhr" vermute ich stark, dass es bei euch eine Tarifbindung gibt.

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Kommentar von Sansibar71
05.10.2016, 11:31

Stimmt :)

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Kommentar von Familiengerd
05.10.2016, 14:16

Solche Regelungen sind nur zulässig, wenn Du deutlich über Tariflohn verdienst.

Das hat mit dem "Tariflohn" überhaupt nichts zu tun - und es ist auch nicht zulässig (jedenfalls nicht in dieser Form)!

Klauseln zur pauschalen Abgeltung von Überstunden mit dem vereinbarten Entgelt sind nur dann wirksam, wenn der Umfang der betroffenen Überstunden genau festgelegt ist und in einem angemessenen Verhältnis zum vereinbarten Entgelt und zur vereinbarten Arbeitszeit (plus 15 - 20 %) steht.

Eine Verpflichtung des Arbeitgebers zur Entgeltung von Überstunden besteht nur dann nicht, wenn das Entgelt "herausgehoben" ist - und das ist bei Überschreitung der Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung der Fall (zurzeit 6.200 €/mtl. West,
5.400 €/mtl. Ost).

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"Geleistete Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten

Bei einem außertariflichen Vertrag ist das durchaus üblich und zulässig.

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Kommentar von Sansibar71
05.10.2016, 11:26

Ja, ist ein "AT-Vertrag"

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Kommentar von Familiengerd
05.10.2016, 14:13

Bei einem außertariflichen Vertrag ist das durchaus üblich und zulässig.

Das hat mit "außertariflich" nichts zu tun - und es ist auch überhaupt nicht zulässig (jedenfalls nicht in dieser Form)!

Klauseln zur pauschalen Abgeltung von Überstunden mit dem vereinbarten Entgelt sind nur dann wirksam, wenn der Umfang der betroffenen Überstunden genau festgelegt ist und in einem angemessenen Verhältnis zum vereinbarten Entgelt und zur vereinbarten Arbeitszeit (plus 15 - 20 %) steht.

Eine Verpflichtung des Arbeitgebers zur Entgeltung von Überstunden besteht nur dann nicht, wenn das Entgelt "herausgehoben" ist - und das ist bei Überschreitung der Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung der Fall (zurzeit 6.200 €/mtl. West,
5.400 €/mtl. Ost).

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Das heißt, die Überstunden werden jeden Monat ausgezahlt. Also wenn du z.B. im September mehr gearbeitet hast, verdienst du in dem Monat auch mehr.

Ich wüsste nicht, was daran nicht zulässig sein sollte.

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Kommentar von IronofDesert
05.10.2016, 11:50

Nun, ich lese aber nirgends das sie ausgezahlt werden, wie kommst du also darauf?

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Kommentar von Familiengerd
05.10.2016, 18:03

Das heißt, die Überstunden werden jeden Monat ausgezahlt.

Nein, das genaue Gegenteil will der Arbeitgeber mit dieser Klausel erreichen!

Damit will er sagen, dass Überstunden nicht zusätzlich bezahlt werden, sondern dass ihre Bezahlung schon im vereinbarten Arbeitsentgelt enthalten ist.

Das ist (leider) zwar grundsätzlich erlaubt; aber so, wie die Klausel hier inhaltlich wiedergegeben wurde, ist sie unwirksam.

Anspruch auf Bezahlung von Überstunden besteht nur nicht bei "herausgehobenem" Arbeitsentgelt - und das liegt nach der Rechtsprechung oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung (zurzeit 6.200 €/mtl. West,
5.400 €/mtl. Ost).

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