Dürfen Auszubildende Minusstunden machen?

4 Antworten

Du solltest ganz dringend mit Deinem Berufsschullehrer reden. Die kennen sich da aus, was Du machen kannst oder er redet selbst mit Deinem Chef.

Minusstunden kannst Du auf keinen Fall erwirtschaften, denn Dein Chef muss Dir Arbeit geben. Ist keine vorhanden, so ist das nicht Dein Problem.

Wenn der AG für Dich keine Arbeit hat, obwohl Du arbeiten möchtest, kann er Dir keine Minusstunden schreiben.

"Keine Arbeit" ist Betriebsrisiko des AG und nicht Deines. Nach § 615 BGB befindet der AG sich in Annahmeverzug. Er muss Dich bezahlen als hättest Du gearbeitet. Minusstunden, Nacharbeit oder gar Urlaubsabzug (auf die Idee kommen manche findigen AG auch) geht daher überhaupt nicht.

Wenn Auszubildenden Minusstunden aufgeschrieben werden, ist das in der Regel nicht rechtens. Auch hier gilt laut Berufsbildungsgesetz: Azubis sind keine normalen Arbeitnehmer - sie sind im Betrieb um zu lernen. Sie haben ein Recht darauf, ihre tägliche Arbeitszeit auch im Betrieb zu verbringen.

Werden sie also zum Beispiel nach Hause geschickt, weil wenig los ist, ist dies als eine bezahlte Freistellung zu werten, und es entstehen keine Minusstunden. So steht es auch im Berufsbildungsgesetz § 19: Entfällt die Ausbildung, ohne dass der Azubi etwas dafür kann, dürfen ihm keine Minusstunden anrechnet werden!  (Quelle: www.azubi-azubine.de)

Natürlich dürfen Minusstunden auch nicht mit dem gesetzlichen Erholungsurlaub verrechnet werden.

Ich ergänze: Es gäbe auch noch die Möglichkeit, dem Azubi in den fraglichen Zeiten einen geeigneten Platz im Büro anzubieten, wo er dann seine theoretischen Ausbildungsinhalte vervollkommnen kann.

 

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